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Corona-Antikörperforschung - Gesundheitsministerin besucht Biotechnologieunternehmen YUMAB

Dr. Carola Reimann: „Die Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen, wie Forschung in Niedersachsen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise leistet.“


Die YUMAB GmbH betreibt Antikörperforschung und hat dem neuartigen SARS-CoV-2 den Kampf angesagt. Heute machte sich Niedersachsens Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann ein Bild über die Arbeit des Unternehmens, und erklärte: “Ohne einen Impfstoff oder ein Medikament können wir derzeit als einzig wirksames Mittel im Kampf gegen das Corona-Virus nur die sozialen Kontakte einschränken, und Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Wollen wir die Maßnahmen weiter lockern und wieder in ein normales Leben zurückkommen, brauchen wir auch eine Therapie. Die Ergebnisse, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der YUMAB hier in Braunschweig in so kurzer Zeit erzielt haben, sind sehr vielversprechend und machen Hoffnung.“

Seit dem 27. Januar 2020 ist das SARS-CoV-2 auch in Deutschland angekommen. Die Zahl der Infizierten wächst und damit leider auch die Zahl der Erkrankten und der Todesopfer. Es existiert noch kein Impfstoff und kein wirksames Therapeutikum gegen das Virus und die ganze Welt forscht mit Hochdruck daran. So auch das Biotechnologieunternehmen YUMAB aus Braunschweig, das Antikörper als Wirkstoff für die Medikamentenentwicklung seit mehr als sieben Jahren sehr erfolgreich für Biotech- und Pharmakunden weltweit generiert und optimiert. Mit ihrer komplexen und ausgefeilten Phagen-Display-Technologie und einer Antikörperbibliothek mit 100 Milliarden (1011) verschiedenen menschlichen Antikörpern, konnte das Unternehmen in weniger als vier Wochen bereits Antiköper identifizieren, die potentiell als Wirkstoff gegen das Virus eingesetzt werden könnten. Erste Tests haben gezeigt, dass sich diese Antikörper an ein Oberflächenprotein des Virus binden und so verhindern können, dass es Wirtszellen befällt. Die YUMAB mit ihren 24 Mitarbeitern ist inzwischen in den Schichtbetrieb übergegangen, um ihre Forschung kontinuierlich voranzutreiben.

„Ziel war, unsere Mitarbeitenden zu schützen und trotz alledem den Betrieb am Laufen zu halten, denn unsere Forschung um einen neuen Wirkstoff gegen SARS-CoV-2 hat das Potential, tausende Menschenleben zu retten,“ sagt Dr. Thomas Schirrmann, Geschäftsführer der YUMAB GmbH. „Trotzdem ist eine besondere Belastung für jeden spürbar, aber unser Team ist hochmotiviert und gibt sein Bestes, um alle Projekte auch in dieser Krisenzeit voranzubringen.“

Die Ministerin informierte sich bei ihrem Besuch und im fachlichen Austausch über den aktuellen Stand der Entwicklung der Wirkstoffkandidaten und das geplante weitere Vorgehen bis zum fertigen Therapeutikum. „Die Medikamentenentwicklung beherbergt einen komplexen Prozess, der normalerweise eine Dekade dauert und die Expertise von mehreren Partnern erfordert“ bemerkt Schirrmann, “Dieser muss in der jetzigen Situation im Schnellverfahren durchgeführt werden. Das stellt uns vor neue und enorme Herausforderungen – auch behördlicher und finanzieller Art.“

Dr. Carola Reimann zeigte sich vom Forschungsstand des Unternehmens beeindruckt: „Wenn ich sehe, dass bereits mehrere Antikörperkandidaten mit dem Potential das Virus an der Ausbreitung in der Lunge zu hindern identifiziert wurden und mit welchem Hochdruck die Tests weiter vorangetrieben werden, können wir vielleicht schon im Herbst mit ersten erfolgreichen klinischen Studien rechnen. Das sind wirklich gute Neuigkeiten, die zeigen, wie Forschung in Niedersachsen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise leistet.“

Schmuckgrafik (zum Artikel: Pressemitteilungen) Bildrechte: LGLN

Artikel-Informationen

erstellt am:
22.04.2020

Ansprechpartner/in:
Stefanie Geisler

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