Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Palliativversorgung und Hospizarbeit


In der Hospizarbeit und Palliativversorgung wirken der ehrenamtlich geprägte Bereich der Hospizarbeit sowie die professionell geprägten Bereich der Palliativpflege und Palliativmedizin gemeinsam. Diese Versorgung ermöglicht schwerkranken und sterbenden Menschen ein weitgehend schmerzfreies Leben und in der letzten Lebensphase ein begleitetes und würdevolles Abschiednehmen. Auch die An- und Zugehörigen erfahren in dieser schwierigen Zeit Unterstützung. Unsere Gesellschaft braucht dieses umfassende Angebot als Ausdruck einer menschlichen Sterbebegleitung.

In den vergangenen Jahren haben in Niedersachsen die Hospizarbeit und Palliativversorgung stark an Bedeutung gewonnen. In der Hospizbewegung mit den ambulanten Hospizdiensten und stationären Hospizen, in der Ärzteschaft, unter den Pflegediensten, in den stationären Pflegeeinrichtungen und bei den Krankenhäusern ist die Erkenntnis gewachsen, dass schwerkranke und sterbende Menschen einer umfassenden Versorgung und Begleitung bedürfen.

Die Unterstützung der Hospizarbeit und Palliativversorgung ist auch ein wichtiges Anliegen der Niedersächsischen Landesregierung.

Mit zahlreichen Maßnahmen hat das Land zur Aufwertung und zum Ausbau der Hospizarbeit und Palliativversorgung in Niedersachsen beigetragen:

  • das von der Landesregierung mit in Auftrag gegebene Gutachten zur Situation der Palliativversorgung in Niedersachsen aus dem Oktober 2004,

  • eine vom Land ins Leben gerufene Fachtagung zur Diskussion über die Ergebnisse dieses Gutachtens im Juli 2005,

  • das von der Landesregierung im Zusammenarbeit mit Experten erarbeitete Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung der Palliativversorgung in Niedersachsen vom März 2006 (Link),

  • die Einrichtung der „Niedersächsischen Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung" im Januar 2009,

  • die finanzielle Landesförderung von Palliativstützpunkten (Mitte 2006 bis Ende 2016),

  • der Beitritt zur „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen" im Februar 2011 (Link),

  • Förderung von Projekten, die z.B. der Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen oder die Koordinierungsstelle in Kooperation mit weiteren Einrichtungen aus diesem Bereich durchgeführt haben (z.B. „Gütesiegel stationäre Hospize" oder „Qualifizierung Ehrenamt")

  • die Fortschreibung des Landes-Rahmenkonzeptes im Juli 2013 (Link),

  • der aus Landesmitteln geförderte Aufbau des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen ab Januar 2016 und

  • die Mittragung der Handlungsempfehlungen (Link) im Rahmen einer nationalen Strategie der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" im Juli 2017.

    37 Palliativstützpunkte als regionale Netzwerke sind über die o.g. Landesförderung entstanden, drei davon ohne Fördermittel. Zum 01.04.2007 ist die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen geworden, die - wie auch das Stützpunktprojekt - stark vom Vernetzungsgedanken geprägt ist. Der Aufbau der so genannten SAPV-Teams war bundesweit nicht einfach.

    In Niedersachsen hatte sich jedoch mit den Palliativstützpunkten bereits eine Netzwerkstruktur gebildet, von der die Etablierung der SAPV profitierte. Im Laufe der Jahre sind 46 SAPV-Teams in Niedersachen entstanden.

    Zum Teil kooperieren diese Netzwerke eng mit den Palliativstützpunkten, zum Teil sind aus den Stützpunkten auch SAPV-Teams geworden oder haben sich mit SAPV-Teams zusammengeschlossen. Diese Netzwerke haben sich in der niedersächsischen Hospiz- und Palliativlandschaft etabliert.

    Des Weiteren gibt es in Niedersachsen derzeit rund 130 ambulante Hospizdienste und 26 stationäre Hospize (davon zwei Kinder- und Jugendhospize) sowie mehr als 60 stationäre Palliativeinrichtungen an Krankenhäusern. Ferner führen ca. 520 praktizierende Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin".

    Die mit dem Aufbau der niedersächsischen Palliativstützpunkte gewonnenen Erfahrungen haben gezeigt, dass die vielfältigen Fragestellungen, die im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Hospizarbeit und Palliativversorgung auftreten, die Einrichtung einer zentralen Institution in Niedersachsen erfordern, die unabhängig koordinierend und beratend tätig werden kann.

    Im Januar 2009 hat die „Niedersächsische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung" diese Aufgaben in den Räumen des Landkreises Osnabrück ehrenamtlich übernommen. Die Einrichtung wurde von Herrn Prof. Dr. med. Winfried Hardinghaus geleitet.

    Mit dem Ziel, landesweit eine nachhaltige vernetzte Beratungs-, Informations- und Qualifizierungsstruktur mit dem Schwerpunkt im ehrenamtlichen Bereich aufzubauen, hat am 24.02.2016 - gefördert aus Landesmitteln - der Landesstützpunkt (Link) Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN) seine Arbeit aufgenommen.

    Die bisherigen Aufgaben der Niedersächsischen Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung sind auf den LSHPN übergegangen.

    Der LSHPN hat insbesondere folgende Aufgaben:

  • Ansprechstelle zu Themen der Hospizarbeit und Palliativversorgung in Niedersachsen für Bürgerinnen und Bürger, Leistungsanbieter und Akteure in diesem Bereich sowie für Verwaltung und Politik,

  • Information und Beratung beim Aufbau neuer Institutionen, bei der Netzwerkbildung und dem planvollen Ausbau der Versorgungsstrukturen in der niedersächsischen Hospizarbeit und Palliativversorgung,

  • Vermittlung und Schaffung von Angeboten für Fort- und Weiterbildung,

  • Impulsgeber im Bereich der Qualitätssicherung und der wissenschaftlichen Begleitforschung

    Als Ansprechpartnerin steht die hauptamtliche Referentin des Landesstützpunktes, Frau Rosemarie Fischer, zur Verfügung. Der LSHPN hat seinen Sitz in der Fritzenwiese 117, 29221 Celle, Tel.: 05141/2196986, info@hospiz-palliativ-nds.de, www.hospiz-palliativ-nds.de.

    Über den Internetauftritt des LSHPN besteht die Möglichkeit, sich umfassend über die verschiedenen Leistungen und das Versorgungsangebot in Niedersachsen im Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung zu informieren.

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