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Marokko-Delegationsreise des Landes mit Wirtschaftsvertretern zeigt Wirkung: Erfolgreiches Recruiting von zwei marokkanischen Elektrofachkräften



Kurzzusammenfassung
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Im Rahmen einer Marokko-Delegationsreise des Landes mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden im Juni 2024 stand u. a. das Thema Fachkräftegewinnung im Fokus. Marokko verfügt über ein erhebliches Potenzial qualifizierter Fachkräfte. Die Delegationsreise brachte für die weitere strategische Ausrichtung zum Thema Fachkräfterekrutierung nach Niedersachsen wesentliche Erkenntnisse und führte zu engen Kontakten zwischen niedersächsischen und marokkanischen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspartnern. Im Januar 2025 haben das niedersächsische Wirtschaftsministerium und das niedersächsische Sozialministerium zudem eine Partnerschaft mit der marokkanischen Region Tanger-Tétouan-Al Hoceïma (TTA) geschlossen, um die faire Arbeitsmigration weiter zu befördern.

Im Betrieb PURPLAN hat die Dynamik der Delegationsreise bereits konkrete, nachhaltige Impulse gesetzt: Seit Mai 2025 arbeiten dort zwei motivierte marokkanische Elektrofachkräfte erfolgreich mit im Team.

Ausgangslage:

Fachkräftemangel in Deutschland als Handlungsdruck für den Betrieb PURPLAN

Der anhaltende Fachkräftemangel in Deutschland stellt Unternehmen, insbesondere im handwerklichen und technischen Bereich, vor große Herausforderungen. Zahlreiche Stellen bleiben über Monate hinweg unbesetzt, obwohl sie wiederholt ausgeschrieben werden. Bewerbungen gehen entweder gar nicht oder nur in sehr geringer Zahl ein.

Besonders betroffen sind Positionen, die Montagebereitschaft erfordern. Viele inländische Fachkräfte sind nicht mehr bereit, längere Zeit auf Montage zu arbeiten oder regelmäßig auswärts tätig zu sein. Dadurch entsteht eine zunehmende Lücke zwischen dem tatsächlichen Personalbedarf der Unternehmen und dem verfügbaren Arbeitskräfteangebot auf dem deutschen Markt.

Die Folgen sind deutlich spürbar: Projekte verzögern sich, Aufträge können nicht oder nur eingeschränkt angenommen werden und die bestehende Belegschaft wird zunehmend belastet. Der wirtschaftliche Druck steigt, während gleichzeitig qualifizierte Fachkräfte fehlen.


Entscheidung zur Rekrutierung ausländischer Fachkräfte

Vor diesem Hintergrund wurde im Betrieb PURPLAN die gezielte Gewinnung ausländischer Fachkräfte als strategische Maßnahme geprüft und vorbereitet. Ziel war es, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu finden, die bereit sind, auch Montageeinsätze zu übernehmen.

Aus Marokko konnten wir zwei Elektrofachkräfte gewinnen, die wir anlässlich der Delegationsreise des Landes im Juni 2024, an der PURPLAN teilnahm, kennenlernen. Beide stellen eine wertvolle Bereicherung für unser Unternehmen und unser Team dar, gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels und der insgesamt abnehmenden Verfügbarkeit motivierter Fachkräfte.

Umso erfreulicher ist, dass beide von Anfang an hoch motiviert waren und den Weg nach Deutschland zu unserem Unternehmen mit großem Engagement angetreten haben. Sie leisten hervorragende Arbeit, arbeiten sauber und strukturiert.


Aktivitäten/Vorgehen:

Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die professionelle Vorbereitung der Reise und die Zusammenarbeit mit der marokkanischen Arbeitsagentur sowie dem Programm THAMM Plus (www.giz.de_THAMM Plus). Bereits im Vorfeld wurden detaillierte Anforderungsprofile der zu besetzenden Stellen erstellt und an die Partner im Ausland übermittelt. Diese Profile enthielten sowohl fachliche Qualifikationen als auch Anforderungen an Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Einsatzbereitschaft.

