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Versorgung von Demenzkranken verbessern - Careteams im Krankenhaus einsetzen

Rede der Niedersächsischen Sozialministerin Dr. Carola Reimann


Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 21.06.2019, TOP 48

– Es gilt das gesprochene Wort –

„Die Unterstützung von Pflegebedürftigen und unter ihnen die Demenzkranken ist eine der größten Herausforderungen, der sich unsere Gesellschaft schon jetzt, aber noch viel mehr in den nächsten Jahren stellen muss.

Besonders die Krankenhäuser werden in Zukunft mit einer weiteren Zunahme der Behandlungen von dementiell erkrankten Menschen zu tun haben. Diesem Problem müssen wir uns stellen!

Wenn ein an Demenz erkrankter Mensch ins Krankenhaus muss, ist das sowohl für die Patientin, bzw. den Patienten selbst als auch für Angehörige und Beschäftigte eine echte Herausforderung. Es braucht daher neue Ideen und innovative Maßnahmen, um besser auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Und Niedersachen ist hierbei auf einem sehr guten Weg:

So ist Niedersachsen erstens Vorreiter in der Entwicklung wissenschaftlich fundierter Standards in der Pflege. Die Hochschule Osnabrück hat 2017 einen Standard zu „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ in der Pflege vorgelegt. Die zentrale Aussage ist: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Die Demenz wird nicht als medizinisches Problem wahrgenommen, sondern der Mensch mit Demenz als einzigartiges Subjekt mit individuellen Unterstützungs- und Beziehungsbedarfen. Das gilt auch für die Pflege im Krankenhaus.

Wie in allen Bereichen der Medizin haben wir hier ein Problem, das nur dann sinnvoll angegangen werden kann, wenn wir uns um sektorenübergreifende Lösungen bemühen.

Konkret heißt dies: für die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure fördert das Land zweitens seit nunmehr 15 Jahren die Initiativen des Caritas-Forum Demenz und des Kompetenzzentrums gerontopsychiatrische Beratung bei ambet in Braunschweig mit aktuell 365.000 EURO/Jahr. Diese beiden Kompetenzzentren sind auch unsere Landesfachstellen für Demenz.

Drittens fördern wir gemeindepsychiatrische Zentren. Sie haben auch die Aufgabe, ambulante multiprofessionell aufsuchende Teams aufzubauen.

Viertens wird zur Umsetzung des Landespsychiatrieplans im kommenden Jahr die gerontopsychiatrische Versorgung Schwerpunkt der Umsetzung sein.

Und fünftens stehen dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung dieses Jahr 1,5 Mio. EUR im Rahmen eines Wettbewerbs für Modellprojekte zur besseren Versorgung Demenzerkrankter während eines stationären Krankenhausaufenthaltes zur Verfügung. Teilnehmen können alle Krankenhäuser in Niedersachsen.

Kooperationen mit anderen Stellen, Verbänden und Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses sind ebenfalls möglich. Gefördert werden neben baulichen Maßnahmen auch präventive und pflegerische Projekte, sowie Betreuungsangebote durch Ehrenamtliche oder Angehörige. Die geförderten Projekte werden im Rahmen eines Fachforums Demenzam 18. September 2019 bekannt gegeben.

Das Projekt wird anhand von Praxisbeispielen und -modellen Anreize geben, wie eine demenzsensible Versorgung im Krankenhaus erfolgen kann.

Ich hoffe auf zahlreiche, innovative Ideen. Denn trotz unserer zahlreichen Maßnahmen – Das Thema Demenz benötigt in den nächsten Jahren unsere verstärkte Aufmerksamkeit. Vielen Dank.“


Presseinformationen
Artikel-Informationen

21.06.2019

Ansprechpartner/in:
Uwe Hildebrandt

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