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Radioaktiv belastete Lebensmittel


Die radioaktive Belastung sieht man nicht, man riecht sie nicht und man kann sie nicht schmecken. Die Folgen des Genusses radioaktiv belasteter Lebensmittel zeigen sich oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten. Gerade älteren Menschen ist es oft schwer zu vermitteln, dass sie deshalb ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen.

Tatsache ist, dass viele Nahrungsmittel aus den ehemals stark landwirtschaftlich genutzten und heute stark strahlenbelasteten Gebieten oft über Jahrhunderte hinaus radioaktiv verseucht sind. Das gilt insbesondere für alle Früchte des Waldes, wie Pilze und Beeren, aber auch für Wild, Süßwasserfische und alle Milchprodukte. Da diese Nahrungsmittel in den belasteten Gebieten weiter gesammelt, verarbeitet und gegessen werden, setzen sich die Menschen tagtäglich einer weiteren radioaktiven Belastung aus.

Hinzu kommt, dass diese Nahrungsmittel auch in die unbelasteten Gebiete transportiert und dort oft als angeblich unbedenklich verkauft werden. Es gibt in Belarus, der Ukraine und Russland keine funktionierende Lebensmittelkontrolle, die sicherstellen könnte, dass auf den Märkten oder in den Geschäften nur unbelastete Nahrungsmittel angeboten werden. In den strahlenbelasteten Gebieten fällt selbst Laien schon bei der Durchfahrt auf, dass auf den Weiden, vor deren Betreten Schilder mit dem Zeichen für Radioaktivität warnen, Kühe grasen. Ihre Milch wird sicherlich irgendwo angeboten und gelangt in die Nahrungsmittelkette.

Das Problem ist, dass die Menschen in Belarus, in der Ukraine und Russland kaum Alternativen haben. Wenn – wie in Belarus – weite Teile des Landes, die früher zu den landwirtschaftlich intensiv genutzten Bereichen gehörten, nun nicht mehr zur Verfügung stehen sollen, reicht das Angebot aus den übrigen Landesteilen einfach nicht aus. Natürlich gäbe es die Möglichkeit, unbelastete Nahrungsmittel aus anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion oder dem westlichen Ausland zu importieren. Da jedoch Importe heute ausnahmslos mit Devisen bezahlt werden, scheitert eine gesunde, unbelastete Ernährung der Bevölkerung spätestens an den finanziellen Möglichkeiten.
 
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