Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung

Gesundheitsminister Philippi erneuert Kritik an Abschaffung der telefonischen Krankschreibung: „Bessere Patientensteuerung statt schärfere Regeln bei Krankschreibungen“

Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat sich diese Woche zum Reformpaket des Bundes geäußert und als ein konkretes Vorhaben das Festhalten an der geplanten Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und einer Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag genannt. Der Niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, diesjähriger Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, erneuert seine Kritik an den geplanten Regelungen:

„Es ist absolut widersprüchlich, dass der neue Bundesgesundheitsminister dafür sorgen will, dass die Praxen nicht mehr so überlaufen sind und gleichzeitig bewährte Instrumente zur Entlastung der Praxen abschafft. Dazu gehören insbesondere die telefonische Krankschreibung und die Krankschreibungspflicht ab dem dritten Tag.

Ich erwarte, dass der Bund die Kritik der Länder und der Ärzte- und Patientenschaft an dem Vorstoß zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der Krankschreibung ab dem ersten Tag zum Anlass nimmt, die geplanten gesetzlichen Regelungen zu überdenken. Wenn der Bund sich dafür einsetzen will, dass Praxen nicht mehr überlaufen sind, müssen das Primärarztsystem gestärkt und digitale Tools vermehrt eingesetzt werden. Die Abschaffung der bewährten Instrumente wie der telefonischen Krankschreibung wird die Praxen nur noch mehr belasten. Ein weiteres Überlaufen der ohnehin schon vollen Wartezimmer in den Hausarztpraxen ist durch diese beiden Maßnahmen vorprogrammiert. Die verschärfte Krankschreibungspflicht kann außerdem dazu führen, dass kranke Menschen sich zur Arbeit schleppen. Damit ist niemandem geholfen. Krankheiten müssen auskuriert werden, damit Patientinnen und Patienten ordentlich gesunden und ihr näheres Umfeld nicht anstecken.

Statt plakativer Ankündigungen des Bundes brauchen wir vielmehr endlich ein verlässliches Primärversorgungssystem als erste Stufe der medizinischen Versorgung und eine verbesserte Patientensteuerung. So werden Notaufnahmen und Facharztpraxen entlastet und wir vermeiden Doppeluntersuchungen. Darauf sollte der Bund in seinen weiteren Reformvorhaben den Fokus legen.“

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

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erstellt am:
25.08.2026

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