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Tablets für Niedersachsens Pflegeheime - Projekt „Videosprechstunde“ startet

Sozialministerin Carola Reimann: Mit der Videoprechstunde schützen wir die Pflegebedürftigen, und wir ermöglichen ihnen Kontakte in schwierigen Zeiten


Die regelmäßige ärztliche Betreuung der Heim-Bewohnerinnen und Bewohner ist vor allem in Zeiten von Corona unerlässlich. Damit diese künftig mittels Videosprechstunde stattfinden kann, wird das Land die rund 1400 Pflegeheime in Niedersachsen mit Tablets ausstatten. Hausärztinnen und Hausärzte können somit schon ab Mai zu ihren Patientinnen und Patienten in den Heimen Kontakt aufnehmen, ohne sie dem Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus auszusetzen. Den Start der Videosprechstunde Niedersachen bereits zum
1. Mai geben heute Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann und der Vorstandsvorsitzende der AOK Niedersachsen, Jürgen Peter, bekannt.

„Wir sehen, dass das Coronavirus insbesondere für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen eine große Gefahr darstellt. Mit der Videosprechstunde ermöglichen wir, dass die Pflegebedürftigen in dieser schwierigen Zeit weiter in direktem Kontakt mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt bleiben können, ohne durch deren Besuch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt zu sein“, erklärt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann: „Mit Hilfe der Tablets sehen die Pflegebedürftigen ihre Ärztin bzw. ihren Arzt, können mit ihr bzw. ihm sprechen. Das wird ihnen gut tun. Und wir ermöglichen, dass außerhalb der Videosprechstunde zum Beispiel via Skype mit den Angehörigen gesprochen werden kann - auch das ist eine wichtige Maßnahme, um der durch das Besuchsverbot entstandenen sozialen Isolation entgegenzuwirken.“

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, betont: „Die angemessene Versorgung von Bewohnern in Pflegeheimen während der Coronavirus-Pandemie ist eine große Herausforderung, die besondere Schutzmaßnahmen erfordert. Es ist wichtig, dass der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt auf ein Minimum beschränkt wird. Mithilfe von Videosprechstunden können Vor-Ort-Kontakte zum Schutz und für die Entlastung aller Beteiligten auf ein notwendiges Maß reduziert werden. Zugleich wird die ärztliche Versorgung gesichert. Wir freuen uns, dass wir das Projekt „Videosprechstunden im Pflegeheim“ in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Sozialministerium, der vitaphone GmbH und den niedersächsischen Pflegeverbänden schnell und unbürokratisch umsetzen konnten.“

Die Videosprechstunde, mit der die ambulante ärztliche Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen sichergestellt wird, wird von Land und Pflegekassen gemeinsam finanziert. Das Land steuert gut 200.000 Euro für die Ausstattung der Pflegeheime mit Tablets und der von einem Dienstleister bereitgestellten Plattform Tele-Konsil bei.

Einrichtungen, die ein solches Gerät und die Software haben wollen, werden damit kurzfristig ausgestattet.

Die beteiligten Hausärztinnen und Hausärzte erhalten die Software für die Projektlaufzeit bis Ende September kostenlos.

Das Projekt sieht außerdem eine Förderung der in der jeweiligen Pflegeeinrichtung benötigten Infrastruktur zur Durchführung der digitalen Sprechstunde vor. Darüber hinaus können die Tablets auch für die persönlichen Kontakte der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mit ihren Familienangehörigen genutzt werden, zum Beispiel via Skype.

Bis zum 30. Juni 2020 können interessierte Pflegeeinrichtungen die Förderung bei der AOK Niedersachsen beantragen. Weitere Informationen sind auf der Homepage der AOK Niedersachsen https://www.aok.de/pk/niedersachsen/ zu finden.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln des „Sondervermögens für den Ausbau von Hochleistungsfähigen Datenübertragungsnetzen und für Digitalisierungsmaßnahmen“ des Landes Niedersachsens und aus Mitteln der Pflegeversicherung nach § 8 des
11. Sozialgesetzbuches.

Die Videosprechstunde ist auch ein Baustein der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni), die Ministerin Carola Reimann vergangenes Jahr zusammen mit den maßgeblichen Akteurinnen und Akteuren in der Pflege gestartet hatte.

Die KAP.Ni setzt neben der Verbesserung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte u.a. auch auf den Einsatz digitaler Technik, um Prozesse und Arbeitsabläufe in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten zu optimieren.

Ein Ziel der KAP.Ni war es dabei, die zur Verfügung stehenden Mittel aus den Förderprogrammen nach § 8 Abs. 8 SGB XI systematisch für die Pflege in Niedersachsen zu nutzen. Das wird durch die Unterstützung des Landes jetzt möglich. Der Bund bezuschusst im Rahmen des Programms Projekte lediglich mit 40 Prozent der Kosten. 60 Prozent müssten die Träger aus Eigenmitteln finanzieren. Das Land trägt für die Videosprechstunde den prozentualen Anteil in Gänze.

Bildrechte: LGLN
Artikel-Informationen

29.04.2020

Ansprechpartner/in:
Stefanie Geisler

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