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Niedersächsische Landesregierung stellt gemeinsame Strategie gegen Antibiotikaresistenz vor

Die Gesundheit von Mensch, Tier, Lebensmittel, Umwelt hängen eng zusammen. Bei kaum einem Thema wird dies so deutlich wie bei der Entwicklung der Antibiotikaresistenz. Daher hat die niedersächsische Landesregierung im Interministeriellen Arbeitskreis Schwerpunkte für eine gemeinsame ressortübergreifende Strategie entwickelt. Ziel ist es, den Anteil antibiotikaresistenter Bakterien zu begrenzen.

Die jetzt vorgestellte Strategie identifiziert neun Handlungsfelder. So sollen beispielsweise sowohl bei Menschen als auch bei Tieren weniger Antibiotika als bisher eingesetzt werden. Antibiotikaverbrauch und Resistenzentwicklungen sollen überwacht und bewertet, Übertragungen von resistenten Erregern durch bessere Hygiene eingeschränkt werden. Daneben spielen Aus-, Fort- und Weiterbildung, Information, Umwelt, Forschung und Vernetzung eine wichtige Rolle.

Die gemeinsame Strategie greift den Gedanken des sogenannten One-Health-Ansatzes auf, der besagt, dass das Management gesundheitlicher Risiken die Komponenten Mensch, Tier, Lebensmittel und Umwelt berücksichtigen muss.

Antibiotika sind Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen. Sie gehören zu den wichtigsten Medikamenten im Kampf gegen bakterielle Infektionskrankheiten. In den vergangenen Jahren hat der Anteil an antibiotikaresistenten Bakterien zugenommen. Diese Bakterien haben sich Eigenschaften angeeignet, die sie gegen ehemals für sie tödliche Antibiotika schützen.

Die Folgen sind schwerwiegend. Denn Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien gehen oft mit einem ernsteren und längeren Krankheitsverlauf und einer höheren Sterberate einher als Infektionen mit sensiblen Bakterien. Das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) geht davon aus, dass jährlich 25 000 Menschen in Europa durch multiresistente Bakterien sterben. Der O’Neill Report prognostiziert für das Jahr 2050 bei einer unveränderten Zunahme der Antibiotikaresistenz jährlich 10 Millionen Sterbefälle weltweit durch antibiotikaresistente Bakterien und eine damit einhergehende Reduktion des Bruttoinlandprodukts von 2 - 3,5 Prozent. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, dass Antibiotika wirksam bleiben.

Die Entstehung, Übertragung und Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien ist sehr komplex und vielfältig. Die Niedersächsische Landesregierung hat daher für die Dauer von zwei Jahren einen Interministeriellen Arbeitskreis (IMAK) ins Leben gerufen, in dem das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sowie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur beteiligt sind. Aufgabe des IMAK ist es, die Maßnahmen der Landesregierung im Handlungsfeld Antibiotikaresistenz aufeinander abzustimmen und auf dieser Basis eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen zu entwickeln und zu begleiten.

Das Strategiepapier können Sie in der rechten Spalte herunterladen.


Zentral Geschäftsstelle zur MSRA-Bekämpfung

Eine zentrale Geschäftsstelle für ein landesweites Netzwerk gegen MSRA ist beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) eingerichtet worden. Alle wesentlichen Fragen zu multiresistenten Keimen sollen dort gesammelt und beantwortet werden. Dies schließt auch Fragen zu Kosten und Kostenerstattung für die Vorsorge und Therapie ein. Zusätzlich wird der kommunale öffentliche Gesundheitsdienst (Fachbereiche Gesundheit/Gesundheitsämter) in Qualitätszirkel eingebunden.

Darüber hinaus ist eine Novellierung des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes bei den inhaltlichen Vorgaben für die Hygiene beabsichtigt.


Projekt Armin dient der Überwachung und Erfassung

Das bundesweit einmalige Projekt ARMIN (Antibiotika Resistenz Monitoring in Niedersachsen), durchgeführt vom NLGA und einigen niedergelassenen Laboratorien, erfasst Resistenzdaten und leitet diese anonym und elektronisch an das NLGA. So ist eine langfristige Überwachung von wichtigen Daten gewährleistet. Denn nur so können Gesundheitsgefahren fundiert erfasst und Maßnahmen zur Eindämmung antibiotikaresistenter Erreger frühzeitig begonnen werden.

Gegenseitige Transparenz und Information über die MRSA-Problematik soll zum Standard in der Kommunikation zwischen den Beteiligten werden. Die gezielte Fortbildung zu Netzwerkmoderatoren versorgt die Mitarbeiter vor Ort mit notwendigem Expertenwissen, um präventiv arbeiten zu können.

Neben dem NLGA stehen auch die Ansprechpartner des öffentlichen Gesundheitsdienstes in den Landkreisen und kreisfreien Städten (Fachbereiche Gesundheit/Gesundheitsämter) für weitere Auskünfte zur Verfügung.


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