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Jugend- und Familienministerkonferenz stärkt Präventionsarbeit zum Wohl von Kindern in islamistisch radikalisierten Familien

Sozialministerin Carola Reimann: „Für den Schutz von Kindern aus salafistischen Familien ist eine frühzeitige Präventionsarbeit unerlässlich!“


Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann hat bei der Jugend- und Familienministerkonferenz in Kiel einen Beschluss für eine fachliche Orientierungshilfe initiiert, die die Jugendämter bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus islamistisch radikalisierten Familien unterstützen soll.

„Für den Schutz von Kindern und Jugendlichen, die in islamistisch radikalisierten Familienstrukturen aufwachsen, ist eine frühzeitige Präventions- und Interventionsarbeit notwendig. Dafür ist eine gut ver­netzte Zusammenarbeit von Einrichtungen der Jugendhilfe, Schulen, Beratungsstellen und Sicherheitsbehörden unerlässlich“, betont Dr. Carola Reimann. „Nur durch guten Zugang zu den Familien können die Fachkräfte die Kinder erreichen und ihnen helfen.“

Zu Fragen der Kindeswohlgefährdung ist ein Kriterienkatalog erstellt worden in einer Arbeitsgruppe unter Federführung Niedersachsens mit der Beteiligung von Bayern, Hes­sen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen, der Kultusministerkonferenz, der Integrationsministerkonferenz und der Innenminis­terkonferenz sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendäm­ter und der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe (AGJ). Auch die Erkenntnisse von Beratungseinrichtungen der Extremismusprävention wurden darin aufgenommen.

Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer forderten die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden (AGJF) auf, auf Grundlage dieses Kriterienkataloges eine Orientierungshilfe für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zu erarbeiten. Diese Empfehlungen sollen die Vernetzung aller Beteiligten verbessern und systematisieren. Dabei werden auch Fragen thematisiert

  • zu der Gefährdungs­einschätzung nach § 8 a SGB VIII,
  • zu präventiven und intervenierenden Maßnahmen sowie
  • zur Kooperation und Zusammenarbeit mit an­deren Institutionen.

Die Bundesländer erklärten sich dazu bereit, sich an der Finanzierung der Orientierungshilfe zu beteiligen.

„Wir haben es hier inzwi­schen mit der sogenannten 2. Generation der Salafisten zu tun: Radikalisierte junge Menschen gründen Familien, deren Kinder den Einflüssen ihrer radikalisierten Eltern ausgesetzt sind“, so Reimann. „Damit stehen die Fachkräfte vor besonderen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass wir deren wertvolle Arbeit unterstützen.“

Presseinformationen
Artikel-Informationen

04.05.2018

Ansprechpartner/in:
Naila Eid

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