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Das Elterngeld

Das Elterngeld ist eine Familienleistung für Eltern innerhalb der ersten Entwicklungsphase ihres Kindes. Die Leistung orientiert sich am individuellen Einkommen vor der Geburt des Kindes. Mit finanzieller Unterstützung des Staates können sich Mütter und Väter dadurch mehr Zeit für ihre Familie nehmen.

Elterngeld beantragen Sie in Niedersachsen ausschließlich bei den kommunalen Elterngeldstellen. Die Elterngeldstelle wird Sie beraten und Ihnen alle von Ihnen benötigten Formulare zur Verfügung stellen. Eine verwaltungsmäßige Bearbeitung von Elterngeldanträgen und die Beratung dazu fällt daher nicht in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Folgende Möglichkeiten stehen für Ihren Elterngeldantrag zur Verfügung:

1. ElterngeldDigital

Mit ElterngeldDigital können Sie den Antrag bequem online erstellen und als PDF-Ausdruck bei Ihrer Elterngeldstelle einreichen. Bitte vergessen Sie dabei nicht, den Antrag und ggf. die Erklärung(en) zum Einkommen zu unterschreiben sowie die geforderten Nachweise beizulegen.

2. Antragsformular im Papierformat

Das Antragsformular in Papierformat erhalten Sie ausschließlich bei Ihrer örtlich zuständigen Elterngeldstelle.

3. Interaktive Antragsvordrucke

Alternativ können Sie einen interaktiven Antragsvordruck über den Link auf der Homepage des hiesigen Ministeriums aufrufen.

Achtung! Das Hinweisblatt zur Datenschutzgrundverordnung erhalten Sie ausschließlich bei der örtlich zuständigen Elterngeldstelle!


Örtlich zuständig ist in der Regel die Elterngeldstelle der Stadt bzw. des Landkreises Ihres Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes.

In Fällen der Entsendung, Abordnung, Versetzung oder Abkommandierung ohne Wohnsitz in Deutschland richtet sich die Zuständigkeit nach Ihrem letzten Wohnsitz in Deutschland oder dem Sitz der entsendenden Stelle.

Elterngeld gibt es in drei Varianten:

  • Basiselterngeld
  • ElterngeldPlus
  • Partnerschaftsbonus in Form von ElterngeldPlus

Eltern können zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus wählen. Diese Varianten können Sie auch miteinander kombinieren.

Basiselterngeld kann in der Zeit ab Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats bezogen werden. Ein Elternteil kann mindestens für zwei Monate (Mindestbezugszeit) und höchstens für zwölf Monate Basiselterngeld in Anspruch nehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der andere Elternteil für zwei weitere Monate Basiselterngeld beziehen.

Statt für einen Monat Basiselterngeld kann jeweils für zwei Monate ElterngeldPlus bezogen werden. Der maximale Bezugszeitraum für beide Elternteile zusammen umfasst 28 Monate.

Eltern, die gleichzeitig in vier aufeinanderfolgenden Lebensmonate mindestens 25 und höchstens 30 Wochenstunden (gilt für bis zum 31.08.2021 geborene Kinder) im Durchschnitt des jeweiligen Lebensmonats erwerbstätig sind, erhalten vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate (Partnerschaftsbonus). Alleinerziehende können ebenfalls vier weitere Monate ElterngeldPlus als Bonusmonate erhalten.

Die Höhe des Elterngeldes orientiert sich am Durchschnittseinkommen vor der Geburt und beträgt monatlich mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro. Sie können die Höhe Ihres Elterngeldes mit dem Elterngeldrechner Plus mit Planer individuell berechnen.

Das Elterngeld ist steuerfrei, unterliegt aber gemäß § 32b Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe j EStG dem Progressionsvorbehalt.

Anspruchsberechtigt sind:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Selbstständige
  • Studierende und Auszubildende
  • Beamtinnen und Beamte
  • Erwerbslose
  • unter bestimmten Voraussetzungen Verwandte bis zum 3. Grad und Adoptiveltern

Anspruch auf Elterngeld hat, wer:

  • einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat
  • mit seinem Kind in einem Haushalt lebt
  • dieses Kind selbst betreut und erzieht
  • keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausübt

Das Elterngeld beantragen Sie schriftlich bei der örtlich zuständigen Elterngeldstelle. Bitte beachten Sie, dass das Elterngeld rückwirkend nur für die letzten drei Lebensmonate vor der Antragstellung geleistet wird.


Hinweis!

Gesetzliche Maßnahmen vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie im BEEG:

In der jüngsten Vergangenheit hat die Dynamik des Infektionsgeschehens des COVID-19 Virus die Lebens- und Arbeitssituation für alle Menschen verändert. Von den Auswirkungen betroffen sind auch Eltern, die sich derzeit im Elterngeldbezug befinden oder aber in der näheren Zukunft Elterngeld in Anspruch nehmen möchten.

