Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung

Weltnichtrauchertag 2026 – Gesundheitsminister Philippi warnt vor den Gefahren von Vapes und E-Zigaretten: „Künstliche Aromen sollten verboten werden“

Anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertages am 31. Mai hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erstmals repräsentative Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Rauchverhalten junger Menschen veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass der Anteil rauchender und vapender Jugendlicher in den vergangenen Jahren wieder gestiegen ist. Vor allem der Konsum neuartiger Nikotinprodukte wie Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeutel nimmt deutlich zu.

Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi warnt vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen vor den Gefahren des Rauchens und Vapens:

„Dampfen ist gefährlich und macht abhängig. Vapes und E-Zigaretten sind der leichte Einstieg in die Sucht. Die Drogenaffinitätsstudie zeigt deutlich, dass Jugendliche wieder häufiger rauchen und vapen. Nikotinprodukte sind für junge Menschen heute leichter sichtbar und leichter verfügbar. Die bedauerliche Trendumkehr beim Rauchverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener lässt sich mutmaßlich auch mit den süßen und fruchtigen Aromen, die beim Konsum von Vapes und E-Zigaretten verdampft werden, erklären. Die Aromen täuschen Spaß und Leichtigkeit vor, wo Gesundheitsschädigungen und Sucht drohen. Doch Vapes enthalten eine Flüssigkeit, die beim Rauchen erhitzt wird. Durch das Erhitzen entstehen teils ähnlich gesundheitsschädliche und krebsfördernde Substanzen wie beim Rauchen einer gewöhnlichen Zigarette. Aktuelle Studien zeigen zwar, dass weniger Schadstoffe in den Körper gelangen, schädlich sind die Produkte dennoch. Daher bin ich für ein konsequentes Verbot von Aromen in E-Zigaretten, sowohl für Nachfüllvarianten als auch für die Einweg-Vapes. Die Bundesregierung hat bereits ein Verbot von charakteristischen Aromen bei erhitzten Tabakerzeugnissen beschlossen. Aber auch für die sogenannten Vapes sollten meiner Ansicht nach die künstlichen Aromen verboten werden, damit toxische Substanzen nicht verschleiert werden und nach Vanillepudding riechen. Rauchen ist und bleibt ein vermeidbares Gesundheitsrisiko. Raucherinnen und Raucher erkranken deutlich häufiger an Herz-Kreislauf, Atemwegs- und Krebserkrankungen. Jedes Jahr sterben deutschlandweit rund 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Auch wenn das Dampfen in seinen Folgewirkungen noch nicht so weit erforscht ist wie das Rauchen, so ist definitiv von negativen Folgen auf die Gesundheit auszugehen. Neben einem Tabakwerbeverbot halte ich die angekündigte Erhöhung der Tabaksteuer für sinnvolle Instrumente, damit Jugendliche gar nicht erst zum Rauchen animiert werden.“

Hintergrund:

Laut der Drogenaffinitätsstudie rauchte 2025 fast jeder Zehnte der 12- bis 17-Jährigen (9,6 Prozent). 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Damit zeigt sich bei Jugendlichen eine gegenläufige Entwicklung zum langfristigen Rückgang des Rauchens bei jungen Erwachsenen. Besonders auffällig: Vor allem Mädchen rauchen deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil Rauchender von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.

Weiter auf dem Vormarsch ist bei jungen Menschen das Vapen: Der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten nimmt deutlich zu. Bei Jugendlichen stieg der Anteil der Konsumierenden seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent bei männlichen Jugendlichen und von 1,8 auf 7,8 Prozent bei weiblichen Jugendlichen. Auch bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren hat sich der Konsum erhöht. Bei den jungen Männern nahm der Anteil der Konsumenten von 6,9 Prozent (2021) auf 13,3 Prozent (2025) zu. Bei den jungen Frauen stieg er von 4,7 auf 11,9 Prozent. Neun von zehn Konsumierenden nutzen in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden.

Auch Nikotinbeutel gewinnen an Bedeutung, obwohl der Verkauf in Deutschland untersagt ist. 2025 gaben 5,5 Prozent der Jugendlichen und 18,9 Prozent der jungen Erwachsenen an, diese Produkte bereits ausprobiert zu haben. 2023 waren es noch 4,1 Prozent der Jugendlichen und 14,8 Prozent der jungen Erwachsenen.

Der Niedersächsische Gesundheitsminister weist schon seit längerem auf die Risiken des Rauchens und Vapens hin. Erst im vergangenen Jahr wurde im Bundesrat eine Initiative von Niedersachsen und anderen Ländern für die Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes eingebracht, um ein Rauchverbot in Autos umzusetzen, wenn Schwangere und Kinder mitfahren. Der Minister fordert darüber hinaus auch ein Verbot von Alkohol- und Tabakwerbung sowie eine Steuererhöhung auf Tabakprodukte. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzt, dass derzeit rund eine Million Minderjährige in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt sind. Außerdem erhöhe Passivrauchen das Krebsrisiko. So erkrankten Minderjährige, deren Eltern rauchen, beispielsweise häufiger an Lebertumoren oder Leukämie.

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

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erstellt am:
26.05.2026

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