Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Sozialministerin Cornelia Rundt startet „FreiwilligenBörse“ für die Flüchtlingshilfe in Niedersachsen

Die Ministerin würdigt im Gespräch mit Flüchtlingshelferinnen und -helfern deren beispiellosen ehrenamtlichen Einsatz





Die „FreiwilligenBörse" für die Flüchtlingshilfe in Niedersachsen ist gestartet. Sozialministerin Cornelia Rundt hat heute bei einer Pressekonferenz in Hannover das neue Angebot des Landes Niedersachsens freigeschaltet. Auf www.freiwilligenserver.de können Hilfsorganisationen, Verbände und Vereine sowie Erstaufnahmeeinrichtungen, Kommunen und Notunterkünfte annoncieren, wo sie aktuell welche Hilfe benötigen - hilfsbereite Bürgerinnen und Bürger sehen sofort, wo sie in ihrer Nähe aktiv werden können.

„Ich bin beeindruckt, wie groß die Hilfsbereitschaft der niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger ist, sie packen in Notunterkünften mit an oder bringen in ihrer Freizeit Flüchtlingen die ersten deutschen Worte und Sätze bei", erklärte Ministerin Rundt heute im Gespräch mit Helferinnen und Helfern im Sozialministerium: „Die Freiwilligen beweisen, dass das von dieser Landesregierung initiierte Leitbild der Willkommenskultur nicht nur ein großes Wort ist, sondern dass es tatsächlich gelebt wird und den Worten Taten folgen." Es habe sich indes immer wieder gezeigt, dass hilfsbereite Menschen nicht wirklich an den Ort geleitet werden, wo ihre Hilfe benötigt werde - das habe nicht selten zu Ernüchterung oder Frust geführt. Cornelia Rundt: „Mit der FreiwilligenBörse werden nun die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger und der Hilfsbedarf der Hilfsorganisationen auf einer landesweiten Plattform zusammengeführt - mit diesem Tool soll die große Hilfsbereitschaft kanalisiert und für alle Beteiligten übersichtlicher organisiert werden."

Die auch für Migrationsprojekte und Freiwilligendienste zuständige Sozialministerin rief Verbände, Vereine, Initiativen, Kommunen und Flüchtlingsunterkünfte auf, ab sofort ihre Hilfebedarfe auf dem FreiwilligenServer kundzutun. Interessierte Bürgerinnen und Bürger wies Sie darauf hin, dass sie auf der Homepage www.freiwilligenserver.de nicht nur ab sofort die FreiwilligenBörse finden, sondern auch viele weitere Informationen zum freiwilligen Engagement wie etwa zur Ehrenamtskarte oder zu Rechts- und Versicherungsfragen. Außerdem sind dort alle wichtigen Kontakte zu den Freiwilligenagenturen, zu kommunalen Ansprechpartnerinnen und -partnern sowie zu den Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe in der Nähe des jeweiligen Wohnortes zu finden.

Ministerin Cornelia Rundt betonte beim Start der FreiwilligenBörse auch, dass unabhängig von der Diskussion über die Gesamtzahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge jeder einzelne in den niedersächsischen Städten und Landkreisen eintreffende Flüchtling aufgrund seines besonderen Schicksals unsere Unterstützung verdient habe. „Wir können uns kaum ausmalen, was etliche dieser Flüchtlinge vor und auf der Flucht an körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt und an lebensbedrohlichen Situationen erlebt haben. Angehörige und Freunde sind an ihrer Seite gestorben. Es geht bei der Aufnahme dieser Menschen, die bei uns Zuflucht finden, nicht nur um eine logistische Herausforderung. Es geht insbesondere auch darum, sich diesen Einzelschicksalen zu widmen und ihnen auf sie zugeschnittene Hilfe und Zuwendung zukommen zu lassen. Diese humanitäre Aufgabe wäre ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht zu erreichen. Sie nehmen sich Zeit für Flüchtlinge, sie spüren ihre Bedarfe auf und gehen mitunter bis an die Grenzen des Leistbaren, um zu helfen." Die große Hilfsbereitschaft werde sich auch langfristig auszahlen, so Rundt, „denn viele der Menschen, die jetzt zu uns kommen, werden bei uns bleiben und zu Mitbürgerinnen und Mitbürgern werden. Sie werden sich stets daran erinnern, wie sie hier aufgenommen wurden - und werden das ihnen zugutegekommene Engagement nicht vergessen".

Die über ganz Niedersachsen verteilten Freiwilligenagenturen, Migrationsberatungen und Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe werden aus dem Landeshaushalt gefördert. Über den diese Woche im Landtag zur Abstimmung stehenden Flüchtlings-Nachtragshaushalt sollen weitere sechs Millionen Euro für Flüchtlingssozialarbeit, die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe sowie die psychosoziale Betreuung traumatisierter Flüchtlinge bereitgestellt werden.

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