Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Die normale Geburt…

...beginnt zwischen der vollendeten 37. bis zur 42. Schwangerschaftswoche. Nur wenige Frauen bekommen ihr Kind genau zum errechneten Geburtstermin. Bei etwa 90 von 100 Frauen, die auf ihr Kind warten, setzen die Wehen aber spätestens zwei Wochen nach diesem Termin von selbst ein. Für Mutter und Kind kommen die Wehen nicht unvorbereitet. Ab der fünfundzwanzigsten Schwangerschaftswoche treten solche Wehen auf und sind schmerzlos, auch wenn der ganze Bauch dabei hart wird.

Oft ist es für eine Schwangere gar nicht so einfach, abzuschätzen ob die Geburt schon in vollem Gang ist, oder sie erst in der Vorbereitungsphase („Latenzphase") ist. Es können zwar schon Wehen auftreten, jedoch vergehen noch ein paar Stunden, bis der Muttermund sich öffnet. Bei einer Wehe zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammen, ähnlich wie ein angespannter Oberarmmuskel beim Hochheben eines Gegenstandes. Gegen Ende der Schwangerschaft lassen Senkwehen das Kind in das mütterliche Becken eintreten. Presswehen schieben das Kind schließlich aus dem Körper. So lange die Wehen nicht über mehrere Stunden völlig regelmäßig und deutlich (schmerzhaft) spürbar sind, hat die „Eröffnungsphase" wahrscheinlich noch nicht begonnen.


Das Einsetzen der Wehen oder auch ein spontaner Sprung der Fruchtblase kann den Beginn der Geburt anzeigen. Dies ist der Zeitraum der normalen Geburtsreife. Der errechnete Termin ist ein statistischer Mittelwert. Reife Äpfel fallen auch nicht alle am selben Tag vom Baum. In diesem Zeitraum ist eine Geburtseinleitung nicht erforderlich, solange es Ihnen und Ihrem Kind gut geht.

Es ist auch völlig normal, wenn Ihr Körper einige Stunden oder sogar Tage vor dem eigentlichen Geburtsbeginn mit leichten Wehen beginnt, sich auf die Geburt vorzubereiten. Diese Zeit wird „Latenzphase" genannt: Die Latenzphase ist ein Zeitraum, in dem sich die Geburt ankündigt, aber noch nicht wirklich in vollem Gang ist. Manche Frauen merken ein Ziehen im Bauch. Es kann etwas blutiger Schleim abgehen. Manche Frauen haben fast gar keine Latenzphase, bei anderen dauert es Tage, bis es „richtig losgeht". Am besten ist es, sich in dieser Zeit abzulenken und gut für sich zu sorgen - vielleicht mit viel Schlaf und einem warmen Bad. Es bedarf also keiner engmaschigen Betreuung; gerne können Sie diese Zeit noch in angenehmer und vertrauter Umgebung außerhalb der Klinik oder des Geburtshauses verbringen. Dies senkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie während der Geburt Schmerzmittel benötigen oder Ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommt.


Der Hebammenverband Nordrhein-Westfalen hat eine schöne Zusammenfassung von hilfreichen Positionen für die Zeit der Wehen und der Geburt zur Verfügung gestellt „Raus aus dem Bett". Kleiner Hebammentipp: Die meisten Frauen sind nach Einsetzen der Wehen nicht zum Experimentieren aufgelegt - wenn Sie die Position vorher schon einmal ausprobiert haben, fällt es leichter, sie auch zu nutzen!


Hilfreiche Positionen für die Zeit der Wehen und der Geburt

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Schwangere Frau macht Gymnastik  
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