Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Niedersachen klar Logo

Land und Kommunen stellen Konzept zum Einsatz von mobilen Impfteams vor - Stationäre Impfzentren in Niedersachsen schließen zum 30. September

Die Niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens und die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände haben am Dienstag eine Bilanz der bisherigen Arbeit der stationären Impfzentren gezogen und die Pläne für den Fortgang der Impfkampagne in staatlicher Verantwortung vorgestellt.

Zentraler Bestandteil des zwischen Land und Kommunen abgestimmten Konzeptes ist die Umwandlung der 50 stationären Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten und der Region Hannover in mobile Impfteams (MIT), die an die örtlichen Gesundheitsämter angedockt werden.

In den stationären Impfzentren und durch die bisher eingesetzten mobilen Teams wurden mit Stand vom 6. September mehr als 5,6 Millionen Impfungen durchgeführt. Insgesamt sind in Niedersachsen 68,7 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal und 63,3 Prozent vollständig gegen COVID-19 geimpft. In den kommenden Wochen werden in den Impfzentren bis zum 30. September noch Zweitimpfungen mit mRNA-Impfstoffen und dezentrale Impfaktionen mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson vorgenommen.

Über den 30. September hinaus sollen in Niedersachsen bis zu 135 MIT im Einsatz bleiben, die jeweils aus bis zu 12 Personen bestehen können und damit bei Bedarf auch gleichzeitig an mehreren Einsatzorten impfen können. Der Aufbau der Teams erfolgt im Auftrag des Landes, das damit auch den Großteil Kosten trägt. Auch der Bund hat zugesagt, einen Teil der Kosten zu übernehmen.

Die Impfärztinnen und Impfärzte werden wie bereits für die Impfzentren auf der Grundlage einer Vereinbarung mit der KVN tätig.

Mit Ablauf des 30. Septembers wird der Bund die Impfstofflieferungen an die Länder einstellen. Ab diesem Zeitpunkt wird die Hauptverantwortung für das Impftempo und den Impferfolg bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten liegen, unterstützt durch die Krankenhäuser, die der Bund zu diesem Zweck neu als Leistungserbringer für die Covid-Schutzimpfungen zugelassen hat, und die betriebsärztlichen Dienste.

Die Versorgung der Teams mit Impfstoff wird deshalb durch Apotheken sichergestellt, die sich für diese Aufgabe bereit erklärt haben. Die Grundlagen dafür verhandelt das Land mit dem Landesverband der Apotheken. Der für die Einrichtung der Mobilen Teams notwendige Erlass an die Landkreise und kreisfreien Städten ist heute versandt worden.

Die Aufgaben und Einsatzgebiete der mobilen Impfteams umfassen ab Oktober die folgenden Bereiche:

  • Durchführung der Auffrischungsimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen sowie den Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Durchführung von dezentralen Impfaktionen zur Steigerung der Impfquote (bspw. an Allgemein- und Berufsbildenden Schulen, an Hochschulen und Fachhochschulen, in Quartieren mit besonderen sozialen Herausforderungen oder Standorten mit besonders viel Publikumsverkehr wie Bahnhöfen etc.)
  • Durchführung von gezielten aufsuchenden Impfungen bei einem akuten regionalen Infektionsgeschehen

„Ich bedanke mich bei den niedersächsischen Kommunen und ihren Partnerinnen und Partnern der Katastrophenschutzorganisationen ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit beim Aufbau und dem Betrieb der stationären Impfzentren. Ein besonderer Dank gebührt dabei allen Beschäftigten der Impfzentren, die in den vergangenen Monaten einen gesellschaftlich unglaublich wichtigen und dabei nicht immer einfachen Job gemacht haben. Insbesondere durch den lang anhaltenden Mangel an Impfstoff und die damit verbundenen Priorisierungsdebatten mussten die Beschäftigten vor Ort eine Menge aushalten. Alle Beteiligten haben Ihre Aufgabe hervorragend bewältigt und gezeigt, welch große Tatkraft im Angesicht einer solchen Jahrhundertkrise in uns Niedersächsinnen und Niedersachsen steckt“, lobt Gesundheitsministerin Behrens das große Engagement beim Aufbau und Betrieb der Impfzentren in den vergangenen Monaten.

„Mit dem Ende dieses Monats gehen wir nun in eine neue Phase über: Der Löwenanteil der Schutzimpfungen gegen COVID-19 wird ab Oktober vom Regelsystem der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, den Krankenhäusern und den betriebsärztlichen Diensten getragen. Dies war seit Beginn der Impfkampagne im vergangenen Dezember so geplant und ist nach den großen Impferfolgen der letzten Wochen und Monate auch der richtige Schritt. Das Impfen gehört zu den Kernkompetenzen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, wie sie tagtäglich, nicht zuletzt mit der jährlichen Grippeimpfung unter Beweis stellen. Gleichzeitig haben wir als Land und als Kommunen auch in den kommenden Wochen und Monaten ein großes Interesse daran, dass es niedrigschwellige, dezentrale Impfangebote für all diejenigen gibt, die heute noch nicht geimpft sind. Wir wollen gemeinsam dafür arbeiten, dass die Impfquote in Niedersachsen noch weiter steigt. Dafür schaffen wir mit den mobilen Teams in allen Landkreisen und kreisfreien Städten die Voraussetzungen“, so Behrens.

