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Gesundheitsminister Philippi äußert sich besorgt zu sinkenden Apothekenzahlen: „Erhöhung des Packungsfixums ist dringend notwendig“

Zu den sinkenden Zahlen der Apotheken in Deutschland äußert sich der Niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi wie folgt:

„Die heute von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) veröffentlichten Zahlen zur Apothekenversorgung müssen uns alarmieren. Seit Jahren sinkt die Zahl der Apotheken in Niedersachsen kontinuierlich. Diese Entwicklung verdeutlicht, unter welchem wirtschaftlichen Druck die einzelnen Apotheken stehen, etwa durch steigende Betriebskosten, Inflation oder nicht angepasster Abgabepreise verschreibungspflichtiger Medikamente.

Die Erhöhung des Packungsfixums ist dringend notwendig, um die Apotheken finanziell zu unterstützen und die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Gerade im ländlichen Raum wird die Erhöhung des Fixums über die Frage des Fortbestehens der auskömmlichen Versorgung entscheiden. Die Bundesregierung muss dringend eine Apothekenreform auf den Weg bringen. Die Lage ist in den letzten Jahren objektiv schwieriger geworden. Dies macht die Aufrechterhaltung bestehender inhabergeführter Apotheken schwieriger und natürlich auch die Frage der Nachfolgerschaft. Zudem hat sich gerade für Landapotheken das inhaltliche Anforderungsprofil geändert, denn hier kommt die Zusatzaufgabe hinzu, die immer älter und immobiler werdende Bevölkerung zu Hause über Lieferservice zu versorgen. Hierfür gibt es auch keine Kompensation. Alles in allem führt das zum Rückgang der Apotheken. In den Städten ist dies noch kein spürbares Problem, aber in der Fläche sehen wir dringenden Handlungsbedarf – dort darf es zu keinen weiteren Apothekenschließungen kommen.“

Hintergrund:

Zum Jahresende 2025 gab es nach Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V (ABDA) bundesweit nur noch 16.601 Apotheken. Das sind 440 Apotheken oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024 (17.041). Den 502 Apothekenschließungen standen lediglich 62 Neueröffnungen im Laufe des Jahres 2025 gegenüber. Das zeigen Zahlen der ABDA auf Basis von Meldungen der Landesapothekerkammern.

Der Koalitionsvertrag im Bund sieht eine Erhöhung des Packungsfixums für Apotheken von 8,35 Euro auf 9,50 Euro vor. Bereits in der Vergangenheit hat Niedersachsens Gesundheitsminister Philippi neben der Anhebung des Packungsfixums insbesondere einen Reformbedarf bei der Einführung von Telepharmazie, der Ermöglichung weiterer Impf- und Testangebote in Apotheken und der Anhebung der Notdienstpauschale angemahnt.

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

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erstellt am:
13.01.2026

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