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Von Mädchen*Klub bis Telemedizin im Altenheim – Gesundheitspreise für innovative Projekte in Niedersachsen

Ministerin Carola Reimann gratuliert Gewinnern aus Oldenburg und Osnabrück


 
Gewinnerinnen und Gewinner des Niedersächsischen Gesundheitpreises 2018

„Die auszeichneten Preisträgerinnen und Preisträger zeigen Beispiele gelebter Praxis auf und sind dabei kreativ und zukunftsrelevant. Die Gewinnerinnen und Gewinner vom „Mädchen*KLUB – Bauchgefühle durch soziale Medien“ des Mädchenhauses Oldenburg, vom Kooperationsprojekt der BBS, Hauptschule und Realschule Wildeshausen der Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg und vom Projekt „HaT - Hausarzt mit Telemedizin“ des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück treffen den Nerv der Zeit, wenn es um die aktuellen und künftigen Herausforderungen unseres Gesundheitssystems geht. Sie zeigen uns ermutigende und lebensnahe Ansatzpunkte auf, die unser Gesundheitssystem nachhaltig weiter verbessern“, hebt Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann hervor.

Der Gesundheitspreis 2018 wurde am 27. November im Alten Rathaus Hannover an drei Initiativen verliehen. Die Preiskategorien knüpfen an den aktuellen Gesundheits- und Unterstützungsbedarf im Land an. Dabei legt der Preis in der Kategorie „Gesund Aufwachsen in der digitalen Welt“ den Fokus auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen sowie auf den Einfluss ihrer Erziehungsberechtigten im Umgang mit digitalen Medien wie Smartphones, Tablets & Co.. Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen und Unterstützerin des Gesundheitspreises, zeigte sich beeindruckt vom Projekt des Mädchenhauses Oldenburg: „Mit dem Preis zeichnen wir Menschen aus, die sich auf besondere Weise hervortun. Der Mädchen*KLUB spricht in regelmäßigen Treffen sensible Themen wie Körperwahrnehmung und Ernährungsverhalten an, die durch die sozialen Medien immer mehr an Bedeutung gewinnen. Pädagogen beantworten in den Gesprächen Fragen und vermitteln wichtige Werte wie Selbstbewusstsein und Wertschätzung. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, warum junge Mädchen zu starken Frauen heranwachsen. Das Projekt zeigt uns, wie wichtig Wissen und menschliche Beziehungen für eine gesunde Lebensführung sind.“

Die zweite Preiskategorie lenkt den Fokus auf die „Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen“. Um die gesundheitliche Versorgung mit gut qualifizierten Fachkräften zu sichern, braucht es neben guten Arbeitsbedingungen zuallererst Bewerberinnen und Bewerber auf ausgeschriebene Ausbildungsplätze. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen unterstützt den Gesundheitspreis bereits von Beginn an (2011). In diesem Engagement sieht sich Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorsitzender mit dem Blick auf die ausgezeichneten Preisträgerinnen und Preisträger der Gesundheitsregion im Landkreis Oldenburg bestätigt: „Hier findet schon in der Schule eine Vernetzung der Jugendlichen mit möglichen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern in der Region statt. Dieser Austausch hilft den Schülerinnen und Schülern sich zu positionieren und stärkt die Motivation eine Ausbildung im Bereich des Gesundheitswesens zu absolvieren.“

Der Bereich eHealth der dritten Preiskategorie beschäftigt sich mit digitalen Technologien als Schlüssel zu einer zeit- und ortsunabhängigen Gesundheitsversorgung. Das ausgezeichnete Projekt „2HaT - Hausarzt mit Telemedizin“ des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück leistet dazu einen wichtigen Beitrag, ist sich Digitalisierungs-Staatssekretär Stefan Muhle vom niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sicher: „Smarte Technologien werden das Gesundheitswesen immer stärker prägen. Sie eröffnen vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren sowie zur Verbesserung der Versorgung – vor allem im ländlichen Raum. Heute haben wir eine besonders innovative digitale Lösung aus Niedersachsen prämiert.“ Ebenfalls von Beginn an unterstützt die AOK Niedersachsen die Verleihung des niedersächsischen Gesundheitspreises.

Frank Preugschat, Leiter des Bereichs Versorgung, sieht in der Unterstützung des Projektes durchweg Vorteile: „Mit dem niedersächsischen Gesundheitspreis ist eine Bühne für innovative Ideen im Gesundheitswesen entstanden. Wir schaffen einen zusätzlichen Anreiz, neue Lösungen für eine optimale Versorgungsqualität zu denken und diese in die Umsetzung zu bringen.“

Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wird gemeinsam vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, von der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und der Apothekerkammer Niedersachsen vergeben.

Koordiniert wird der Preis von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen.

Hintergrundinformationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern

Preiskategorie Gesund Aufwachsen in der digitalen Welt, „Mädchen*KLUB – Bauchgefühle durch soziale Medien“, Mädchenhaus Oldenburg

Das Projekt Mädchen*KLUB bietet seit März 2018 für 13 bis 19 jährige Mädchen und junge Frauen Orientierung jenseits der medial vermittelten Weiblichkeitsbilder. Die Pädagoginnen und Pädagogen, die die Gruppen- und Einzelangebote leiten, sind mindestens zwei Mal wöchentlich vor Ort. Es nehmen jene teil, die sich in den sozialen Medien bewegen und sich mit Gesundheit oder mit körperlichen Idealvorstellungen auseinandersetzen möchten. Die Teilnehmerinnen treffen sich ein halbes Jahr lang wöchentlich in geschützten Räumlichkeiten. Das niedrigschwellige Angebot steht allen Mädchen und jungen Frauen aus Oldenburg und der Umgebung offen und dient der individuellen Gesundheitsbildung und der digitalen Selbstreflexion im Netz. Der Mädchen*KLUB sensibilisiert und informiert über den Zusammenhang von Normen, sozialen Medien, Körperwahrnehmung und Ernährungsverhalten. Zudem wird die Entwicklung eines selbstbewussten Umgangs mit Idealen, eines individuellen Gefühls für Gesundheit und einer positiven Beziehung zum Körper unterstützt. https://maedchenhaus-oldenburg.de/

Preiskategorie Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen, „Kooperationsprojekt BBS Wildeshausen - Hauptschule – Realschule“, Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg

Die BBS Wildeshausen kooperiert seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 mit der Hauptschule und der Realschule Wildeshausen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern einen breiten beruflichen Überblick über die unterschiedlichen Pflegebereiche zu liefern. Hierfür wurde eine Schülerinnen- bzw. Schüler-AG mit aus 10 bis 12 Teilnehmenden ins Leben gerufen, um vier Stunden pro Woche zum Thema Pflege zu unterrichten. Eine Besonderheit besteht darin, dass sich in diesem Kontext verschiedene Pflegeeinrichtungen (ambulante, stationäre Pflege, Tagespflege, Schwerpunkt auf diverse Erkrankungen usw.) den Schülerinnen und Schülern vorstellen und die Einrichtungen im Gegenzug besucht werden. So können erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geknüpft, die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten verdeutlicht und Vorurteile abgebaut werden. Folglich kann eine frühzeitige Überzeugung der Schülerinnen und Schüler in der Berufsfindungsphase von den positiven Seiten der Pflegeberufe resultieren. https://www.oldenburg-kreis.de/gesundheit-und-soziales/gesundheitsregion/

Preiskategorie eHealth – Innovative Lösungen zur Verbesserung der Versorgung und Gesundheitskompetenz, „HaT - Hausarzt mit Telemedizin“, Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück

Im Modellprojekt werden fünf Hausarztpraxen mit einem telemedizinischen Equipment ausgestattet und deren Einsatz modellhaft erprobt. Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter werden zu "TeleVERAHs" fortgebildet und gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten geschult. Sie führen mit der Unterstützung von telemedizinischen Instrumentarien eigenständig Hausbesuche durch, übermitteln die Befunde direkt an die Praxis und können bei Bedarf mit der Ärztin oder dem Arzt über eine gesicherte Videokonferenz ein Konsil abhalten. So können bei Hausbesuchen unproduktive Wegstrecken für die Ärztinnen und Ärzte vermieden und die Reichweite medizinischer Versorgung, insbesondere für chronisch erkrankte Menschen, erhöht werden. Das Projekt zeigt Möglichkeiten auf, wie die medizinische Grundversorgung, besonders in den ländlichen Regionen, sichergestellt werden kann. Es soll eine Entlastung der Ärztinnen und Ärzte erreicht, unklare Befunde sofort geklärt und unnötige Einweisungen in das Krankenhaus vermieden werden. https://www.landkreis-osnabrueck.de/der-landkreis/pressestelle/pressemeldungen/41516-pilotphase-hausarzt-mit-telemedizin-ist-beendet

Weiterführende Informationen zum Gesundheitspreis gibt es unter www.gesundheitspreis-niedersachsen.de


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Preisverleihung kompakt in Gebärdensprache

 

Gewinner der Kategorie E-Health: Hausarzt mit Telemedizin

 

Gebärdensprache: Hausarzt mit Telemedizin

 

Gewinner der Kategorie Nachwuchsgewinnung im Gesundheitswesen: Gesundheitsregion Oldenburg

 

Gebärdensprache: Gesundheitsregion Oldenburg

 

Gewinner der Kategorie Gesund aufwachsen in der digitalen Welt: Mädchenhaus Oldenburg

 

Gebärdensprache: Mädchenhaus Oldenburg

 
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