Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Niedersachsen
Bund und Länder haben sich 2020 auf den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst geeinigt, um den Aufbau von Personal, den Ausbau der Digitalisierung sowie die grundlegende Modernisierung von Strukturen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) sicherzustellen. Ein wichtiges Ziel des Pakts ist der Aufbau von Personal auf allen Ebenen. Bis 2026 sollen in Deutschland insgesamt 5000 neue Stellen geschaffen und besetzt werden. Davon entfallen auf Niedersachsen mindestens 480 neue Stellen. Dieses Ziel ist bereits zum 31.12.2025 mit 505 besetzten Stellen erreicht worden. Die vorliegenden Zahlen zeigen den Wandel, den der Öffentliche Gesundheitsdienst in Deutschland und Niedersachsen durchläuft.
Allein zur Stärkung der Digitalisierung im Bereich des ÖGD stellte der Bund deutschlandweit 800 Mio. Euro bereit. Die Verteilung der Mittel erfolgte u.a. über drei Förderaufrufe, über die das Land Niedersachsen sowie die niedersächsischen Kommunen die Fördermittel beantragt haben.
Allein zur Stärkung der Digitalisierung im Bereich des ÖGD stellte der Bund deutschlandweit 800 Mio. Euro bereit. Die Verteilung der Mittel erfolgte u.a. über drei Förderaufrufe, über die das Land Niedersachsen sowie die niedersächsischen Kommunen die Fördermittel beantragt haben.
Insgesamt wurden zehn Landesmaßnahmen durch das MS und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) beantragt und bewilligt. Hinzu kommen fast 60 Modellprojekte in den niedersächsischen Kommunen. Die meisten Projekte konnten zum 31.03.2026 erfolgreich abgeschlossen werden.
Das Land Niedersachsen hat in diesem Zusammenhang u.a. einen Orientierungsrahmen zur Erstellung von Schulungsinhalten zur Weiterbildung der digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden in niedersächsischen Gesundheitsämtern entwickelt. Der Orientierungsrahmen soll beispielhaft vermitteln, welche Schulungen durchgeführt werden, welche Institutionen entsprechende Schulungen anbieten und welche Mitarbeitenden wie gefördert werden können.
Das NLGA stellt seit dem 01.10.2024 zwei Tools als Landesmaßnahmen zur Verfügung, um vielen Menschen zeitgleich Antworten zu ihren individuellen Fragestellungen zu liefern.
Entwickelt wurde ein KI-gestützter Chat- und Voicebot, der auf Basis eines Sprachmodells Antworten formuliert und in der Lage ist, Gespräche zu führen mit einem dazugehörigen Redaktionssystem. Mit diesem KI-gestützten Chatbot ist Niedersachsen digitaler Vorreiter. So kann insbesondere im Krisenfall ein hohes Aufkommen an Fragen schnell, effektiv und einheitlich auf der Grundlage gesicherter Informationen beantwortet werden.
Zudem wurde eine Dashboard-Lösung entwickelt, auf der mit einem hohen Detailgrad Gesundheitsdaten eingesehen werden können. Mit Hilfe der Dashboards kann man schnell und übersichtlich Informationen zum aktuellen Infektionsgeschehen erhalten (lokal und niedersachsenweit).
Sowohl der Chatbot als auch die Dashboards können und sollen auch von den örtlichen Gesundheitsämtern in Niedersachsen genutzt werden und diese bei der Kommunikation unterstützen.
Auch im ÖGD sind digitale Lösungen ein wichtiger Baustein für eine effiziente und bürgernahe Verwaltung. Das Land Niedersachsen hat für den Bereich des ÖGD vier Onlinedienste - im Rahmen der Trinkwasserverordnung, für Todesfallleistungen und im Infektionsschutz - entwickelt und stellt diese nach dem „Ein-Land-Für-Alle“-Prinzip für alle Bundesländer zur Verfügung. Besonders erfolgreich ist dabei unser Onlinedienst zur Infektionsschutzbelehrung, der im Jahr 2022 an den Start gegangen ist. Alle Beschäftigten im Lebensmittelbereich mussten bisher vor Ort in den Gesundheitsämtern belehrt werden. Mit dem Onlinedienst „Infektionsschutzbelehrung“ ist nun nicht nur der Antrag online möglich; vielmehr können Beschäftigte die komplette Belehrung voll digital sowie zeitlich und örtlich unabhängig absolvieren. Mit mittlerweile fast 200 angeschlossenen Landkreisen in 10 Bundesländern und über 70.000 Anträgen jährlich ist dieser Onlinedienst ein echtes Erfolgsmodell.

