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Neues Niedersächsisches Gleichberechtigungsgesetz (NGG) in Kraft

Am 01.01.2011 ist in Niedersachsen das neue Niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz (NGG) in Kraft getreten.

Das Gesetz modernisiert und verbessert die Bestimmungen des 16 Jahre alten Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes vom 15.6.1994.

Es gibt einige wesentliche Neuerungen, die hier kurz dargestellt werden:

  • Die Vorschriften über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhalten einen neuen Stellenwert.
  • Das Gesetz greift zahlreiche erfolgreiche Aspekte der Fortbildung von Teilzeitbeschäftigten und Beurlaubten auf.
  • Zu dauerhaft gleichen Chancen im öffentlichen Dienst für beide Geschlechter wird man nur gelangen, wenn sich neben den Frauenrollen auch die Männerrollen ändern. Deshalb verpflichtet das Gesetz die Dienststellen, auch auf den Abbau der Unterrepräsentanz von Männern hinzuwirken.
  • Die Vorschriften über den Gleichstellungsplan verwirklichen das moderne Führungskonzept des Führens mit Zielvereinbarungen. Die Dienststelle selbst setzt sich das Ziel, zu dem sie innerhalb der drei Jahre Geltungsdauer des Plans gelangen will.

Mit der Neufassung des Gesetzes werden Regelungen geschaffen, die es erleichtern werden, die Gleichstellung im öffentlichen Dienst weiter voranzubringen.

Das ist auch nötig:

Der dem Landtag im Dezember 2014 vorgelegte 4. Bericht der Landesregierung über die Durchführung des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes zeigt auf, dass die Gleichberechtigung im öffentlichen Dienst des Landes und der Kommunen in Niedersachsen (Download rechte Spalte) noch nicht in allen Bereichen erreicht ist. Zwar stellen die Frauen mehr als die Hälfte der Beschäftigten. In Führungsämtern sind sie aber nach wie vor unterrepräsentiert.

Sonderthema des 4. Berichts waren die Karriereverläufe von Frauen und Männern. Demnach wirken sich Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubung stark auf die Länge des Zeitraums bis zur nächsten Beförderung oder Höhergruppierung aus. Die Karriere verlangsamt sich, wenn familiäre Pflichten zu einer Einschränkung der Arbeitszeit führen. Da zu rund 90 Prozent Frauen in Teilzeit arbeiten oder sich beurlauben lassen, ist der verringerte Beschäftigungsumfang ein gewichtiger Grund für die geringe Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen. Teilzeit in Führungsämtern ist die große Ausnahme.

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