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Welt-HPV-Tag: Niedersachsen ruft zur HPV-Impfung für 9- bis 14-Jährige auf

Anlässlich des morgigen Welt-HPV-Tages rufen das Niedersächsische Gesundheitsministerium und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt zur Impfung für 9- bis 14-Jährige gegen Humane Papillomviren (HPV) auf. HP-Viren gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und stellen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar: Nach den Daten des Krebsregisters am Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 7.000 Frauen und ca. 3.000 Männer an HPV-bedingten Karzinomen. Eine ebenso hohe wie vermeidbare Zahl an Krebserkrankungen, denn die Impfung bietet einen effektiven Schutz.

Trotzdem sind die Impfquoten bei den 15-Jährigen noch deutlich steigerungsfähig. In Niedersachsen waren im Jahr 2024 41 Prozent der Mädchen und 60 Prozent der Jungen nicht gegen HPV geimpft.

Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung Dr. Christine Arbogast:Früh impfen schützt vor Krebs. Die HPV-Impfung ist eine wichtige Präventionsmaßnahme gegen Krebs. Und eine der einfachsten: Zwei kleine Pikse genügen. Im Zeitraum von 9 bis 14 Jahren sollten sich Mädchen und Jungen im Abstand von mindestens fünf Monaten zweimal gegen HPV-Infektionen impfen lassen. Versäumte Impfungen sollten möglichst bald und noch vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. In diesen Fällen ist die Impfung auch kostenlos.

Eine Schwierigkeit bei der flächendeckenden Verbreitung der HPV-Impfung ist, dass Kinder und Jugendliche in der relevanten Altersgruppe häufig keine regelmäßigen Arztkontakte haben, bei denen der Schutz vor HPV-Infektionen thematisiert werden könnte. Deshalb haben wir ein Konzept entwickelt, um sowohl Eltern als auch Kinder und Jugendliche auf die Schutzmöglichkeiten durch eine HPV-Impfung hinzuweisen. Mit unseren Partnerinnen und Partnern, beispielsweise den Krankenkassen, Verbänden, Ärztinnen und Ärzten sowie Apotheken, sensibilisieren wir für das Thema, um den Abbau von Impfhindernissen zu fördern.“

Dr. Fabian Feil, Präsident des Landesgesundheitsamtes (NLGA)

„HPV ist nicht nur ein Thema der Frauengesundheit, leider wird es aber noch immer häufig als solches gesehen, was die höheren Impfquoten unter Mädchen zeigen. Männer können zum einen HPV übertragen und haben selbst ein deutlich höheres Risiko, an Anal- oder Peniskrebs zu erkranken. Neben Krebs können HP-Viren auch Feigwarzen verursachen, die ebenfalls die Lebensqualität der Betroffenen beeinflusst. Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass die HPV-Impfung genauso im Bewusstsein der Bevölkerung verankert ist wie andere Impfungen, beispielsweise gegen die Kinderlähmung oder Masern. Erkrankungen in Zusammenhang mit HPV sind vermeidbar, weshalb ich nachdrücklich zur Impfung aufrufe.“

Hintergrund:

Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV. Anhand ihrer Fähigkeit, Krebserkrankungen auszulösen, werden HPV in sogenannte Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen unterteilt. Rund zehn Prozent der HPV-Infektionen bleiben bestehen und können, wenn sie den Hochrisikotypen (v.a. HPV 16 und 18) angehören, im Laufe der Zeit Krebsvorstufen oder auch Krebserkrankungen hervorrufen. Bei Frauen dominiert der Gebärmutterhalskrebs als Konsequenz einer HPV-Infektion, der nahezu zu 100 Prozent durch HPV verursacht wird.

Eine Impfung gegen HPV ist besonders effektiv, wenn sie im Alter von 9 bis 14 Jahren stattgefunden hat. Mit den heute üblicherweise verwendeten HPV-Impfstoffen können etwa 95% der HPV-bedingten Krebserkrankungen verhindert werden. Die Impfung gilt als sicher und wird in der Regel gut vertragen. Lokalreaktionen an der Einstichstelle und Schwindel können aber nach der Impfung auftreten. Eltern und ihre Kinder können sich bei Haus- und Kinderärztinnen und -ärzten informieren. Impfungen sind in der Regel in Kinder-, Haus-, Frauenarztpraxen und urologischen Praxen möglich.

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
03.03.2026

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