Interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung | Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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Interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung

Über 17 Prozent der Menschen in Niedersachsen haben eine eigene oder familiäre Zuwanderungsbiographie. Ihr Anteil an der Bevölkerung steigt an. Mit der interkulturellen Öffnung der Landesverwaltung geht die Landesregierung auf diesen demographischen Prozess ein. So ist durch Sensibilisierung für kulturelle Unterschiede der alltägliche Umgang zwischen Beschäftigten in den zahlreichen Stellen des Landes und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu erleichtern, z.B. indem kulturell bedingte Missverständnisse als solche erkannt und ausgeräumt werden. Gleichzeitig fördert die interkulturelle Öffnung die gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen und Migranten. Sie sind auch aufgerufen, die Landesverwaltung als attraktives Berufsfeld zu entdecken.

Die Landesregierung erkennt die gesellschaftliche Vielfalt und die sich hieraus ergebenden Potentiale an. Mit Unterzeichnung der Charta der Vielfalt hat sich das Land verpflichtet, ein Arbeitsklima zu pflegen, das von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Ziele sind insbesondere:

  • die vermehrte Einstellung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
  • die Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Beschäftigten
  • eine Verbesserung der Kommunikationskompetenz aller Beschäftigten in Aufgabenbereichen mit vielen Bürgerkontakten
  • die Ausrichtung des Personalmanagements auf eine stärkere Berücksichtigung von vorhandenen Potenzialen und Qualifikationen von Beschäftigten mit Zuwanderungsgeschichte, wie beispielsweise Mehrsprachigkeit oder Kenntnisse von besonderen kulturellen Hintergründen.

Die zentrale gesellschaftspolitische Bedeutung der interkulturellen Öffnung liegt für die Landesregierung

  • in dem chancengleichen Zugang von Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte zu Arbeitsplätzen des öffentlichen Dienstes als wichtigen Schritt zu ihrer gleichberechtigten Teilhabe sowie
  • in der Sicherung des Fachkräftebedarfs vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und den damit verbundenen Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung.

Hierzu werden Fortbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt, Ausbildungsinhalte weiterentwickelt und Konzepte, durch die vermehrt Personal mit Zuwanderungsgeschichte gewonnen werden soll, umgesetzt. Wesentliche Schritte der Personalentwicklung zur interkulturellen Öffnung der Landesverwaltung wurden 2016 in einer Vereinbarung der Landesregierung mit den Spitzenorganisationen der Gewerkschaften und Berufsverbände verbindlich geregelt.

Um den Fortschritt dieser Bemühungen messen zu können, wurde eine Befragung aller Landesbediensteten in 2011/12 durchgeführt. Festgestellt wurde ein Anteil von rund 8,1 % der Beschäftigten mit Zuwanderungsgeschichte an allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihr Anteil lag damit noch deutlich unter dem Gesamtanteil an der Bevölkerung. Das Befragungsergebnis macht deutlich, dass die interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung weiterhin ein aktuelles Anliegen bleibt. Die Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil der Bediensteten mit Zuwanderungsgeschichte deutlich zu erhöhen und setzt die aktive Förderung der interkulturellen Öffnung fort.

Der Leitfaden „Vielfalt - unsere Zukunft " zeigt auf, wie die interkulturelle Öffnung eingeleitet und umgesetzt werden kann. Er informiert über die Zielsetzungen, die Anforderungen und die einzelne Schritte dieses Prozesses. Für die Einrichtungen des Landes - wie auch für andere Stellen der öffentlichen Verwaltung und weitere Interessierte - bietet die Broschüre Anregungen und Hilfestellung.



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