Internationaler Tag der Gebärdensprachen: Fachtag setzt Zeichen für sprachliche Teilhabe
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Hannover – Am 23. September, dem internationalen Tag der Gebärdensprachen, haben das Niedersächsische Institut für die Gesellschaft Gehörloser und Gebärdensprache (NIGGGs) e.V. und das Landeskompetenzzentrum für Barrierefreiheit (LKB) Niedersachsen einen Fachtag veranstaltet. Dieser fand in den Räumen des Blinden- und Sehbehindertenverbands Niedersachsen (BVN) e.V. in Hannover statt.
Unter dem Titel „Quo vadis Gebärdensprache? Inklusion tauber Menschen heute und morgen?“ kamen Experten aus Wissenschaft, Politik, Bildung, Kultur und Praxis zusammen. In interessanten Fachvorträgen, bei denen die Deutsche Gebärdensprache (DGS) prominent im Fokus stand, beleuchteten verschiedene Experten diese Fragen:
• Welche Potenziale hat die Deutsche Gebärdensprache als Erstsprache und wie wird sie im schulischen Kontext genutzt?
• Welche Barrieren hat das Standarddeutsche für taube Menschen und welche Barrieren erleben diese im Alltag?
• Wie sieht community-basierte Forschung und Inklusion in der Wissenschaft aus?
Der Fachtag diente dem Austausch, der Vernetzung und Bewusstseinsbildung. Dr. Isabel Rink, Leiterin des LKB, hob in ihrem Vortrag die Kommunikationsbarrieren für taube Menschen hervor: „Barrierefreie Information ist grundlegend für die Teilhabe in ALLEN Lebensbereichen. Die Erstsprache tauber Menschen ist die Deutsche Gebärdensprache. Nur wenn diese mittels Spracherwerbs voll ausgeprägt ist, kann eine Zweitsprache wie die deutsche Laut- und Schriftsprache überhaupt erlernt werden. Das müssen wir ermöglichen.“
Die Fachvorträge reihten sich ein in ein wichtiges Ereignis: Das 25-jährige Bestehen des NIGGGs e.V. Thomas Sodomann ist der Vorsitzende, seit vielen Jahren engagiert er sich intensiv für die Rechte und Belange tauber Menschen in Niedersachsen. Sodomann sagt: „Die Gebärdensprache ist unsere Muttersprache. Wir brauchen sie, um zu lernen, Wissen zu erwerben, uns auszudrücken und so gleichberechtigt teilzuhaben am Leben in der Gesellschaft. Deshalb muss DGS mehr Einzug in den Alltag finden: In der Schule, beim Arzt, bei Behörden braucht es viel mehr Angebote.“
Im Mittelpunkt des Fachtags standen damit aktuelle Entwicklungen, Schwierigkeiten und künftige Perspektiven rund um die DGS und ihrer Community. Der NIGGGs feiert sein 25-jähriges Bestehen, zugleich ist der 23. September der Internationale Tag der Gebärdensprachen. Die Gebärdensprache ist nicht universell, wie viele Menschen glauben. Sie ist reich an Varietäten, hierzu gehören auch Dialekte, und jede Sprachgemeinschaft hat ihre eigene Gebärdensprache.
Damit sich die Teilnehmenden auf Augenhöhe austauschen konnten, wurden alle Informationen sowohl in Deutscher Gebärdensprache als auch in deutscher Laut- und Schriftsprache vorgehalten.
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erstellt am:
23.09.2026
