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Leben mit dem Virus ermöglichen – für eine nachhaltige Corona-Strategie

Rede der Niedersächsischen Sozialministerin Dr. Carola Reimann


Aktuelle Stunde des Niedersächsischen Landtages am 09.12.2020, TOP 24b


– Es gilt das gesprochene Wort –

„Seit einem Dreivierteljahr leben wir mit dem Corona-Virus und mit den dadurch erforderlichen Beschränkungen. Für die allermeisten von uns ist eine Pandemie neu: - weltweite Verbreitung, hohe Ansteckungsraten, keine Impfung, keine konkrete Therapie.

Zunächst - Die Wissenschaft erforscht das Virus, kommt zu immer neuen Erkenntnissen, die manchmal auch altes Wissen überholen. All das gilt natürlich auch das Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus – wir können nicht pauschal auf bisherige Erfahrungen zurückgreifen, ganz im Gegenteil:

Wir lernen beim Vorwärtsgehen und passen darum unsere Maßnahmen, unsere Schritte und damit die Regeln für den Umgang mit dem Virus und miteinander immer wieder an. Das tun wir mit Blick auf geeignete Maßstäbe, mit der wir die Lage beurteilen können.

Das ist zum einen der R-Wert, zum anderen die Situation in den Krankenhäusern.

Die letzten Monate haben uns auch gelehrt, dass eine besondere Bedeutung, die uns jetzt allen geläufige Inzidenz hat, also die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen je 100.000 Einwohnern in 7 Tagen. Sie gibt uns ein gutes Maß für das Infektionsgeschehen. Darum ermöglicht sie auch, Stufen zu definieren, mit denen wir auf die Entwicklung reagieren und sie steuern.

  • Das gilt für den Stufenplan, den niedersächsischen Weg in einen neunen Alltag aus dem Frühjahr.
  • Das gilt für das Handlungskonzept, das ich gemeinsam mit dem Innenminister Boris Pistorius Anfang Oktober vorgestellt habe.

Die Inzidenzien bieten übrigens auch einen guten Maßstab für regional differenzierte Maßnahmen - Sie kennen alle die Inzidenzkarte unseres Landes. Und natürlich bereiten wir auch jetzt einen gestuften Wiedereinstieg in die Normalität vor, für den Fall, dass die Infektionszahlen zurückgehen.

Damit bleiben wir unseren Anspruch treu ein Höchstmaß an Verlässlichkeit und Transparenz zu bieten. Ich selbst gehe davon aus, dass Kontaktreduzierung der Wintermodus für die kommenden Monate ist.

Dabei gibt es erste Lichtblicke:

· Wir können immer mehr und immer gezielter testen.

· Wir haben mehr Erfahrung in der Behandlung der Erkrankten.

· Und es wird zum Ende des Jahres voraussichtlich einen zugelassenen Impfstoff geben.

Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck am Aufbau der Impfzentren. Es ist eine gewaltige organisatorische und logistische Herausforderung. Bis Mitte Dezember werden rund 50 Impfzentren im ganzen Land bereitstehen.

Damit wird es ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Impfangebot geben, sobald erste Impfdosen verfügbar sind. Unser Ziel ist es, bestmöglich vorbereitet zu sein und so schnell wie möglich mit den Impfungen beginnen zu können.

Außerdem gilt nach wie vor: Wir müssen die Zahl der Infektionen senken. Die 7-Tages-Inzidenz muss unter 50 liegen, damit die Nachverfolgung der Infektionsketten wieder möglich wird. Dazu ist und bleibt es erforderlich, alle nicht notwendigen Kontakte unbedingt zu vermeiden.

Deshalb nutzen Sie vor Weihnachten, bevor sie ihre Angehörigen treffen, eine freiwillige Vorquarantäne. Meiden Sie vor den Weihnachtsfeiertagen für 5 -10 Tage alle Infektionsrisiken, treffen Sie so wenige Menschen wie möglich und arbeiten Sie möglichst im Homeoffice.

Momentan sieht eine wirksame Corona-Strategie nach wie vor wie folgt aus:

· Kontakte konsequent reduzieren,

· AHA – L - Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften einhalten,

· bei Erkältungssymptomen unbedingt zuhause bleiben,

· freiwillige Vorquarantäne vor der Begegnung mit besonders schutzbedürftigen Menschen,

· und sobald der Impfstoff verfügbar ist - Impfen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
09.12.2020

Ansprechpartner/in:
Oliver Grimm

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