Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Psychiatrie in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen hat zwei Grundlagen, um die gemeindepsychiatrischen Versorgungsstrukturen mit auszugestalten: Dies sind zum einen die Empfehlungen der Expertenkommission der Bundesregierung zur Reform der Versorgung in der Psychiatrie und Psychotherapie/Psychosomatik. Zum anderen sind dies die "Empfehlungen zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Niedersachsen" der Fachkommission Psychiatrie. Fachliche Unterstützung und Beratung erhält das Land dabei von den unabhängigen Experten des Landesfachbeirates Psychiatrie.

Gemeindenahe Behandlungsmöglichkeiten nach dem Grundsatz "so viel ambulant wie möglich, so wenig stationär wie nötig" sind ein wichtiger Maßstab in der psychiatrischen Versorgung. Alle Hilfeanbieter vor Ort wirken in sozialpsychiatrischen Verbünden kooperativ zusammen. Damit sollen Ressourcen sinnvoll genutzt und in einem regionalen Versorgungsnetz aufeinander abgestimmt werden.

Eine besondere Rolle fällt dabei den Sozialpsychiatrischen Diensten der Landkreise und kreisfreien Städte zu. Diese sollen als erste Anlaufstelle die Beratung über die Behandlungsmöglichkeiten innerhalb der jeweiligen Region übernehmen.

Neben den fachärztlichen Praxen haben die Institutsambulanzen durch ihre ambulanten Behandlungsangebote und ihre Anbindung an stationäre Einrichtungen eine wichtige Brückenfunktion. Ihr Angebot dient dazu, stationäre oder teilstationäre Behandlungszeiten zu verkürzen und die Notwendigkeit von Wiederaufnahmen zu verringern.

Einen weiteren Baustein im Bereich der gemeindenahen Versorgung bilden zudem die Tageskliniken. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung zu vollstationären Einrichtungen in den jeweiligen Regionen.

Der Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung wacht als unabhängiges, nicht weisungsgebundenes Gremium darüber, dass Menschen, die infolge einer psychischen Störung krank oder behindert sind, nach den Grundsätzen des Niedersächsischen Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke (NPsychKG) unterstützt, betreut und behandelt werden. Zudem setzt sich das Gremium für deren Belange öffentlich ein. Sechs regionale Besuchkommissionen haben das Recht, auch unangemeldet sämtliche psychiatrischen Einrichtungen in Niedersachsen aufzusuchen. Sie können auch in Patientenvorgänge Einsicht nehmen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln