Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Große Mehrheit für niedersächsischen Antrag bei Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen

Carola Reimann: Obdachlose Frauen müssen mehr Unterstützung erhalten!


„Frauen, die keine Wohnung mehr haben, befinden sich in einer prekären Lage: Häufig leben sie noch nicht offen auf der Straße, sondern kommen bei Bekannten unter – und stehen damit in einem Abhängigkeitsverhältnis, das mitunter ausgenutzt wird.“ Das sagte Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann anlässlich der Konferenz mit ihren Amtskolleginnen aus den anderen Bundesländern in Bremerhaven. Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und –minister beschloss mit großer Mehrheit einen von Niedersachsen eingebrachten Antrag, mit dem die Situation obdachloser Frauen in den Fokus gerückt wird. Der Bund wird aufgefordert, eine geschlechterdifferenzierende Wohnungs-Notfallstatistik aufzubauen und Forschungsvorhaben zu initiieren – auf dieser Basis können Konzepte für eine bessere Unterstützung wohnungsloser Frauen entwickelt werden. Außerdem sollen die Anstrengungen im sozialen Wohnungsbau verstärkt und geschlechtergerecht umgesetzt werden. „Wir brauchen endlich verlässliche Zahlen zur Situation der wohnungslosen Frauen“, sagte Dr. Carola Reimann: „Nur wenn ein Problem konkret beschrieben werden kann, können auch passende Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.“

Nach der letzten Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) ist die Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland von 335.000 im Jahr 2014 auf 860.000 im Jahr 2016 deutlich angestiegen. Dies hängt zum Teil mit der besonderen Situation der letzten Jahre zusammen, da mehr als 50 % dieser Menschen (440.000) Flüchtlinge sind. Für 2018 wird ein weiterer Anstieg der Anzahl der wohnungslosen Menschen prognostiziert, dann könnten es nahezu 1,2 Mio. Menschen sein, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Der Frauenanteil unter den Wohnungslosen hat sich auf 27 % erhöht. Vermutlich deutlich mehr als 100.000 Frauen sind bundesweit betroffen. Ein Kritikpunkt: Die derzeit geltenden Mindeststandards für Obdachlosenunterkünfte garantieren keine geschlechtergerechten Wohn- und Lebensverhältnisse.

Ministerin Carola Reimann begrüßte die Bereitschaft im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, eine bundesweite Wohnungsnotfallstatistik einzuführen, sowie das im Koalitionsvertrag vereinbarte Vorhaben, auch in den Jahren 2020/2021 mindestens zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau zweckgebunden bereitzustellen. „Wir möchten mit unserem heutigen Antrag dazu aufrufen, diese bundeweiten Vorhaben gezielt auch unter dem Blickwinkel der Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen“, so Dr. Carola Reimann.

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07.06.2018

Ansprechpartner/in:
Uwe Hildebrandt

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