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Aktionswoche sagt Alkoholmissbrauch den Kampf an – Landesstelle für Suchtfragen koordiniert Präventionsarbeit

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann: „Alkoholabhängigkeit bleibt ein gesellschaftlich großes Problem. Prävention ist das A und O.“


Anlässlich der Aktionswoche Alkohol vom 18. bis 26. Mai 2019 ruft Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann dazu auf, einen bewussten Umgang mit Alkohol an den Tag zu legen und den eigenen Alkoholkonsum kritisch zu hinterfragen. Zum Auftakt der Aktionswoche sagt sie: „Es ist sehr erfreulich, dass der Alkoholkonsum gerade bei jungen Menschen auf einem historischen Tiefstand ist. Gerade in dieser Altersgruppe ist die Gefahr von Alkoholmissbrauch infolge von Gruppenzwang erhöht. Deshalb begrüße ich es sehr, dass immer mehr junge Menschen weniger Alkohol trinken und einen bewussten Umgang an den Tag legen. Ich werte das als erstes Ergebnis der Präventionsanstrengungen der letzten Jahre.“ Sie verwies gleichzeitig darauf, dass Alkoholabhängigkeit weiterhin ein gesellschaftlich großes Problem bleibe, „welchem wir mit zahlreichen Präventionsmaßnahmen entgegentreten.“

1,77 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig, weitere 1,6 Millionen konsumieren ihn missbräuchlich. Pro Jahr trinken die Deutschen ab 15 Jahren durchschnittlich 10,6 Liter reinen Alkohol. Männer trinken deutlich mehr als Frauen und gehen damit ein soziales und gesundheitliches Risiko ein. In der Arbeitswelt entstehen laut Schätzungen durch die persönlichen und gesundheitlichen Probleme infolge von Alkoholmissbrauch Kosten in Höhe von 26,7 Milliarden Euro.

Die Aktionswoche unter dem Motto „Kein Alkohol am Arbeitsplatz!“ wirbt für einfache Regeln im Umgang mit Alkohol: Nicht zu viel und nicht täglich Alkohol trinken und in bestimmten Situationen ganz auf Alkohol verzichten – zum Beispiel im Straßenverkehr, in Schule und Beruf, während der Einnahme von Medikamenten sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit. Die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) unterstützt und koordiniert dieses Jahr die niedersächsischen Aktivitäten zur Suchtprävention, Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe im Rahmen der Aktionswoche. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung fördert landesweit 75 Fachstellen für Sucht und Suchtberatung sowie die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen institutionell.

Der Geschäftsführer der NLS, Michael Cuypers, begrüßt die hohe Beteiligung in Niedersachsen an der Kampagne: „Ich freue mich sehr, dass mehr als 130 Veranstaltungen im öffentlichen Raum, Krankenhäusern und Fachkliniken, Arztpraxen und Apotheken und Vereinen und vor allem in Betrieben und Verwaltungen angeboten werden.“

Und die Präventionsarbeit zeigt Wirkung: Im Jahr 2017 wurden in den Fachstellen für Suchtprävention und Suchthilfe in Niedersachsen insgesamt 13.422 Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit beraten. Die Präventionsfachkräfte führen zudem regelmäßig Präventionsarbeit zum Thema Alkohol in niedersächsischen Schulen und Betrieben durch.

Das seit 2004 bestehende Projekt „HalLT – Hart am LimiT“ an 24 niedersächsischen Standorten zählt zu den besonders erfolgreichen Projekten der Suchtprävention. Der Programmbereich HaLT reaktiv unterstützt, wenn Kinder oder Jugendliche mit einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert werden und bietet Sofort-Hilfe für Jugendliche und ihre Eltern.


Hintergrundinformation:

Laut einer aktuellen Alkoholumfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat sich das Alter, in dem Jugendliche ihr erstes Glas Alkohol trinken, seit 2004 um fast ein ganzes Jahr erhöht. Auch ihren ersten Alkoholrausch erleben Jugendliche immer später. Aktuell liegt das Alter durchschnittlich bei 16,3 Jahren. Auch die Anzahl der Jugendlichen und jungen Menschen, die regelmäßig mindestens einmal wöchentlich Alkohol trinken, hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als halbiert.

Eine Übersicht über alle in Niedersachsen angebotenen Aktionen und Präventionsangebote liefert die Homepage der Aktionswoche unter www.aktionswoche-alkohol.de.

Auskunft und Kontakt:
Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS)
Michael Cuypers, Geschäftsführer
Grupenstraße 4
30159 Hannover
Tel. 0511 – 62 62 66 0
E-Mail: info@nls-online.de
www.nls-online.de

Presseinformationen
Artikel-Informationen

17.05.2019

Ansprechpartner/in:
Christina Stumpenhausen

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