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Angebote der Schuldnerberatung unterstützen in schwierigen Lebenslagen - Aktionswoche Schuldnerberatung „… und plötzlich überschuldet“ startet

Ministerin Daniela Behrens: „Niemand sollte alleine mit seinen Sorgen sein. Nehmen Sie bitte die Hilfe der Schuldnerberatungsstellen in Anspruch.“


Anlässlich der Woche der Schuldnerberatung, macht Sozialministerin Daniela Behrens auf das flächendeckende Netz an Beratungsangeboten aufmerksam und ruft Betroffene auf, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen: „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie unvorhersehbare Ereignisse an sich wirtschaftlich stabile Existenzen in die Schuldenfalle treiben können. Wenn durch Krankheit, Trennung, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit das Einkommen sinkt, geraten vor allem einkommensarme Menschen schnell in die Überschuldung. Steigende Schulden gehen an die persönliche Existenz – im schlimmsten Fall droht die Privatinsolvenz. Die Schuldnerberatungen stehen Betroffenen mit fachkundigem aber auch vertraulichem Rat zur Seite. Sie zeigen Betroffenen Perspektiven auf und entwickeln Lösungen. Niemand sollte alleine mit seinen Sorgen sein. Nehmen Sie bitte die Hilfe der Schuldnerberatungsstellen in Anspruch. Die Beratung ist, soweit diese durch die Mittel des Landes gefördert werden, kostenlos.“

Im vergangenen Jahr haben 23.028 Menschen eine Schuldnerberatung in einer der 265 anerkannten Beratungsstellen in Niedersachsen in Anspruch genommen. Der Anteil der Personen in Privatinsolvenz betrug im letzten Jahr rund 11 pro 10.000 EinwohnerInnen.

Seit Jahren steigen die laufenden Kosten für den Lebensunterhalt. Infolge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine ziehen die Energiekosten und die Lebensmittelpreise deutlich an. Ministerin Daniela Behrens: „Die vom Bund beschlossenen Entlastungspakete werden beispielsweise die gestiegenen Energiekosten abfedern. Aber sie werden leider nicht ausreichen, um die Preissteigerungen vollends auszugleichen. Besonders Familien mit Kindern oder Alleinerziehende haben immer größere Schwierigkeiten ihre Verbindlichkeiten zu decken, ihren Kindern soziale Teilhabe zu ermöglichen oder gar Rücklagen zu bilden. Teilhabe ist essentiell, um sich als junger Mensch zu entwickeln. Überschuldete Eltern trifft eine mögliche Privatinsolvenz deshalb doppelt hart: sie selbst müssen sich auf ein Minimum beschränken und ihre Kinder haben kaum noch eine Chance, am außerschulischen Leben teilzunehmen. Es ist gut, dass der Bund die Kindergrundsicherung auf den Weg bringen wird. Doch es braucht deutlich mehr Tempo. Und, Kinder und Jugendliche benötigen darüber hinaus gezielte Unterstützung, wenn es um Freizeitangebote geht. Deswegen setze ich mich für die Fortführung der Bundesprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ und eine Verstetigung unseres niedersächsischen Projektes „Startklar in die Zukunft“ ein.“

Reicht das Geld trotzdem nicht, brauche es eine verlässliche Beratung und Unterstützung, so Daniela Behrens: „Zahlreiche Studien zeigen, dass soziale Schuldner- und Insolvenzberatung wirkt. In der Beratung werden die Schulden reguliert und damit die Existenz gesichert. Dank psychosozialer Unterstützung kann sich die wirtschaftliche und berufliche Situation der Ratsuchenden deutlich verbessern. Das kann die gesamte familiäre, soziale und gesundheitliche Situation stärken.“

Je bekannter die Angebote und je leichter der Zugang, desto niedriger ist die Hemmschwelle für Ratsuchende. Das Land Niedersachsen treibt aus diesem Grund auch die Digitalisierung der Schuldnerberatungsstellen voran, um einen digitalen Zugang zu den Beratungsleistungen zu ermöglichen. Die Grafschaft Bentheim beteiligt sich beispielsweise als Pilotkommune im bundesweiten Digitalisierungsprozess der Schuldnerberatungen.


Hintergrundinformationen

Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird jährlich von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) durchgeführt. Die bundesweite Veranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto „… und plötzlich überschuldet“. Sie findet dieses Jahr vom 30. Mai bis zum 3. Juni statt.

Das Land Niedersachsen stellt für die gesetzliche Schuldnerberatung einen Betrag von etwa 8 Millionen Euro zur Verfügung. Für die soziale Schuldnerberatung wird zusätzlich eine Summe von rund 1,2 Millionen Euro bereitgestellt, wovon 650.000 Euro durch das Land im Rahmen einer freiwilligen Förderung finanziert werden.


Servicehinweise

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter

https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/soziales_inklusion/soziales/verbraucherinsolvenz_und_schuldnerberatung/

Schuldnerberatungsstellen in der Nähe:

www.forum-schuldnerberatung.de

http://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de/

Presseinformationen

Artikel-Informationen

erstellt am:
30.05.2022

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