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Frauen in Führung

WoB-Index Niedersachsen


Obwohl Studien belegen, dass diverse Führungsteams wirtschaftlich erfolgreicher agieren, sind die deutschen Führungsetagen noch immer überwiegend männlich. Gut ein Drittel der deutschen Führungskräfte ist zwischen 50 und 60 Jahre alt und wird bis zum Jahr 2035 in den Ruhestand gehen. Aufgrund des demografischen Wandels wächst der Druck auf die Betriebe, qualifizierten Frauen Karrierechancen zu eröffnen und ihnen den Aufstieg in Spitzenpositionen zu ermöglichen. Die Potenziale, die sonst verloren gehen, sind enorm. Derzeit haben viele gut ausgebildete Frauen in Niedersachsen noch längst nicht die Karrierestufe erreicht, die ihrer Qualifizierung entspricht. Sie stellen über die Hälfte der Hochschulabsolventen und damit die Mehrheit des potenziellen Fach- und Führungskräftenachwuchses. An der Spitze privatwirtschaftlicher Betriebe stellen sie leider immer noch eine Minderheit dar: Gerade einmal 29 Prozent betrug der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene im Jahr 2019 in Deutschland.

Den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen und verbindliche Vorgaben für die Wirtschaft und den öffentlichen Dienst zu machen ist das Ziel des Zweiten Führungspositionen-Gesetzes. Das Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (Zweites Führungspositionen-Gesetz - FüPoG II) entwickelt das 2015 in Kraft getretene Führungspositionen-Gesetz (FüPoG) weiter, verbessert seine Wirksamkeit und schließt Lücken. Eine zentrale Neuerung ist ein Mindestbeteiligungsgebot für Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern in großen deutschen Unternehmen.

Viele Länder, die von Frauen regiert werden, sind nachweislich besser durch die Corona-Krise gekommen. Sind neue Führungsmodelle und die gewachsene Akzeptanz für flexible Arbeitsorte eine Chance, die Barrieren bei Frauenkarrieren aufzubrechen? Müssen care-Aufgaben anders verteilt werden? Auch ein Kulturwandel deutet sich an: Stimmen, die eine höhere Repräsentanz von Frauen in Führung fordern, sind in den letzten Jahren lauter geworden und auch häufiger zu hören.

In der Veranstaltung „Frau.Macht.Wirtschaft. Gleichstellung in Führungsebenen“ haben wir am 29. September 2021 mit knapp 100 Gästen diskutiert, was Politik, Unternehmen und Frauen tun können, um die Führungsebenen der Wirtschaft weiblicher zu machen. Hier finden Sie die Presseinformation.

2022 haben wir den ersten Women-on-Board-Index Niedersachsen erstellen lassen. Mit dieser Untersuchung hat der Verein FidAR e.V. ein Ranking für den besonders relevanten Bereich der 100 wichtigsten öffentlichen und privaten Unternehmen Niedersachsens gebildet und eine aussagekräftige Studie dazu erstellt. Untersuchungsfeld waren 55 Landesunternehmen Niedersachsens, 20 der größten kommunalen Unternehmen und 25 Privatunternehmen, börsenorientiert oder mitbestimmt, die unter das FüPoG I fallen oder zumindest alle Zielgrößen erfüllen müssen. Der Women-on-Board-Index Niedersachsen ist eine gute Standortbestimmung dafür, wie es um den Anteil von Frauen in Führungspositionen in den Unternehmen des Landes, der Kommunen und der Privatwirtschaft in Niedersachsen bestellt ist. Die jetzt vorliegende konkrete und transparente Datensammlung zu 100 der größten Unternehmen Niedersachsens ist Ausgangspunkt und Aufforderung zum Handeln für all diejenigen, deren Frauenanteil in Führungsetagen noch deutlich von den Gleichstellungszielen abweicht.

Die Ergebnisse des Women-on-Board-Index Niedersachsen haben Ministerin Daniela Behrens und der Verein FidAR e.V. am 10. Mai vorgestellt. Den gesamten Bericht und die Pressemitteilung finden Sie in der Infospalte rechts.

WoB-Index Niedersachsen   Bildrechte: ms

Women-on-Board-Index Niedersachsen 2022

 Studienergebnisse

 Pressemitteilung vom 10. Mai 2022

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