Die niedersächsische Landespatientenschutzbeauftragte Dr. Nicole Sambruno Spannhoff zum Internationalen Tag der Pflegenden: „Gute Pflege entsteht dort, wo Pflegekräfte gehört werden — denn wer täglich Verantwortung trägt, braucht eine starke Sti
Anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden am 12. Mai weist der Landespatientenschutz auf die zentrale Bedeutung professioneller Pflege für Patientensicherheit, Versorgungsqualität und das Vertrauen in das Gesundheitswesen hin. Der diesjährige internationale Leitsatz „Our Nurses. Our Future. Empowered Nurses Save Lives.“ macht deutlich: Gute Gesundheitsversorgung braucht starke Pflege — fachlich, organisatorisch und gesellschaftlich.
„Pflegekräfte sind nicht nur Ausführende im Gesundheitswesen. Sie sind häufig diejenigen, die Veränderungen im Zustand von Patientinnen und Patienten zuerst bemerken, Risiken erkennen, Eskalationen verhindern und Versorgung koordinieren. Wer Patientensicherheit stärken will, muss deshalb die Pflege stärken“, erklärt die Landespatientenbeauftragte Dr. Nicole Sambruno Spannhoff.
Die beim Landespatientenschutz angesiedelte Beschwerdestelle Pflege erlebt täglich, wie eng Pflegequalität, Arbeitsbedingungen und Patientenschutz miteinander verbunden sind. Angehörige und Pflegebedürftige melden sich dort nicht nur wegen organisatorischer Probleme oder Kommunikationsdefizite. Immer häufiger geht es um fehlende Transparenz, Unsicherheiten bei Zuständigkeiten, Belastungssituationen in Einrichtungen sowie um das Gefühl, dass für menschliche Zuwendung und sichere Versorgung im Alltag zu wenig Raum bleibt.
Viele Beschwerden richten sich vordergründig gegen einzelne Pflegekräfte, Pflegeeinrichtungen oder Pflegeleistungen. Im Gespräch zeigt sich jedoch oft: Das eigentliche Problem sind Strukturen, die gute Pflege erschweren. Pflegekräfte brauchen nicht nur Anerkennung, sondern reale Handlungsspielräume, verlässliche Kommunikation und die Möglichkeit, ihre fachliche Kompetenz tatsächlich einzubringen.
Aktuelle Debatten über die zukünftige Finanzierung und Reform der Pflegeversicherung machen nach Auffassung des Landespatientenschutzes deutlich, wie groß der Handlungsdruck im Pflegesystem inzwischen ist. Entscheidend werde sein, vorhandene Mittel so einzusetzen, dass sie für Pflegebedürftige, Angehörige und Mitarbeitende im Alltag tatsächlich spürbare Verbesserungen bewirken.
„Gerade vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Ressourcen kommt es darauf an, Leistungen zielgenau, nachvollziehbar und wirksam auszugestalten. Pflegebedürftige Menschen brauchen verlässliche Leistungen, transparente Strukturen und eine Versorgung, die sich konsequent an ihrem tatsächlichen Unterstützungsbedarf orientiert. Reformen werden langfristig nur dann Vertrauen schaffen, wenn finanzielle Stabilisierung und passgenaue Versorgungsqualität gemeinsam gedacht werden“, betont die Landespatientenbeauftragte.
Unabhängig von der aktuellen Finanzierungsdebatte sieht der Landespatientenschutz zugleich weiteren strukturellen Entwicklungsbedarf in der Pflege. Diskutiert werden unter anderem erweiterte Kompetenzen der professionellen Pflege, Digitalisierung und Entbürokratisierung sowie neue Verantwortungsbereiche in der Versorgung. Gleichzeitig wird aus der Praxis immer wieder die Sorge geäußert, dass zusätzliche Verantwortung ohne ausreichende Ressourcen und Beteiligung zu neuer Überlastung führen könnte. Der Landespatientenschutz sieht deshalb insbesondere in einer starken Beschwerde- und Beteiligungskultur einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung und zur frühzeitigen Erkennung struktureller Belastungen in der Pflege.
„Beschwerden sind kein Angriff auf Pflege. Sie sind häufig ein Frühwarnsystem für Belastungen, Risiken und strukturelle Probleme. Wer Pflegekräfte stärkt und zugleich Patientinnen, Patienten und Angehörigen Gehör verschafft, verbessert Versorgung für alle Beteiligten“, betont die Landespatientenschutzbeauftragte.
Gerade deshalb versteht sich die Beschwerdestelle Pflege des Landespatientenschutzes nicht allein als Anlaufstelle bei Konflikten, sondern auch als wichtiger Resonanzraum für die Realität pflegerischer Versorgung. Die dort eingehenden Anliegen zeigen frühzeitig, wo Kommunikation scheitert, wo Überlastung spürbar wird und wo Patientensicherheit und würdevolle Pflege im Alltag unter Druck geraten.
Die Beschwerdestelle Pflege ermutigt Pflegebedürftige, Angehörige sowie Mitarbeitende aus allen Bereichen der Pflege ausdrücklich, sich bei Anliegen oder Unsicherheiten frühzeitig zu melden — bevor aus Belastungen Konflikte und aus Fragen Probleme werden.
Kontaktdaten:
• Die Landespatientenschutzbeauftragte, Postfach 141, 30001 Hannover
Telefon 0511 120 4013, E-Mail patientenschutz@ms.niedersachsen.de
• Beschwerdestelle Pflege, Postfach 141, 30001 Hannover
Telefon 0511 120 4186, E-Mail pflegeanliegen@ms.niedersachsen.de
Hintergrund:
Der Internationale Tag der Pflegenden wird jährlich am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, begangen. Das diesjährige Motto des International Council of Nurses lautet: „Our Nurses. Our Future. Empowered Nurses Save Lives.“
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erstellt am:
12.05.2026
