Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Niedersächsischer Gesundheitspreis 2017

Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann zeichnet drei innovative Gesundheitsprojekte aus


Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann eröffnet die feierliche Preisverleihung zum 7. Niedersächsischen Gesundheitspreis  
Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann eröffnet die feierliche Preisverleihung zum 7. Niedersächsischen Gesundheitspreis
Im Alten Rathaus in Hannover wurde der diesjährige Niedersächsische Gesundheitspreis an drei herausstechende Projekte verliehen.  
Im Alten Rathaus in Hannover wurde der diesjährige Niedersächsische Gesundheitspreis an drei herausstechende Projekte verliehen.
Durchs Netz gefallen und regional aufgefangen - In dieser Preiskategorie erhält der Caritasverband Hannover den Gesundheitspreis 2017 für seine  
Durchs Netz gefallen und regional aufgefangen - In dieser Preiskategorie erhält der Caritasverband Hannover den Gesundheitspreis 2017 für seine "Straßenambulanz"
Hilfen bündeln am Lebensende - für ihre palliative und hospizliche Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen in stationären Einrichtungen erhält die Diakonie Himmelsthür ebenfalls den Niedersächsischen Gesundheitspreis 2017  
Hilfen bündeln am Lebensende - für ihre palliative und hospizliche Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen in stationären Einrichtungen erhält die Diakonie Himmelsthür ebenfalls den Niedersächsischen Gesundheitspreis 2017
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In der Kategorie "Mobile Anwendungen – mHealth in der gesundheitlichen Versorgung" erhält die Interdisziplinäre Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen ebenfalls den Gesundheitspreis 2017 für ihre Innovative IT-Lösungen für die Notfallvers
Das Gruppenfoto zeigt die Ministerin mit allen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie den Laudatorinnen und Laudatoren.  
Das Gruppenfoto zeigt die Ministerin mit allen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie den Laudatorinnen und Laudatoren.

Innovative Technologien und kreative Ideen - das zeichnet die Projekte aus, die mit dem diesjährigen Niedersächsischen Gesundheitspreis geehrt wurden. „Die gesundheitliche Versorgung in unserem Land wird durch zeitgemäße und auf die Belange der Menschen ausgerichtete Gesundheitsprojekte weiter gestärkt. Davon profitieren vor allem die Bürgerinnen und Bürger. Wir ehren heute deshalb diejenigen, die hier besonders vorbildlich vorangehen und zu einer wohnortnahen und flächendeckenden Versorgung beitragen", sagt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann.

In diesem Jahr hatten sich Projekte beworben, die besonders innovativ in diesen Themenbereichen wirken:

  • „Durchs Netz gefallen und regional aufgefangen - die Gesundheitsversorgung von Menschen in prekären Lebenslagen gestalten"
  • „Hilfen bündeln am Lebensende - die Zusammenarbeit in der Hospiz- und Palliativversorgung stärken"
  • „Mobile Anwendungen - mHealth in der gesundheitlichen Versorgung"

Aus den Bewerbungen wurden folgende Projekte ausgewählt und mit dem Niedersächsischen Gesundheitspreis 2017 geehrt, der mit insgesamt 15.000 Euro dotiert ist:

Preiskategorie: Durchs Netz gefallen und regional aufgefangen

Projekttitel: Straßenambulanz - ein ambulantes medizinisches Angebot für Wohnungslose, von Wohnungslosigkeit Bedrohte und für Menschen, die von Armut betroffen sind

Einrichtung: Caritasverband Hannover e. V.

-Dotiert mit 5.000 Euro-

Preiskategorie: Hilfen bündeln am Lebensende

Projekttitel: Palliative und hospizliche Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen in stationären Einrichtungen

Einrichtung: Diakonie Himmelsthür e. V.

