Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Studierende und ältere Menschen unter einem Dach - Neues Projekt „Wohnen für Hilfe-plusHilfe“ zum Semesterstart

Sozialministerin Cornelia Rundt: „Diese Wohnformen bereichern unsere Gesellschaft! Ein engmaschiges Beratungsnetz trägt zum Gelingen der Wohnpartnerschaften zwischen Alt und Jung bei!“


Mit Beginn des Wintersemesters startet in Braunschweig das innovative Wohnprojekt „Wohnen für Hilfeplus", das sich an Seniorinnen und Senioren sowie Studierende gleichermaßen richtet. Ältere Menschen nehmen in ihre Wohnungen oder Häuser Studentinnen bzw. Studenten auf, die ihre Mietzahlungen ganz oder zum Teil durch Hilfeleistungen im Alltag der älteren Menschen ersetzen können. Doch im Vergleich zu ähnlichen Projekten setzt „Wohnen für Hilfeplus" unter Federführung des Studentenwerks OstNiedersachsen auf die engmaschige Begleitung der Wohnpartnerschaften durch die Kooperationspartner im Raum Braunschweig Ambulante Betreuung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen e.V. (ambet), Seniorpartner in School e.V. (SiS) sowie das Seniorenbüro der Stadt Braunschweig.

„Gemeinsam statt alleine - unter dieses Motto könnte man dieses gesellschaftlich wertvolle und bereichernde Projekt im Sinne des Generationendialogs stellen", begrüßt Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt den Projektstart, „und zwar in mehrerlei Hinsicht: Seniorinnen und Senioren können länger in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung bleiben, gleichzeitig wird Studentinnen und Studenten geholfen, die eine bezahlbare Unterkunft suchen. Gemeinsam aber auch deshalb, weil es neuartige Strukturen gibt: Zum guten Gelingen tragen die gut vernetzten und fachkundigen Kooperationspartner im Raum Braunschweig bei. Sie helfen bei der Gründung passgenauer generationenübergreifender Wohnpartnerschaften und bieten ihnen jederzeit ein engmaschiges Netz von Unterstützung. Damit macht Braunschweig einen neuen und wichtigen Schritt", so Rundt.

„Wohnen für Hilfeplus" verknüpft unterschiedliche Bedürfnisse wie Wohnen, Kontakt zu anderen Generationen sowie soziales Miteinander. Welche Hilfen wann und wie konkret erwünscht und geleistet werden, wird individuell abgesprochen. Um Pflegeleistungen geht es aber ausdrücklich nicht.

Die Zimmersuche sei für junge Menschen, die zum Studieren nach Braunschweig kommen, eine große Hürde, das Studentenwerk OstNiedersachsen oft ihre erste Anlaufstelle, erläutert Geschäftsführer Sönke Nimz. „Aus jahrelanger Erfahrung wissen wir, welche Fragen die Studierenden beschäftigen, welche Bedürfnisse und Erwartungen sie haben. Mit dem Projekt können wir nun eine ganz besondere Wohnform anbieten. Damit kommen wir nicht nur dem Wunsch vieler Studierender nach günstigem Wohnraum nach, sondern auch nach persönlichem Kontakt und sozialem Engagement."

Mit dem Projekt „Wohnen für Hilfeplus" könnten die Lebenssituationen sowohl für ältere Menschen als auch für Studierende einfacher werden, ergänzt der Geschäftsführer von ambet in Braunschweig, Hans Golmann, außerdem würden die Quartiere gestärkt: „Möglich macht dies die ausgeprägt gute Netzwerkarbeit in Braunschweig in der Altenhilfe. Als Anbieter verschiedener sozialpflegerischer Hilfen hat ambet einen vertrauensvollen Zugang zu vielen älteren Menschen. Wir beteiligen uns gerne an dem Projekt, indem wir Partnerinnen und Partner zu den Themen Alter und Umgang mit älteren Menschen qualifizieren, um kontinuierliche und nachhaltige Wohnpartnerschaften und das Hilfsangebot insgesamt zu fördern."

Auch die engagierten Seniorinnen und Senioren von SiS werden den Wohnpartnerinnen und -partnern auf ihrem gemeinsamen Weg Hilfestellungen geben. „Eine intensive Begleitung durch uns ist bei möglichen Unstimmigkeiten oder Konflikten zwischen den Generationen hilfreich", so die 2. Vorsitzende des Vereins, Jutta Kraft. „Probleme werden so frühzeitig angesprochen und behoben. Den Wohnanbieterinnen und Wohnanbietern gibt die ähnliche Altersstruktur der Mediatorinnen und Mediatoren Sicherheit. Ihre Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Tätigkeit kommen aber auch den Studierenden zugute."

„Das Seniorenbüro der Stadt Braunschweig hat sich gerne in die Projektarbeit eingebracht und mit den Partnern bereits im Vorfeld versucht, potenzielle Hürden abzubauen", unterstreicht Dr. Andrea Hanke, Sozialdezernentin der Stadt Braunschweig. „Dies macht noch einmal einen besonderen Reiz aus, sich auf das Projekt einzulassen und zum Teil mit ganz neuen Partnern, die nicht der klassischen Altenarbeit zuzurechnen sind, neue Ansätze von Wohnformen im Alter zu befördern. Das deckt sich auch mit den Zielen und Maßnahmen der Braunschweiger Altenhilfeplanung." Das Projekt „Wohnen für Hilfeplus" könne eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein - für ältere wie junge Menschen. Der Kontakt zwischen den Generationen fördere ein gemeinsames Verständnis, der soziale Aspekt sei nicht zu unterschätzen.

„Dieses Konzept überzeugt! Das ausgewogene Geben und Nehmen, das generationenübergreifende Miteinander sowie Unterstützung von mehreren Seiten ist es, worauf eine gut funktionierende Gesellschaft basiert. Wenn jede und jeder hilft, ist allen geholfen", unterstreicht Sozialministerin Rundt.

Das Niedersächsische Sozialministerium unterstützt das innovative Projekt „Wohnen für Hilfeplus" dieses und nächstes Jahr mit insgesamt 43.000 Euro.

Interessierte Seniorinnen und Senioren sowie Studentinnen und Studenten erhalten Informationen bei Ellen Schwitzer, Abteilungsleiterin Wohnen beim Studentenwerk OstNiedersachsen, Tel. (0531) 391 - 48 20, Mail: wohnenfuerhilfe@stw-on.de.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

06.10.2017

Ansprechpartner/in:
Naila Eid

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