Rede des Niedersächsischen Sozialministers Dr. Andreas Philippi
„Ein interdisziplinäres Versorgungsangebot für schwer betroffene Menschen mit Fatigue-Syndrom etablieren“
„Fatigue-Syndrom ernst nehmen – Versorgung verbessern, Forschung stärken – Post-Vac sichtbar machen!“
– Es gilt das gesprochene Wort –
„Schwere chronische Fatigue und ME/CFS ist eine ernste, komplexe Erkrankung mit teils gravierenden und dauerhaften Folgen für Alltag, Erwerbsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe, die für die Betroffenen und ihre Angehörigen meist mit schwersten Belastungen verbunden ist. Dies verlangt höchste politische Aufmerksamkeit und verantwortungsvolles Handeln.
Zugleich ist festzuhalten: Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren bereits wichtige Schritte unternommen, um die Versorgungssituation zu verbessern. Mit der Einrichtung spezialisierter Ambulanzen an der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universitätsmedizin Göttingen wurden erstmals landesweit interdisziplinäre Anlaufstellen für besonders schwer betroffene Patientinnen und Patienten geschaffen. Diese Ambulanzen übernehmen eine zentrale Steuerungsfunktion und ergänzen die Versorgung durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.
Mit der ACCESS-Studie erforscht ein Team der MHH gegenwärtig mit Unterstützung der AOK Niedersachsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, wie bettlägerigen Erkrankten eine Versorgungsperspektive eröffnet werden kann.
Darüber hinaus wurden Fortbildungsangebote für Ärztinnen und Ärzte deutlich ausgebaut, um Diagnostik und Behandlung in der Fläche zu stärken.
Auch die Antragsverfahren beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie wurden überprüft und weiter optimiert, um die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.
Zentrales Anliegen der Landesregierung ist es, die bestehenden Anstrengungen gemeinsam mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren weiter zu intensivieren und auszubauen. Daher freut es mich, dass auch der Bund aktuell mit der „Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ erhebliche Fördermittel zur Verfügung stellt. Dies eröffnet gerade für Niedersachsen neue Perspektiven für eine langfristige, wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung von Diagnostik und Versorgung.
Wichtig ist mir auch die Etablierung niedrigschwelliger Anlaufstrukturen in den ländlichen Regionen. Aktuell entwickeln wir hierfür ein Modellprojekt gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover und einer Schwerpunktpraxis. Ziel ist es, spezialisierte Expertise besser erreichbar zu machen – insbesondere für schwer Erkrankte mit eingeschränkter Mobilität.
Der Entschließungsantrag der Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen setzt an den richtigen Stellen an. Die Landesregierung teilt diese Zielrichtung und wird die Umsetzung im Rahmen ihrer Zuständigkeiten weiterhin aktiv befördern.
Vielen Dank.“
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erstellt am:
28.01.2026