-Dotiert mit 5.000 Euro-

Preiskategorie: Mobile Anwendungen - mHealth in der gesundheitlichen Versorgung

Projekttitel: Innovative IT-Lösungen für die Notfallversorgung

Einrichtung: Universitätsmedizin Göttingen, Interdisziplinäre Notaufnahme

-Dotiert mit 5.000 Euro-

Ausgeschrieben wurde der Preis gemeinsam vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, von der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und der Apothekerkammer Niedersachsen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann: „Insbesondere durch mobile Anwendungen und eHealth wird es mehr und mehr möglich sein, eine nahezu flächendeckende Gesundheitsversorgung für ganz Niedersachsen zu schaffen. Hier gilt es, die neuen Kommunikationswege und -möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet, zu nutzen und weiter auszubauen. Ein entscheidender Punkt hierbei ist, dass der ländliche Raum von dieser neuen Art der Versorgung ebenso profitiert wie die mit stärkerer Infrastruktur ausgestatteten städtischen Gebiete. Die Gewinner des Gesundheitspreises 2017 haben sich vielversprechend mit diesem Thema auseinander gesetzt und gehen so schon einen entscheidenden Schritt in Richtung der digitalen Gesundheitsversorgung für die Zukunft Niedersachsens."

„Wir zeichnen Projekte aus, die mit innovativen und kreativen Lösungen eine Verbesserung der Versorgungsqualität ermöglichen. Der Niedersächsische Gesundheitspreis schafft Aufmerksamkeit für gute Ideen, die richtungsweisend sind", fasst Frank Preugschat, Leiter Versorgung der AOK Niedersachsen zusammen.

„Wir brauchen kreative Ideen, Courage und Menschen, die sich verantwortlich fühlen. Der Gesundheitspreis geht heute an drei Projekte, die neue Wege einschlagen und die bestehende Versorgung verbessern. Die Preisträger packen dort an, wo das Leben wehtut: auf der Straße, im Hospiz und in der Notaufnahme. Mit ihrer Hilfe werden arme und wohnungslose Kranke medizinisch versorgt und erhalten so eine Chance würdig weiterzuleben. Sterbenden, die geistig beeinträchtigt sind, halten sie still die Hand. Sie erkennen, wer Schmerzen hat, wissen mit ihnen über den Tod zu sprechen, sie trösten. Und sie helfen Rettungskräften besser helfen zu können - mit schlauer Digitaltechnik. Ich bin beeindruckt vom großen Engagement von und für Menschen, die wir heute auszeichnen dürfen", sagt Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen.

„Die ausgezeichneten Projekte führen uns die Bandbreite innovativen Denkens im Gesundheitsbereich vor Augen. Die Preisvergaben würdigen neben moderner digitaler Vermittlung medizinischen Wissens auch elementare Kategorien der Gesundheitsversorgung: Die Zuwendung zum Menschen in seiner Bedürftigkeit, sei es in Armut oder am Lebensende. Sie stehen für den dauernden Appell an die moderne Medizin, High-Tec und Mitmenschlichkeit in einem übergreifenden System der Fürsorge für den Patienten zu verbinden", unterstreicht Mark Barjenbruch, Vorsitzender der KVN.

Eine hochkarätige und fachkundige Jury, die sich aus den Partnerinnen und Partnern des Niedersächsischen Gesundheitspreises sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Verbänden und Forschung zusammensetzt, wählte aus insgesamt 33 Beiträgen die besten Projekte aus.

Die Projekte im Detail:

Preiskategorie: Durchs Netz gefallen und regional aufgefangen

Projekttitel: Straßenambulanz - ein ambulantes medizinisches Angebot für Wohnungslose, von Wohnungslosigkeit Bedrohte und für Menschen, die von Armut betroffen sind

Einrichtung: Caritasverband Hannover e. V.

