Rede des Niedersächsischen Sozialministers Dr. Andreas Philippi
Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 23.06.2026, TOP 26
„Soziale Beratung in Niedersachsen weiterentwickeln – Zugänge verbessern und Menschen wirksam unterstützen“
– Es gilt das gesprochene Wort –
„Soziale Beratung hilft Menschen, Krisen zu bewältigen und ihr Leben wieder selbstständig zu gestalten.
Und um diese bewährte Beratung weiterzuentwickeln, wird die Landesregierung mit dem vorliegenden Entschließungsantrag gebeten, eine externe wissenschaftliche Studie zu sozialen Beratungsangeboten in Niedersachsen durchzuführen.
Im Fokus der Überlegungen steht dabei, dass sie langfristig tragfähig bleiben, unterschiedliche Bedarfe abbilden und die Qualität der Angebote dauerhaft gesichert wird.
Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs und werden in vielen Bereichen des Sozialen mit enormen Herausforderungen konfrontiert:
Der demografische Wandel, die globalen Krisen mit Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft, die angespannte Haushaltslagen bei Bund, Ländern und Kommunen.
Um den Sozialstaat zukunfts- und funktionsfähig zu halten, braucht es Reformen.
Wir wissen: So, wie es jetzt ist, geht es nicht weiter.
Stillstand bedeutet Rückschritt.
Mit den Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform wurde bereits ein umfassendes Reformpaket zu den steuerfinanzierten Sozialleistungen vorgelegt.
Mit dem Entschließungsantrag wird nun der Fokus auf den Bereich gelegt,
der ganz überwiegend in der Hand der freien Wohlfahrtspflege liegt, der genauso vom Wandel betroffen ist.
Auch die sozialen Beratungsangebote haben mit Fachkräftemangel, steigenden Kosten und angespannten Haushaltslagen zu kämpfen.
Daher stellt sich auch hier die Frage, wie es gelingen kann, die Strukturen langfristig tragfähig aufzustellen.
Die Studie wird ein wichtiger Impulsgeber dafür sein.
Neben einer Bestandsanalyse der aktuellen Beratungslandschaft in Niedersachsen sollen auch Empfehlungen zur zukunftsgerichteten Weiterentwicklung aufgestellt werden.
Mit der Studie soll eine externe wissenschaftliche Einrichtung beauftragt werden.
Dem Sozialministerium sind hierfür für 2026 Mittel über die politische Liste zur Verfügung gestellt worden.
Der Austausch mit den Sozialpolitikern der demokratischen Parteien war und ist uns daher genauso wichtig,
wie die Rückkopplung mit den Sozialverbänden und den kommunalen Spitzenverbänden.
Denn am Ende gilt es, auf der Grundlage der Studienergebnisse Lösungen zu finden,
die breit mitgetragen werden.
Aufgrund des Auftragsvolumens ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Ergebnisse der Studie sind daher erst im nächsten Jahr zu erwarten.
Ich bin sehr gespannt darauf. Gerne werden wir den Landtag beizeiten über den Fortgang und das Ergebnis informieren.“Artikel-Informationen
erstellt am:
24.06.2026
