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Täterarbeit bei Häuslicher Gewalt im Fokus

Sozialministerin Carola Reimann: „Gewalt ausübende Männer müssen über Strafverfolgung hinaus Verantwortung für ihre Taten übernehmen ─ Täterarbeit wichtiger Bestandteil der Interventionskette“


Jeden Tag versucht ein Mann in Deutschland seine Frau zu töten – statistisch betrachtet wird an jedem dritten Tag eine Frau dabei zum tödlichen Opfer. „Ein unvorstellbares Leid auch für die Kinder der Frauen. Für mich ist ganz klar, dass Gewalt ausübende Männer deutlich über die Strafverfolgung hinaus Verantwortung für ihre Taten übernehmen müssen“, unterstreicht Sozialministerin Carola Reimann anlässlich des heutigen Fachtages ‚Täterarbeit im Fokus‘ in Hannover.

Damit sich kooperierende Institutionen wie Polizei, Staatsanwaltschaften, Frauenunterstützungseinrichtungen, Jugendämter und in der Täterarbeit Engagierte besser untereinander vernetzen, hat das Land das neue dreijährige Modellprojekt ‚Nachhaltige Vernetzung der Täterarbeit Häusliche Gewalt in Niedersachsen‘ initiiert. Den Auftakt des Projektes machte die heutige Veranstaltung. Dabei betonte Dr. Carola Reimann: „Die Arbeit mit den Tätern ist in der Interventionskette ein wichtiger Bestandteil mit großem präventivem Charakter. Während Opfer geschützt und unterstützt werden, ist es wichtig, dass gewalttätige Männer ihr Verhalten ändern – nur so lässt sich die Gewaltspirale unterbrechen.“

Das neue Projekt ist Teil der Umsetzung der Istanbul Konvention und wird durch das Männerbüro Hannover umgesetzt. Es hat neben einer Evaluation bestehender Angebote das Ziel, vergleichbare Standards in der Täterarbeit zu schaffen.
Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt (BAG TäHG), Roland Hertel, weist darauf hin, dass der Erfolg der Arbeit stark von den Rahmenbedingungen abhängig ist: „Täterarbeit auf Grundlage der bundesweiten Qualitätsstandards ist nur bei ausreichender Finanzierung der Täterarbeitseinrichtungen möglich“. Entscheidend hierbei sei die enge Kooperation mit möglichst allen an der Interventionskette Häuslicher Gewalt beteiligten Institutionen.

Als Projektleiterin Täterarbeit Häusliche Gewalt im Männerbüro Hannover sagt Dr. Almut Koesling: „Zusätzlich zur besseren Ausstattung der bestehenden Täterarbeitseinrichtungen geht es auch um eine flächendeckende Versorgung.“

Das Land fördert in 2020 elf Täterarbeitseinrichtungen mit insgesamt 275.000 Euro. Im Fokus stehen dabei in erster Linie Kursangebote mit so genanntem konfrontativen Ansatz und die Vernetzung der Täterarbeitseinrichtung mit den örtlichen Interventionsstrukturen.


Angebote für von Gewalt betroffene Frauen und Täter

Unterstützung für betroffene Frauen gibt es u. a. über das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Es ist erreichbar unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016. Via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr unterstützt.

Auch auf den Internetseiten des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung finden Frauen unter www.ms.niedersachsen.de/startseite/frauen_gleichstellung/beratungs_und_serviceangebote/ u. a. Kontakte zu den niedersächsischen Frauenhäusern.

Gewalttätige Männer können u. a. unter www.ms.niedersachsen.de/gewaltschutz/taterarbeitseinrichtungen_hausliche_gewalt/foerderung-von-taeterarbeitseinrichtungen-haeusliche-gewalt-in-niedersachsen-106103.html Unterstützung finden.

Presseinformationen

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.02.2020
zuletzt aktualisiert am:
28.02.2020

Ansprechpartner/in:
Stefanie Geisler

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