Kurzbeschreibung:

Armut, Wohnungslosigkeit oder aber das Fehlen einer Krankenversicherung haben Einfluss auf die Lebensverhältnisse der Betroffenen.Ihre psychische, soziale sowie ökonomische Situation wird beeinträchtigt, auch leiden sie häufig an einem schlechten Gesundheitszustand - vielfach verbunden mit einer ungenügenden medizinischen Versorgung. Hier setzt das Projekt „Straßenambulanz" des Caritasverbandes Hannover e.V. an, das 1999 zur aufsuchenden, gesundheitlichen Versorgung von Wohnungslosen, von Wohnungslosigkeit Bedrohten und von Menschen, die von Armut betroffen sind, ins Leben gerufen wurde. Denn oft scheuen diese Personen den Weg in niedergelassene Arztpraxen aus unterschiedlichen Gründen. Sie werden von einem interdisziplinären Team aus ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PflegerInnen und FahrerInnen in sozialen Brennpunkten und in Notunterkünften aufgesucht. Das Team ist elfmal in der Woche an acht Standorten in Hannover im Einsatz. Geboten wird eine niedrigschwellige gesundheitliche Erstversorgung in einem Kleinbus, in den Räumlichkeiten der Notunterkünfte oder der Caritas.

Preiskategorie: Hilfen bündeln am Lebensende

Projekttitel: Palliative und hospizliche Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen in stationären Einrichtungen

Einrichtung: Diakonie Himmelsthür e. V.

Kurzbeschreibung:

Die Frage, wie Menschen mit kognitiven Einschränkungen in stationären Einrichtungen am Ende ihres Lebens angemessen begleitet werden können, wurde lange Zeit nur marginal beleuchtet. Vielerorts mangelt es weiterhin an adäquaten Konzepten der palliativen und hospizlichen Versorgung dieser Personengruppe. Die Diakonie Himmelsthür e.V. hat sich dieser Herausforderung angenommen und bietet mit dem Haus Oberlin einen würdevollen Raum für schwerstkranke, in ihren geistigen Fähigkeiten eingeschränkte Menschen und deren Angehörige. Ein speziell ausgestattetes Zimmer macht aufwändige Pflege möglich und bietet ein gemütliches und warmes Umfeld. Es handelt sich um einen Ort, an dem Betroffene ihre verbleibende Lebenszeit in Geborgenheit verbringen können und die pflegerische sowie medizinische Versorgung und seelsorgerische Begleitung erhalten, die sie sich wünschen. Dazu wird mit HausärztInnen, Hospizvereinen und der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung zusammengearbeitet. Neben der Begleitung der Angehörigen werden bei Bedarf ebenfalls die MitbewohnerInnen beim Abschiednehmen und in ihrer Trauer unterstützt.

Preiskategorie: Mobile Anwendungen - mHealth in der gesundheitlichen Versorgung

Projekttitel: Innovative IT-Lösungen für die Notfallversorgung

Einrichtung: Universitätsmedizin Göttingen, Interdisziplinäre Notaufnahme

-Dotiert mit 5.000 Euro-

Kurzbeschreibung:

In der Notfallversorgung spielen Interdisziplinäre Notaufnahmen (INA) in Deutschland eine zentrale Rolle. Fallzahl-Anstieg, hoher Zeit- und Kostendruck, sowie Nutzung unterschiedlicher Informationssysteme und Medizintechniken stellen dabei höchste Anforderungen an die Qualifikation der Fachkräfte. Innovative IT-Lösungen zur Unterstützung im konkreten Notfall und für die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung dieser Zielgruppen wurden im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts A.L.I.N.A. entwickelt. Ziel ist es, in den Prozessabläufen der INA für die beiden nichtakademischen Berufsgruppen in der Notfallmedizin - Notfallpflege und Rettungsdienst - intelligente Assistenzsysteme zur bedarfsorientierten Unterstützung in der Notfallversorgung webbasiert auf mobilen Endgeräten für ihre berufliche Tätigkeit im gesamtem Verlauf der präklinischen und klinischen Notfallversorgung zur Verfügung zu stellen. Somit wird die kontinuierliche berufliche Fort- und Weiterbildung in situ, d.h. im konkreten Notfall, orts- und zeitungebunden ermöglicht.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

28.11.2017

Ansprechpartner/in:
Dominik Kimyon

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