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Mehrheit für niedersächsischen Antrag bei Integrationsministerkonferenz in Nürnberg

Dr. Carola Reimann: „Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen dient der Integration und der Fachkräftegewinnung“


Niedersachsen setzt sich für verbesserte Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Berufsabschlüsse ein. Bei der Konferenz der Integrationsministerinnen und -minister in Nürnberg erhielt ein entsprechender, von Niedersachsen eingebrachter Antrag eine Mehrheit. Demnach soll die Finanzierung von Anerkennungs- und Qualifizierungsverfahren bei ausländischen Berufsabschlüssen verbessert werden. „Wenn wir die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen beschleunigen, leisten wir sowohl einen Beitrag für die gelungene Integration von Zugewanderten als auch für die für Deutschland so wichtige Fachkräftegewinnung“, sagte Niedersachsens auch für Integrationsprojekte zuständige Sozialministerin Carola Reimann.

Wer mit einem ausländischen Berufsabschluss in Deutschland arbeiten möchte, kann seine Qualifikation anerkennen lassen. Für manche Berufe - beispielsweise im Gesundheitsbereich - ist die vorherige Anerkennung erforderlich, um den Beruf überhaupt ausüben zu dürfen. Die Anerkennungsgesetze des Bundes, des Landes Niedersachsen und weiterer Länder bieten seit 2012 einen Rechtsanspruch auf eine Gleichwertigkeitsprüfung. Mit einem Anerkennungsbescheid können zugewanderte Fachkräfte ihre mitgebrachten beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen dokumentieren und im Ergebnis leichter und passgenauer in den deutschen Arbeitsmarkt einbringen.

Die Kosten für ein Anerkennungsverfahren sind für die Antragsstellenden gut eingesetzte Mittel. In vielen Fällen ist es ihnen jedoch nicht möglich, die Kosten selbst aufzubringen. Dies trifft insbesondere zu, wenn vor der Anerkennung noch eine Qualifizierungsmaßnahme zu absolvieren ist, um Unterschiede zwischen der ausländischen und der entsprechenden, in Deutschland zu absolvierenden Ausbildung auszugleichen.
Dr. Carola Reimann: „Problematisch ist es, wenn Interessierte auf die Qualifizierung und ihre berufliche Anerkennung verzichten müssen, weil die Kosten zu hoch sind oder der Lebensunterhalt für die Dauer der Maßnahme nicht gesichert ist - hier rufen wir den Bund zum Handeln auf.“

Mit dem gefassten Beschluss fordern die Landesministerinnen und -minister die neue Bundesregierung auf, ein flächendeckendes Stipendienprogramm einzurichten für Antragstellende mit geringem Einkommen, die keine Aussicht auf andere, vorrangige Unterstützungsleistungen haben.

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16.03.2018

Ansprechpartner/in:
Naila Eid

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