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„Impfschutz in Niedersachsen für den Winter sichern: Ungeimpfte und Ältere stehen im Fokus“

Rede der Niedersächsischen Sozialministerin Daniela Behrens


Aktuelle Stunde des Niedersächsischen Landtages am 09.11.2021, TOP 5

– Es gilt das gesprochene Wort –

„Die Corona-Infektionslage ist ernst und aktuell wieder äußerst angespannt. Der Herbst ist dynamisch. Das wussten wir. Umso wichtiger ist, dass wir uns auf drei wesentliche Themen konzentrieren:

  • Wir müssen vorsichtig miteinander in der Gesellschaft umgehen, uns an die AHA+L-Regeln und die Corona-Verordnung halten;
  • Wir müssen die Ungeimpften zur Impfung überzeugen und die Impfung unserer älteren Bürgerinnen und Bürger auffrischen;
  • Wir müssen die Bereiche, die besonders zu schützen sind, wie unsere Krankenhäuser, unsere Alten- und Pflegeheime sowie unsere Kitas und Schulen durch ein intensives Testkonzept schützen.

Die Lage ist angespannt – auch wenn wir im Bundesländervergleich eine überdurchschnittliche Impfquote in allen Altersgruppen und eine niedrige Inzidenz haben. Bisher ist landesweit keine Warnstufe unserer Corona-Ampel erreicht.

Unsere Krankenhäuser können derzeit alle Intensivpatienten gut betreuen. Bei den COVID-Patienten machen die Nicht-Geimpften die große Mehrheit mit 80 bis 85 Prozent aus. Aber wir registrieren ein zunehmendes Überspringen des Virus in die Gruppe der Geimpften. Bei den Impfdurchbrüchen sind nahezu ausschließlich Ältere betroffen. Die Belastung in den Krankenhäusern steigt.

Auf den kommenden Winter sind wir vorbereitet.

Neben der Steigerung der Impfquote von Ungeimpften – das ist und bleibt der beste Schutz –, gilt es auch Geimpfte durch Auffrischungen nach Ablauf von 6 Monaten besser zu schützen. Im Fokus stehen hier Personengruppen, die das höchste Risiko aufweisen, schwer oder sogar tödlich an COVID-19 zu erkranken, insbesondere ältere Menschen.

Am Beispiel von Israel wird deutlich, wie wichtig solche Booster-Impfungen sind. Wir müssen sie insbesondere in den Alten- und Pflegeheimen weiter konsequent vorantreiben.

Durch ein engmaschiges Netz von Tests sorgen wir hier außerdem dafür, dass die Wahrscheinlichkeit eines Eintrags von außen so weit wie möglich reduziert wird. In Niedersachsen weiten wir die Test-Pflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit der bevorstehenden Änderung der Corona-Verordnung auf tägliche Testungen aus. Damit schöpfen wir den derzeit bestehenden Rechtsrahmen vollständig aus.

Unsere Mobilen Impfteams, die wir an die kommunalen Gesundheitsämter angedockt haben, kommen gut voran. Und auch in den Praxen wird deutlich mehr geimpft. Insgesamt über 250.000 Auffrischungsimpfungen sind bereits in Niedersachsen zu verzeichnen. Diese Zahl steigt täglich sehr schnell, weil Praxen und Mobile Impfteams sich mit hohem Engagement an der Impfkampagne beteiligen.

Der Großteil der Alten- und Pflegeheime in Niedersachsen ist bereits erreicht. Und überall in den niedersächsischen Kommunen gibt es aufsuchende niedrigschwellige Impfangebote. Die Kommunen richten – auf Wunsch von mir – auch zunehmend stationäre Impfstationen ein. Den Einsatzauftrag der MIT erweitern wir. Und die Kassenärztliche Vereinigung habe ich gebeten, flächendeckend zusätzliche Impfsprechstunden im Winter anzubieten. Auch dazu laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Zusammen mit den über 4.000 Praxen in Niedersachsen, den Betriebsärzten wird also ein belastbares engmaschiges Netz an Impfmöglichkeiten über unser großes Flächenland gespannt.

Für die große Mehrheit der vollständig geimpften Niedersächsinnen und Niedersachsen stehen Booster-Impfungen in den nächsten Monaten erst noch an. Darauf sind wir vorbereitet.

Ich werbe sehr dafür, dass wir nicht den Hauptfokus in der Pandemiebekämpfung außer Acht lassen: Das ist und bleibt, die große Mehrheit unserer Bevölkerung zu impfen und bei den Älteren für Auffrischungsimpfungen zu sorgen. Rund 83 Prozent der Erwachsenen sind vollständig geimpft. Es müssen also noch einige erreicht werden. Vor allem die noch relativ hohe Anzahl von Ungeimpften in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre ist der wesentliche Grund für das derzeitig hohe Infektionsgeschehen. Wir müssen diese Impflücke schließen. Darum geht es!

Die Impflücke ist der Grund, warum weitere Schutzmaßnahmen unverzichtbar sind. Dazu gehören auch konsequente Zugangsbeschränkungen sowie Nachweis- und Kontrollpflichten. Damit das Infektionsgeschehen beherrschbar bleibt, werden wir in Niedersachsen vermehrt auf 2G setzen.

Nach wie vor bleibt die Einhaltung der AHA-Regeln zentral: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und im Alltag Maske tragen. Niedersachsen ist bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Auch der Kita und Schulbetrieb verläuft bisher sicher und geordnet.

Lassen Sie uns also weiter mit größer Sorgfalt durch Herbst und Winter gehen und die Impfkampagne mit höchster Priorität weiter vorantreiben. Vorsicht und Impfen weisen den Weg aus der Pandemie.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“


Presseinformationen

Artikel-Informationen

erstellt am:
09.11.2021

Ansprechpartner/in:
Oliver Grimm

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