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Dialog zur Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft gestartet

50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Osnabrücker Land beim großen Regionalgespräch zur Krankenhausversorgung


Am Anfang des ersten großen Regionalgesprächs für das Osnabrücker Land stand heute die Analyse der Krankenhauslandschaft: Mit 17 Krankenhäusern und 3.527 Planbetten ist die Krankenhausdichte im Osnabrücker Land sehr hoch. Das Niedersächsische Sozialministerium geht bereits jetzt - gemessen am Landesdurchschnitt - von einer Betten-Überkapazität aus (allerdings versorgen Krankenhäuser aus dem Osnabrücker Land auch relativ viele Patientinnen und Patienten aus Nordrhein-Westfalen). Zudem wird eine zurückgehende Bevölkerungszahl und eine kürzere Verweilzeit der Patientinnen und Patienten in Kliniken prognostiziert. Außerdem gibt es Doppelstrukturen, relativ dicht beieinander liegende Kliniken unterbreiten also identische Angebote. Einige Kliniken vermelden wirtschaftliche Probleme. Auch wenn die Zahlen noch diskutiert werden - die 50 mit der Krankenhausversorgung befassten Akteure aus dem Osnabrücker Land signalisierten heute in Hannover ihre Bereitschaft, in einen Dialog zur Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft einzutreten.

Zum ersten großen Regionalgespräch für das Osnabrücker Land hatte das Niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium die folgenden Beteiligten ins Hannoveraner Leineschloss eingeladen: alle Krankenhausbetreiber und deren Mitarbeitervertreterinnen und -vertreter aus dem Osnabrücker Land, den Landrat des Landkreises Osnabrück, Dr. Michael Lübbersmann, Thomas Fillep für die Stadt Osnabrück, den Landesbeauftragten Weser-Ems, Franz-Josef Sickelmann, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Krankenhausstandorte, einen Vertreter des Krankenhausplanungsausschusses, Landtagsabgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter der GKV, NKG, KVN und der Ärztekammer Niedersachsen. Zum Auftakt des Prozesses sollen ausdrücklich alle Beteiligten und Betroffenen in die Diskussion eingebunden werden. Angelika Simon von der Mitarbeitervertretung Klinikum Osnabrück sagte: „Die Personaldecke in den Krankenhäusern ist so weit runtergefahren, dass es für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sehr große Belastung ist. Wir dürfen bei diesem Prozess die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht außer Acht lassen.“ Staatssekretär Jörg Röhmann, der das Gespräch moderierte, bekräftigte, dass die aktuelle Konkurrenz um den Erhalt von Krankenhausstandorten auf keinen Fall auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürfe. Röhmann: „Es muss jetzt vielmehr darum gehen, durch eine gemeinsam abgestimmte Reform die Krankenhausstruktur im Osnabrücker Land zukunftsfest zu machen - das ist im Interesse der Patientinnen und Patienten ebenso wie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Auch eine Aufhebung der strikten Trennung von ambulanter, stationärer und pflegerischer Versorgung müsse erreicht werden. Röhmann begrüßte die Bereitschaft aller Beteiligten, in Regionalgesprächen nach einer Lösung zu suchen.

„Viele Häuser - besonders kleine Häuser - werden große Probleme bekommen“, sagte Helmut Fricke von der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft: „Wir sind heute zusammengekommen, um darüber zu reden, wie es weitergehen kann. Und wir werden dabei in Zukunft auch über einzelne Standorte reden müssen.“ Landrat Dr. Michael Lübbersmann sprach sich dafür aus, auch den Kliniken auf dem Land eine Chance zu geben. Die Wege zu Kliniken dürften angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung nicht immer länger werden. Lübbersmann: „Wir müssen gemeinsam schauen, wie die medizinische Versorgung in der Region künftig verteilt werden soll.“ Auch Kliniken im ländlichen Raum könnten sich durchaus spezialisieren.

Zu den einzelnen Arbeitsfeldern, die für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Krankenhausstruktur von Bedeutung sind, sind heute Arbeitsaufträge an die Beteiligten erteilt worden. Weitere Gespräche werden folgen. Ziel der Landesregierung ist laut Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt die Sicherstellung einer wohnortnahen, qualitativ hochwertigen und zukunftsfesten medizinischen Versorgung zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Mit Blick auf die Regionalgespräche sagt Rundt: Regionale Lösungen müssen auch regional entwickelt werden.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

25.02.2014

Ansprechpartner/in:
Uwe Hildebrandt

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