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Missbrauchsfall Lügde - Überprüfung der Fallbearbeitung und Organisation der Verwaltungsabläufe im Landkreis Hameln-Pyrmont

Statement von Sozialministerin Carola Reimann


Zu den Ergebnissen der Überprüfung der Verwaltungsabläufe im Landkreis Hameln-Pyrmont sagt Sozialministerin Carola Reimann:

„Der Frenzel-Bericht liefert eine systematische Analyse der Strukturen und Prozesse im Jugendamt.

Klare Richtlinien im Jugendamt und ein systematischer Austausch zwischen den Jugendämtern sind wichtig für einen wirksamen Kinderschutz.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat konkrete Arbeitsrichtlinien. Diese eigenen Vorgaben sind nicht befolgt worden. Es kam zu Fehleinschätzungen im Jugendamt. Hinweisen wurde nicht nachgegangen. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Jugendämtern ist nicht ausreichend erfolgt.

Auch wenn der Bericht belegt, dass die Fehler nicht aufgrund organisatorischer, strategischer oder struktureller Mängel passiert sind, wurde eine Reihe individueller Fehleinschätzungen aufgedeckt.

Das hatte zur Folge, dass Kinder unerträgliches Leid über mehrere Jahre hinweg erfahren haben.

Den Verantwortlichen im Landkreis ist bewusst, dass Fehler mit schlimmsten Auswirkungen passiert sind. Der Wille zur transparenten Aufklärung und ein umgehend eingeleiteter Veränderungsprozess zur Neuausrichtung des Jugendamtes zeigen genau das.

Wir begleiten den Landkreis bei diesem Prozess beratend.

Das Jugendamt Hameln-Pyrmont wurde in unser Landesprogramm zur Qualitätsentwicklung in der Jugendhilfe aufgenommen.

Niedersachsen verfügt über eine ausgeprägte Hilfs- und Beratungsstruktur im Kinder- und Jugendschutz. Hierfür geben wir im Jahr rund 2 Millionen Euro aus. Einen Schwerpunkt setzen wir bei der Fortbildung von Fachkräften und den fachlichen Austausch zwischen den Akteurinnen und Akteuren.

Hameln bzw. Lügde zeigen, dass aus einem Fehler, dem Wegschauen einzelner, unermessliches Leid wachsen kann.

Mein klarer Appell an alle, die mit Kindern arbeiten und auch an Nachbarn, Freunde und Verwandte: seien Sie aufmerksam und schauen Sie genau hin, wenn Sie den Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung haben.“

Service-Informationen

Informationen zu Hilfsangeboten unter www.kinderschutz-niedersachsen.de

In Niedersachsen gibt es aktuell

- 22 Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche,

- 4 Kinderschutz-Zentren,

- 43 Gewaltberatungsstellen für Mädchen und Frauen,

- die Kinderschutzambulanz an der MHH,

- Beratungsstellen gegen sexuellen Missbrauch und zahlreiche weitere Unterstützungsangebote

Das Niedersächsische Landesjugendamt, die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen und der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, führen jedes Jahr diverse Fortbildungsangebote zum Thema „Sexueller Kindesmissbrauch“ durch.

Seit 2016 gibt es ein Programm zur Begleitung der kommunalen Qualitätsentwicklung in der Jugendhilfe. Es fokussiert u.a. den Bereich der Gefährdungseinschätzung. Der Landkreis Hameln-Pyrmont nimmt seit vergangen Jahr daran teil.


Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.09.2020
zuletzt aktualisiert am:
14.09.2020

Ansprechpartner/in:
Stefanie Geisler

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