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Ministerin Carola Reimann hisst Fahne am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: „Jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer – wir dürfen nicht wegsehen!“

„Gewalt gegen Frauen ist bis heute die häufigste Menschenrechtsverletzung“, sagt Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen: „Sie findet in unterschiedlichen Formen alltäglich und mitten unter uns statt. So ist jede vierte Frau, die in Deutschland lebt, mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.“ Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hat Dr. Carola heute an ihrer Ministeriumsfassade am Hannah-Ahrendt-Platz in Hannover eine Flagge von Terre des Femmes mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst - zeitgleich mit Organisationen und Frauenverbänden in ganz Deutschland.

Niedersachsens Sozialministerin ruft dazu auf, bei Anzeichen auf Gewaltanwendung nicht wegzusehen oder zu schweigen. Sie beteiligt sich auch an der bundesweiten Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Neben dem Aufruf gegen Gewalt sei konkrete Unterstützung für die Betroffenen enorm wichtig, so Dr. Carola Reimann. In Niedersachsen gibt es ein engmaschiges Netz an Hilfen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. Die Angebote reichen von Frauenhäusern über Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (BISS) und Gewaltberatungsstellen bis hin zu Notrufen:

In den 42 niedersächsischen Frauenhäusern suchen jährlich rund 2.200 Frauen mit etwa 2000 Kindern Hilfe und Unterstützung. Insbesondere die Anzahl der Beratungsfälle der 29 BISS-Stellen ist stark gestiegen. In den nunmehr 43 vom Land geförderten Gewaltberatungsstellen werden jährlich durchschnittlich 8.750 Frauen beraten.

Andere flankierende Maßnahmen sind etwa das Beratungsangebot gegen Zwangsheiraten (www.zwangsheirat.de) oder die anonyme Beweissicherung bei Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen (ProBeweis, www.probeweis.de). Das Programm „Worte helfen Frauen“ (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Übersetzerinnen und Übersetzern abrechnen.

Informationen

Seit 1991 ist der 25. November offiziell als internationaler Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen in den Vereinten Nationen anerkannt. Der Gedenktag geht auf den Todestag der drei Schwestern Mirabel im Jahr 1960 zurück, die aufgrund ihres Widerstands gegen Diktator Trujillo in der Dominikanischen Republik ermordet wurden.

Mit zahlreichen Aktionen und Info-Veranstaltungen wird diesem traurigen Thema jeweils am 25. November besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ziel ist es, die Einhaltung von Menschenrechten gegenüber Frauen und Mädchen zu thematisieren, stärker in das Bewusstsein einer internationalen Öffentlichkeit zu bringen und jegliche Art von Gewalt gegen Frauen anzuprangern.

Einen rechtlichen Rahmen für den Schutz von Frauen und Mädchen bietet die am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getretene Istanbul-Konvention. Das internationale Abkommen verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zu zahlreichen Maßnahmen, die eine umfassende Prävention, den Schutz der Opfer und die Verurteilung der Täter zum Ziel haben. „Die Istanbul-Konvention ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Erstmals gelten damit Mindeststandards im Gewaltschutz für Frauen in den Mitgliedsstaaten des Europarates – das ist ein großer Schritt nach vorne“, so Dr. Carola Reimann.

Service

Eine erste Beratung bietet das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000/116 016 an. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten (www.hilfetelefon.de).

Das „Netzwerk ProBeweis“ bietet von Gewalt Betroffenen die Möglichkeit, Beweise sichern zu lassen – unabhängig von einer eventuellen späteren Strafverfolgung: www.probeweis.de, Tel.: 0511/532 4599.

Das Programm „Worte helfen Frauen“ (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Übersetzerinnen und Übersetzern abrechnen.

Weitere Informationen zum Angebot für von Gewalt betroffene Frauen finden Sie unter gewaltschutz.niedersachsen.de.


Presseinformationen
Artikel-Informationen

25.11.2019

Ansprechpartner/in:
Christina Stumpenhausen

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