„Der entscheidende Faktor ist aber nicht die Struktur, in der geimpft wird, sondern die Impfbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger. Ich appelliere daher eindringlich an alle, die sich bisher nicht haben impfen lassen: Geben Sie sich einen Ruck und nehmen Sie eines der vielfältigen Impfangebote wahr! Sie schützen damit nicht nur sich, Ihre Freunde und Ihre Familie, Sie tragen auch dazu bei, dass wir als Gesellschaft gut und sicher durch den bevorstehenden Herbst und Winter kommen.“



Hintergrund

Chronik der stationären Impfzentren (IZ) in Niedersachsen

03.11.2020 Der Bund informiert die Länder erstmals, dass im Dezember Impfstoff der Firma BioNTech geliefert werden soll und wegen der Herausforderungen, die mit dem neuartigen Impfstoff verbunden sind, eine gesonderte Infrastruktur für die Impfung erforderlich sein würde.

11.11.2021 Bund und Länder einigen sich auf die Errichtung von Impfzentren bis zum 15.12.2021. Angekündigt werden für Niedersachen 500.000 Impfdosen im Dezember. Der Bund finanziert den Impfstoff und liefert ihn an Verteilzentren der Länder aus.

Die Länder finanzieren und organisieren die Lagerung, Distribution und Lieferung an die Impfzentren, beschaffen das notwendige Impfbesteck und die erforderliche Kochsalzlösung, organisieren die notwenige Zahl an Impfzentren und stellen Datenmanagement, Warenbestandskontrolle und Terminvergabe sowie die Impfdokumentation sicher.

02.12.2020 Mit der Feststellung eines außergewöhnlichen Ereignisses von landesweiter Tragweite gem. § 27a NKatSG durch das Land Niedersachsen wird die Rechtsgrundlage für die Errichtung und den Betrieb der Impfzentren in den Kreisen und kreisfreien Städten geschaffen.

15.12.2020 Im Auftrage des Landes sind durch die zuständigen Landkreise und kreisfreien Städte 50 Impfzentren errichtet worden und einsatzbereit.

18.12.2020 Erlass der ersten Corona-Impfverordnung des Bundes.

26.12.2020 Erste Lieferung von insgesamt nur 9.750 Impfdosen (statt 500.000) trifft in Niedersachsen ein.

27.12.2020 Start der Impfung in zwei Impfzentren (LK Cloppenburg und Osnabrück) mit Mobilen Impfteams (MIT) in Pflegeheimen.

06.01.2021 Beginn der Impfungen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Einrichtungen der Eingliederungshilfe mit MIT in allen 50 Impfzentren.

28.01.2021 Start der Terminvergabe für die Impfung in Priorität 1 (Ü-80-Jährige und ausgewählte Gesundheitsberufe, ca. 800.000 Bürgerinnen und Bürger) in den stationären Impfzentren.

01.02.2021 Beginn der Impfungen in den Impfzentren (Priorität 1: Ü 80-Jährige, Pflegeheime und ausgewählte Gesundheitsberufe).

15.03.2021 Ausweitung der Impfungen auf Personen aus Prioritätsgruppe 2 (Ü-70-Jährige, chronisch Erkrankte, Eingliederungshilfeeinrichtungen, weitere Berufsgruppen neben weiteren Gesundheits- und medizinischen Berufen, Beschäftigte in KiTas und Schulen, aber z.B. auch die Polizei, ca. 2,3 Mio. Bürgerinnen und Bürger).

07.04.2021 Start der Impfung durch die niedergelassenen Ärztinnen/Ärzte, vorbereitet mit Unterstützung durch die IZ im Rahmen einer vorgeschalteten Modellphase.

23.04/24.04./25.04.2021 Impfaktion für Angehörige der Prioritätsgruppe 2, (insbesondere Ü-70-Jährige) mit rund 115.000 Impfungen.

26.04.2021 Ausweitung der Impfungen auf Ü-60-Jährige (zunächst begrenzt auf den Impfstoff von AstraZeneca (Start der Impfungen in der Prioritätsgruppe 3).

03.05/04.05.2021 Impfaktion für Ü-60-Jährige mit rund 80.000 Impfungen.

31.05.2021 Vollständige Öffnung der Priorität 3 nach zwei Teilöffnungen am 10.05.2021 und am 17.05.2021 (Feuerwehr, weitere chronische Erkrankungen, zahlreiche Berufsgruppen und Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur, ca. 3 Mio. Bürgerinnen und Bürger).

07.06.2021 Aufhebung der Priorisierung in den Impfzentren und den Praxen, Impfangebote für alle (erhebliche Steigerung der gelieferten Impfstoffmengen) und parallel Start der Impfungen durch betriebsärztliche Dienste, vorbereitet mit Unterstützung der IZ im Rahmen einer vorgeschalteten Modellphase.

17./18.07.2021 Impfaktion für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit rund 57.000 Impfungen.

27.07.2021 Meilenstein von fünf Millionen verabreichten Impfungen in den IZen und durch mobile Teams erreicht.

30.09.2021 Schließung aller stationären Impfzentren und Umstellung auf mobile Impfteams, die an die örtlichen Gesundheitsämter angedockt werden.

Weitere Informationen zu dezentralen Impfangeboten in Ihrer Kommune finden Sie gesammelt unter www.impfen-schuetzen-testen.de . Die nächstgelegene Praxis, in der Covid-Schutzimpfungen durchgeführt werden, finden Sie unter www.arztauskunft-niedersachsen.de .

Die Liste mit der Zahl der MIT pro Gesundheitsamt und den Erlass des Gesundheitsministeriums zum Aufbau und Einsatz der Temas finden Sie im Anhang dieser Mitteilung.

Schmuckgrafik (zum Artikel: Pressemitteilungen) Bildrechte: LGLN

Downloadliste Mobile Impfteams (MIT)

 Erlass
(0,15 MB)

 Liste Einwohnerzahl
(0,42 MB)

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.09.2021

Ansprechpartner/in:
Oliver Grimm

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln