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Neue Phase der Pandemie: Auf dem Weg zurück in die Normalität

REDE DER NIEDERSÄCHSISCHEN SOZIALMINISTERIN DANIELA BEHRENS


Aktuelle Stunde des Niedersächsischen Landtages am 22.03.2022, TOP 24


– Es gilt das gesprochene Wort –

„Normalität lässt sich nicht per Gesetzesbeschluss herbeiführen – sie muss sich einstellen.

Wenden wir uns der Situation in Niedersachsen zu: die Lage ist ernst. Gestern haben wir in Niedersachsen über 27.000 neue Infektionen bei den Gesundheitsämtern registriert. 28 weitere Todesfälle sind in Niedersachsen zu den 7.800 hinzugekommen. Die 7-Tages-Inzidenz hat den Rekordwert von 1.810,9 erreicht.

Wir haben derzeit keine Überlastung der Krankenhäuser. Die Überlastung der Krankenhäuser misst sich an der Hospitalisierungsrate und an der Belegung der Intensivbetten.

Aktuell haben wir 1.471 Covid19-Patienten (15,5 %) auf unseren Normalstationen und 158 (6,7 %) auf den Intensivstationen.

Seit circa zehn Tagen nehmen wir eine leichte aber stetige Zunahme der Patientinnen und Patienten auf den Normalstationen unserer Krankenhäuser wahr. Auch die Zahl der belegten Intensivbetten steigt sehr langsam, aber stetig.

Bei der Delta-Variante konnten wir aus den Infektionszahlen ableiten, wann aus Infizierten höchstwahrschein Krankenhaus-Patienten werden. Das ist mit der hochinfektiösen, aber für Geimpfte milderen Omikron-Variante nicht mehr möglich.

Zudem haben wir heute eine hohe Impfquote in Niedersachsen. 87,4 % der Erwachsenen in Niedersachsen sind einmal geimpft, 86,8 % grundständig immunisiert und 73,0 % geboostert, also dreimal geimpft.

Das sind – auch im Bundesländervergleich – gute Impfquoten. Schaut man aber in die europäische Nachbarschaft, sind die Impfquoten dort deutlich höher.

Angesichts des neuen Infektionsgeschehen wird daher eins noch wichtiger als bisher: Die COVID-19-Schutzimpfungen. Nur wenn ausreichend Menschen geimpft sind, lassen sich schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindern. Das schaffen wir nur, wenn alle Bürgerinnen und Bürger Verantwortungsbewusstsein zeigen und sich vollständig impfen lassen.

Impfen ist der einzige Weg durch die Pandemie.

Deshalb begrüßen wir in Niedersachsen die mittlerweile geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht – als ersten Schritt zu einer allgemeinen Impfpflicht.

Die Pflegekräfte haben bereits eine überdurchschnittlich hohe Impfbereitschaft bewiesen: Die Quote liegt hier bei circa 95 Prozent. Das stellt ein herausragendes Engagement und ein besonders hohes Verantwortungsbewusstsein dar!

Bis gestern (Stand 21.03.2022) haben sich 3.152 Unternehmen und Einrichtungen im digitalen Meldeportal zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht, kurz ME-BI, angemeldet und insgesamt 7.735 Beschäftigte an 41 der 44 Gesundheitsämter gemeldet.

Die Effekte einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht wurden bereits frühzeitig sichtbar. Bei unserer Befragung im November vergangenen Jahres waren beispielsweise die Impfquoten im Bereich Pflege bei 80 bis 85 %. Wie weitreichend wären im Vergleich dazu die Schutzwirkung bei der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht zum Herbst? Eine allgemeine Impfpflicht wäre der wirkungsvollste Baustein in einer langfristigen Pandemiebekämpfung, den wir nutzen sollten.

Bis dahin muss alles getan werden, die Menschen zu überzeugen. Niedersachsen arbeitet weiter mit ganzer Kraft an der Impfkampagne.

Wir werben auch dafür, Gelerntes in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie nicht über Bord zu werfen. Anders als zu Beginn der Pandemie gibt es eine große Menge an Erfahrungen, Wissen und neuen Kompetenzen im Umgang mit dem Coronavirus

Als deutliches Plus im Schutz vor einer Ansteckung mit Corona haben sich neben der Schutzimpfung, die Mund-Nasen-Bedeckung, insbesondere die FFP2-Masken erwiesen. Hinzugekommen ist z.B. das Testen im Alltag, die Erstellung wirksamer Hygienekonzepte, Abstand, die Corona-Warn-App.

Für unseren Sommer wird das höchstwahrscheinlich reichen. Für den Herbst nicht.

Der Expertenrat der Bundesregierung – auf den man leider bei der Novelle des Infektionsschutzgesetzes nicht gehört hat – ist eindeutig in der Empfehlung. Das jetzige Infektionsschutzgesetz reicht nicht aus für den nächsten Herbst, für die nächste Mutation.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.“


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erstellt am:
22.03.2022

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