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Vorstellung des Hörmobils beim Inklusionstag der Hochschule Hannover

Wichtiger Baustein zur Verbesserung der frühen Erkennung von Hörschädigungen im Kindesalter geht an den Start


Sozialministerin Daniela Behrens hat am Donnerstag im Rahmen des Inklusionstags der Hochschule Hannover das Hörmobil der Landesbildungszentren für Hörgeschädigte offiziell vorgestellt.

„Eine frühe Erfassung von Hörschäden kann viele gesundheitliche und soziale Folgeprobleme verhindern oder zumindest vermindern. Dies betrifft bei Kindern nicht nur die Entwicklung des Hörens, sondern auch die der Sprache und der psychosozialen Entwicklung. Eine Erfassung im frühen Kindesalter verbessert sowohl die Bildungslaufbahn und damit die beruflichen Perspektiven als auch die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe“, so Behrens.

In einem Flächenland wie Niedersachsen besteht die besondere Herausforderung darin, für alle Regionen ein gutes Angebot für gesundheitliche und soziale Vorsorge zu organisieren. „Hier setzt das Hörmobil an. Es bringt fachliche Kompetenz und eine gute Qualität in die Fläche Niedersachsens. Eltern müssen mit ihren Kindern nicht mehr weite Wege in Oberzentren zurücklegen, sondern können eine gute fachliche Hörüberprüfung und eine kompetente Beratung vor Ort in Anspruch nehmen“, erklärt die Niedersächsische Sozialministerin.

Die Anregung zur Anschaffung eines Hörmobils resultiert aus der „Zukunftsoffensive Inklusion mit den Landesbildungszentren“, einem Projekt des Landes, das zum Ziel hat, Kindern und Jugendlichen mit einer Hör- und Sehbeeinträchtigung und daraus resultierender Teilhabebeeinträchtigungen eine inklusive und wohnortnahe vorschulische Förderung und Beschulung zuteilwerden zu lassen. Im Rahmen eines Teilprojekts der Zukunftsoffensive wurde festgestellt, dass durch die Anschaffung von Hörmobilen für die Pädagogisch-Audiologischen Beratungszentren der Landesbildungszentren für Hörgeschädigte ein niederschwelliger, wohnortnaher Zugang zu pädagogisch-audiologischer Beratungsdiagnostik sichergestellt werden könnte.

Rund 400.000 Euro stellte das Land für die Anschaffung und den Ausbau eines solchen anspruchsvollen Fahrzeugs bereit. „Die eine oder andere Hürde von der Bereitstellung der Haushaltsmittel bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme galt es dann noch zu überwinden. Umso mehr freue ich mich, Ihnen nun heute hier in Hannover im Rahmen des Inklusionstags der Hochschule Hannover das Hörmobil und die damit verbundenen Möglichkeiten offiziell vorstellen zu können“, freut sich Daniela Behrens über den gelungenen Auftakt für den Einsatz des Hörmobils.

Hintergrund „Hörmobil“

Um hörbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien auch im inklusiven Umfeld einen möglichst wohnortnahen und niedrigschwelligen Zugang zu den Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Landesbildungszentren für Hörgeschädigte zu ermöglichen, wurde sich seitens des Landes für den Einsatz eines „Hörmobils“ entschieden, das vom LBZH Oldenburg aus „in die Fläche“ gehen soll.

Die Hörüberprüfung von Kindern im Vorschulalter, vor allem von Kleinstkindern, erfordert einerseits eine hohe fachliche Kompetenz, andererseits aber auch eine hohe technische Qualität. Mit dem Hörmobil wird beiden Ansprüchen Rechnung getragen:

o In der Arbeit mit kleinen Kindern führen erfahrene Fachkräfte aus den Disziplinen Hörgeschädigtenpädagogik und Audiologie/Hörgeräteakustik im Hörmobil audiometrische Hörprüfungen durch.

o Das Hörmobil ist mit spezieller Messtechnik auf neuestem technischen Niveau ausgestattet und erlaubt eine präzise Feststellung des Hörverlustes oder auch den Ausschluss eines Hörschadens.

Das Personal der Landesbildungszentren für Hörgeschädigte, das mit dem Hörmobil durch Niedersachsen fährt, gewährleistet nicht nur fachliche Überprüfungen in hoher Qualität, sondern auch eine unabhängige und differenzierte Beratung im Falle einer erfassten Hörproblematik. Aufgrund guter interdisziplinärer Vernetzung mit Fachärzten, Kliniken und audiologischen Fachleuten sind zuverlässige Beratungen zu eventuell notwendig werdenden Anschlussmaßnahmen gewährleistet.

Kinder und Jugendliche mit einer erfassten Hörschädigung besuchen zunehmend Kindergärten und Schulen am Heimatort. Im Vorschulalter betreut durch die Hörfrühförderung der Landesbildungszentren für Hörgeschädigte; im Schulalter durch Fachkräfte des Mobilen Dienstes für Hörgeschädigte an Regelschulen. Das Hörmobil soll auch hier in den Einsatz kommen und die Arbeit des Pädagogisch-Audiologischen Beratungszentrums mit den Aufgaben des Mobilen Dienstes sowie der Hörfrühberatung verzahnen. Dies erspart den hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern zum Teil erhebliche Anfahrtswege.

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erstellt am:
02.06.2022

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