Damit werdende und junge Eltern, die aufgrund der Corona-Pandemie Verdienstausfälle haben oder die Voraussetzungen für den Bezug des Elterngeldes nicht mehr einhalten können, keine Nachteile haben, wurden bestimmte Regelungen zum Elterngeld vorübergehend geändert.

Um die wirtschaftliche Stabilität von Familien in der COVID-19-Pandemie zu gewährleisten, wurden die Sonderregelungen im Elterngeld, die Einkommensverluste durch die COVID-19-Pandemie ausgleichen sollten, erneut - bis zum 23. September 2022 - verlängert:

  • Eltern können auf Antrag Monate in der Zeit vom 1. März 2020 bis 23. September 2022, in denen sie Einkommensverluste aufgrund der COVID-19-Pandemie haben, bei der Berechnung des Elterngeldes ausklammern. Das bedeutet: Diese Monate werden übersprungen, und stattdessen wird das Einkommen aus davorliegenden Monaten für die Elterngeldbemessung berücksichtigt.
  • Bis zum 23. September 2022 entfällt der Partnerschaftsbonus, der die parallele Teilzeit der Eltern fördert, nicht, wenn Eltern aufgrund der COVID-19-Pandemie mehr oder weniger arbeiteten als geplant. Es gelten die Angaben bei Antragstellung. Dies gilt jedoch nicht, sofern die Eltern schon bei Antragstellung mitteilen, dass sie die Bezugsvoraussetzungen des Partnerschaftsbonus aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht einhalten können.

Für weitere Auskünfte darüber, ob Sie von diesen Möglichkeiten der vorübergehenden gesetzlichen Änderungen im Elterngeld Gebrauch machen können, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre örtlich zuständige Elterngeldstelle. Diese wird Sie gern persönlich beraten und entsprechende Antragsformulare für Sie bereithalten.

Alternativ können Sie die Vordrucke (Sonderregelung Covid19 Anlage 1-2) auf der Homepage des hiesigen Ministeriums abrufen.


Gesetzliche Änderungen für alle ab dem 01.09.2021 geborenen Kinder:

Mehr Teilzeitmöglichkeiten, flexiblerer Partnerschaftsbonus und weniger Bürokratie

Für Eltern, die neben dem Elterngeldbezug in Teilzeit arbeiten, enthält das Gesetz zahlreiche Verbesserungen:

· Die zulässige Arbeitszeit während des Elterngeldbezugs und der Elternzeit wird von 30 auf 32 Wochenstunden angehoben.

· Der Partnerschaftsbonus, der die parallele Teilzeit beider Eltern unterstützt, kann künftig mit 24 bis 32 Wochenstunden (statt mit bisher 25 bis 30 Wochenstunden) bezogen werden.

· Der Partnerschaftsbonus wird flexibler. Zukünftig können Eltern diesen zwischen 2 und 4 Monaten nehmen. Ein flexibler Ausstieg oder auch eine kurzfristige Verlängerung ist unter bestimmten Umständen möglich.

Eltern von Frühgeborenen erhalten zusätzliche Elterngeldmonate

Eltern besonders frühgeborener Kinder erfahren künftig dauerhaft mehr Rücksicht. Abhängig davon, wie früh das Kind auf die Welt kommt, bekommen die Eltern bis zu 4 Basiselterngeld-Monate mehr, die sie auch in ElterngeldPlus-Monate umwandeln können. So haben sie in dieser herausfordernden Situation mehr Zeit für ihr Kind und die Ruhe und Sicherheit, die sie in ihrer besonderen Situation brauchen.

Verwaltungsvereinfachungen und Klarstellungen

Eltern und Verwaltung werden von Vereinfachungen und rechtlichen Klarstellungen profitieren.
Eltern mit geringen selbständigen Nebeneinkünften wird künftig ermöglicht, dass ihre Einnahmen im Elterngeld besser berücksichtigt werden. Wenn ihre selbständigen Nebeneinkünfte unter bestimmten Voraussetzungen im Schnitt weniger als 35 Euro im Monat betragen, können Eltern beantragen, dass für die Bemessung des Elterngeldes allein ihre nichtselbständigen Einkünfte in den 12 Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt für das Elterngeld berücksichtigt werden. Bisher galt für sie pauschal das Einkommen aus dem Kalenderjahr vor der Geburt.

Für Elternpaare sinkt die Einkommensgrenze beim Bezug des Elterngeldes: Künftig erhalten nur noch Eltern Elterngeld, die gemeinsam höchstens 300.000 Euro im Jahr verdienen. Für Alleinerziehende bleibt die Grenze bei 250.000 Euro.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die örtlich zuständige Elterngeldstelle zur Verfügung.


Elterngeld

Foto: Vater, Mutter und Kind, die glücklich auf das neugeborene Baby gucken. Bildrechte: picture-alliance

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