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Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten Akteurinnen und Akteure den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen. Definition (angelehnt an die des Europarats 1998)

Das Englische unterscheidet sprachlich zwischen dem biologischen Geschlecht "sex" und dem sozialen Geschlecht "gender". Mit Gender sind die Geschlechterrollen gemeint, d. h. die gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sind bzw. sein sollten. Geschlechterrollen können sich im Lauf der Zeit ändern und innerhalb und zwischen den Kulturen unterschiedlich sein.

Da sich Lebensverlauf, Chancen und Perspektiven auch heute noch häufig nach dem Geschlecht entscheiden, werden in Politik und in der Verwaltung gezielte Strategien und Methoden gebraucht, um die im Grundgesetz vorgeschriebene Gleichberechtigung und Chancengleichheit auch tatsächlich zu erreichen. Demokratie braucht Partizipation – Gender Mainstreaming schafft sie für Männer und Frauen gleichermaßen.

Das Land Niedersachsen hat sich in seiner Geschäftsordnung zu Gender Mainstreaming verpflichtet und verfolgt Gleichstellung als durchgängiges Leitprinzip. Vorbild war die Europäische Kommission, die seit 1996 verbindlich zu einer Politik des Gender Mainstreaming übergegangen ist. Gender Mainstreaming lenkt bei allen Vorhaben die Aufmerksamkeit systematisch auf deren Auswirkungen auf Frauen und Männer, z. B. hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist notwendig, weil auch scheinbar neutrale, "rein fachliche" Themen spezifische Folgen haben. Die Unterschiede zu erkennen und zwischen spezifischen Belangen zu differenzieren ist mühsam und erfordert oft, die Dinge ganz neu sehen zu lernen. Doch die Mühe lohnt, denn Gender geprüfte Entscheidungen sind - gerade auch bei politischen und administrativen Entscheidungen - besser und helfen zu sparen. Die rechtzeitige Folgenabschätzung eröffnet die Chance, ein Vorhaben wenn nötig zu verändern oder zu stoppen. Fehler, Reparaturbedarfe und deren Folgekosten werden vermieden. Die Umsetzung der Gleichstellung liegt durch Gender Mainstreaming in der Verantwortung aller, die die fachliche oder politische Verantwortung tragen.


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