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Gesundheitspreis 2020

Gesundheitsministerin Carola Reimann lobt kreative und innovative Einsendungen


Gerade in Zeiten der Pandemie ist es wichtig zu wissen, wie und wo man sich informieren kann, um einer Ansteckung vorzubeugen. Der Niedersächsische Gesundheitspreis in der Kategorie „Gesundheitskompetenz-mehr denn je gefragt“ geht daher in diesem Jahr an das Projekt „So mokt wi dat!“ vom Gesundheitsamt Rotenburg (Wümme), bei dem die Corona-Regeln in plattdeutscher Sprache kurz und übersichtlich präsentiert werden.

Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann lobt die gute Idee: „Das Angebot ist vorbildblich zugeschnitten auf die Region. Wichtige Informationen werden im wahrsten Sinne des Wortes plakativ übermittelt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Ausschreibung zum Gesundheitsdienst haben die Herausforderung durch die Pandemie mit ganz unterschiedlichen Ansätzen kreativ aufgegriffen.“

In der zweiten Preiskategorie geht es darum, wie man die psychosoziale Gesundheit in Zeiten von Distanz erhalten kann. Gerade Menschen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen hatten durch Besuchseinschränkungen mit Einsamkeit zu kämpfen. Die Gewinner vom AWO Bezirksverband Hannover /AWO Senioreneinrichtung Vahrenwald haben deshalb das Projekt „Kulturspritzen gegen Coronablues“ gestartet. Gartenkonzerte zum Mitsingen und Mitmusizieren lockern den Alltag der Seniorinnen und Senioren in der Einrichtung auf.

Ebenfalls ausgezeichnet mit dem Niedersächsischen Gesundheitspreis wird das Projekt „DICTUM Rescue“ in der dritten Preiskategorie eHealth – digitale Lösungen in herausfordernden Zeiten. „DICTUM Rescue“ vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen ist eine App, die die Verständigung zwischen Rettungssanitätern*innen und nicht deutsch - sprechenden Patientinnen und Patienten erleichtert.

Der Niedersächsische Gesundheitspreis (https://www.gesundheitspreis-niedersachsen.de/) wird jährlich vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und der Apothekerkammer Niedersachsen vergeben, in diesem Jahr zum zehnten Mal. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Bei der Preisverleihung erklärt Dr. Jörg Berling, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Laudator in der ersten Preiskategorie Gesundheitskompetenz: „Das Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg Wümme hat mit dem Projekt „So mokt wi dat“ viele Bürgerinnen und Bürger für die Corona-Verhaltensregeln und Hygienemaßnahmen sensibilisiert. Es entstand eine plattdeutsche Plakatversion mit einem hohen Verbreitungsgrad in der Region. Die gewählte Darstellung der allgemeingültigen Corona-Regeln traf auf eine hohe Akzeptanz und sensibilisierte die Bürgerinnen und Bürger auf vorbildhafter Weise.“

Angesichts der Covid19-Pandemie findet die Preisverleihung (Youtube—Livestream https://www.youtube.com/watch?v=W3U95phGgbY&feature=youtu.be ) virtuell statt. Der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Stefan Muhle, betont: „Digitalisierung leistet schon heute in Niedersachsen einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung von Versorgungsprozessen im Gesundheitswesen. Darum prämieren wir heute mit der App „DICTUM-Rescue“ ein innovatives, praxisnahes Produkt aus Niedersachsen. Die App bietet eine praktische Unterstützung für Rettungskräfte in Notfallsituationen und ist erfolgreich im Einsatz.“

Jan Seeger, Mitglied des Vorstandes der AOK – Die Gesundheitskasse für Niedersachsen, erklärt: „Digitale Lösungen sind die entscheidenden Treiber eines zukunftsfähigen, vernetzten Gesundheitssystems – nicht erst in der Corona-Pandemie wurde dies deutlich. Doch die letzten Monate haben besonders gezeigt, wie digitale Anwendungen Brücken bauen und medizinische Versorgung sichern. In medizinischen Notfallsituationen können nun auch Sprachbarrieren überwunden werden. Das Projekt „DICTUM Rescue“ zeigt beispielhaft, wie mit einer App die Verständigung in Notfällen erleichtert werden kann.“

Aus Sicht der Apothekerkammer Niedersachsen unterstreicht die Präsidentin Cathrin Burs in ihrer Laudatio: „Der Niedersächsische Gesundheitspreis prämiert in diesem Jahr innovative Projekte, die vor allem ältere Menschen und Risikogruppen im Fokus haben. Diese sind mehr als andere durch die psychischen und sozialen Folgen von Isolation und Einsamkeit der Covid-19-Pandemie belastet. Die Corona-Krise ist eine Herausforderung für die Gesellschaft und erfordert besondere Maßnahmen, um die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen zu stärken. Dabei spielt Musik und Kreativität eine wichtige Rolle. Die Preisträger konnten in allen Kategorien mit beeindruckenden Ideen überzeugen.“

Moderiert wird die virtuelle Preisverleihung von Thomas Altgeld, dem Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.


Hintergrundinformationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern

Preiskategorie „Gesundheitskompetenz – mehr denn je gefragt!“
Projekttitel: So mokt wi dat!
Ausgezeichnet Gesundheitsamt Landkreis Rotenburg (Wümme)

Kooperationspartner: Heimatverein Scheeßel, TSM Concept

Um die Bürgerinnen und Bürger in der Region für die Corona-Verhaltensregeln zu sensibilisieren, wurde in Zusammenarbeit mit einer regional ansässigen Marketingagentur und dem Heimatverein Scheeßel eine plattdeutsche Plakatversion mit dem Titel „So mokt wi dat“ erstellt

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter: https://www.lk-row.de/portal/pressemitteilungen/so-mokt-wi-dat--900001534-23700.html

Preiskategorie: Die psychosoziale Gesundheit in Zeiten von Distanz erhalten
Projekttitel: „Kulturspritzen gegen Coronablues“.
Ausgezeichnet: AWO Bezirksverband Hannover/AWO Senioreneinrichtung Vahrenwald

Besuchsverbote und andere Vorschriften zum Schutz vor der Pandemie haben zu Einschränkungen im Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner in der AWO Senioreneinrichtung geführt. Es traten Einsamkeitsgefühle und depressive Verstimmungen auf. Um hier gegenzusteuern, wurde der Garten der Einrichtung in eine Kulturbühne umfunktioniert.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter: https://awo-bv-hannover.de/index.php?id=45&tx_news_pi1%5Bnews%5D=494&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=c75065b6dc65c14a22e42492e51601d0

Preiskategorie 3 eHealth – digitale Lösungen in herausfordernden Zeiten
Projekttitel: DICTUM Rescue
Ausgezeichnet: Institut für Allgemeinmedizin Universitätsmedizin Göttingen
Kooperationspartner: Gemeinsames Projekt von Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, aidminutes GmbH, Malteser Hilfsdienst, Berufsfeuerwehr Braunschweig, Rettungsdienst des Landkreises Helmstedt

Sprachbarrieren in Notfallsituationen sind für alle Beteiligten gefährlich. Mit dieser App können Patientinnen und Patienten in 18 Sprachen bzw. Dialekten Fragen gestellt oder Informationen vermittelt werden. Zusätzlich können Dritte, darunter auch Kinder, angesprochen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.dictum.med.uni-goettingen.de/

30.11.2020

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Oliver Grimm

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