Auf Basis dieser Vorgaben wurden geeignete Kandidatenprofile zusammengestellt und zur Verfügung gestellt. Die eingegangenen Unterlagen wurden sorgfältig gesichtet und bewertet. Anschließend wurden mit ausgewählten Bewerbern konkrete Gesprächstermine vereinbart.

Durch diese strukturierte Vorgehensweise konnte bereits vor der persönlichen Begegnung eine gezielte Vorauswahl getroffen werden. Dies erhöhte die Effizienz des Auswahlprozesses erheblich und stellte sicher, dass die Gespräche vor Ort in Marokko mit qualifizierten und passenden Kandidaten geführt wurden.

Im Anschluss an die Delegationsreise fanden dann noch zwei weitere Teams-Meetings statt, um auch die fachliche Eignung sicherzustellen. Anschließend war die Entscheidung auf zwei Bewerber gefallen und wir konnten mit dem Einreiseprozess starten.

Bevor unsere beiden Fachkräfte aus Marokko einreisen konnten, galt es zunächst, verschiedene Formalitäten, insbesondere eine Anerkennung der Ausbildung durch die IHK FOSA (Anerkennungsstelle für ausländische Ausbildungsabschlüsse), zu klären und auf die Genehmigung ihrer Visumsanträge zu warten. Die Informationslage für Unternehmen, die diesen Schritt ohne Unterstützung gehen, ist zu dem Zeitpunkt eher schwierig gewesen, so hat der gesamte Prozess bis zur Erstellung der FOSA Zertifikate von August 2024 bis Januar 2025 gedauert. Anschließend musste noch das Visum beantragt werden. Dieses wurde dann im April 2025 genehmigt, sodass beide Fachkräfte am 01.05.25 nach Deutschland reisen konnten.


Wichtige Erkenntnisse:

Während des gesamten Prozesses der Fachkräftegewinnung aus Marokko wurde uns bewusst, dass hinter einer erfolgreichen Rekrutierung ein erheblicher organisatorischer Aufwand steht und der Arbeitsbeginn viel Vorlauf benötigt, da Formalitäten und Anträge Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Wohnungssuche gestaltete sich nicht einfach, und wir haben festgestellt, dass teilweise noch Vorurteile bestehen, was für uns enttäuschend war. Im Anschluss haben wir gelernt, dass es die Möglichkeit gibt, ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren bei der zuständigen Ausländerbehörde zu beantragen. Dies führt zu einer schnelleren Bearbeitung. Für die zukünftige Fachkräftegewinnung aus Drittstaaten werden wir daher den Weg über die Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren des Landes Niedersachsen (https://beschleunigtes-fachkraefteverfahren.niedersachsen.de/startseite) wählen.

Geduld, sorgfältige Planung und eine offene, kontinuierliche Kommunikation sind daher besonders wichtig. Trotz der Herausforderungen war die Gewinnung der beiden Fachkräfte eine große Bereicherung für unser Team, und ihr Engagement und ihre Motivation haben sich von Anfang an positiv ausgewirkt.


Fakten zum Projekt:

Wer fördert das Projekt? Keine Förderung - Delegationsreise
Regionaler Fokus: ganz Niedersachsen
Zielgruppe: Qualifizierte marokkanische Fachkräfte
sowie Arbeitgebende aus Niedersachsen
Branchenfokus: Branchenübergreifend
Projektträger/in:
Ggf. Kooperationspartner/innen,
beteiligte Akteure/innen:
Nds. Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen;
Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft,
Arbeitsverwaltung und Verbänden
Laufzeit:
Ggf. verstetigt seit:
Delegationsreise im Juni 2024; Land Niedersachse
vertieft die Zusammenarbeit mit Marokko,
insbesondere durch eine Partnerschaft mit der
marokkanischen Region TTA sowie laufende Aktivitäten,
wie z. B. Fachkräfteanwerbung i. R. d. Programms THAMM Plus.
Ansprechpartner/in für die Delegationsreise: Stefan Friedrich
(E-Mail: stefan.friedrich@mw.niedersachsen.de)
Mehr Informationen unter: www.giz.de_THAMM Plus

Für die Inhalte dieses Dokuments sind das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen sowie der Betrieb PURPLAN verantwortlich.


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Stand: 23.03.2026

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