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Ministerin Carola Reimann besucht mit Kabinett DICTUM Friedland

Digitale Kommunikationshilfen für Patientinnen und Patienten ohne Deutschkenntnisse im Grenzdurchgangslager Friedland


Projekt DICTUM

Wenn Patientinnen und Patienten kein Deutsch sprechen, stellt das Ärztinnen und Ärzte und alle weiteren im Gesundheitssektor tätigen Personen vor große Herausforderungen. Gerade in ländlichen Bereichen sind Dolmetscherinnen und Dolmetscher kaum verfügbar.

Das Projekt DICTUM Friedland will hier Abhilfe schaffen. Mit der interdisziplinär entwickelten digitalen Kommunikations- und Übersetzungshilfe für 13 Sprachen und Dialekte sind Anamnesen und der zwischenmenschliche Austausch in der Sprechstunde in videoassistierter Form möglich. Damit können Patientinnen und Patienten der Ärztin oder dem Arzt mithilfe einer Software und eines Tablets ihre Beschwerden in ihrer eigenen Landessprache beschreiben, was die Gefahr von Missverständnissen deutlich reduziert (Verbesserung der Selbstwirksamkeit, adäquatere und sichere medizinische Behandlung).

Zusammen mit ihren Kabinettskolleginnen und Kollegen hat Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann das Grenzdurchgangslager Friedland besucht und sich vor Ort einen Eindruck über das Projekt verschafft. „Friedland ist ein besonderer Ort für Menschen, die in Deutschland eine neue Heimat finden wollen. Das Projekt DICTUM hilft nicht-deutschsprechenden Neuankömmlingen bei der Kommunikation mit medizinischem Fachpersonal. Das ist ein wichtiger Beitrag für die medizinische Versorgung!“, so Dr. Carola Reimann.


Die bisher eingepflegten und benutzbaren Sprachen umfassen:

• Deutsch

• Arabisch (MSA, Marokkanisch, Syrisch, Tunesisch, Ägyptisch)

• Farsi

• Kurdisch (Sorani, Kurmanji)

• Türkisch

• Pashto (Kandahari, Mashreki).


Das Projekt DICTUM läuft seit 2017 und noch bis Frühjahr 2019. Das Nachfolgeprojekt „DICTUM Rescue“ soll an den bisherigen Erfolg anknüpfen. Dazu wurde die Software speziell für Rettungsdienste im ländlichen Raum bereits geprüft und überarbeitet. Bereits während der Anfahrt zum Rettungsort sollen die Rettungsassistenz sowie Notärztinnen und Notärzte aufgrund der von der Leitstelle erhaltenen Daten zum konkreten Einsatz (etwa „Kindernotfall“ oder die mutmaßlich gesprochene Sprache der Patientin/des Patienten) vorauswählen, welchen Umfang und welchen Fokus die Abfrage haben soll. In der erstmedizinischen „on-scene“ Versorgung bekommt die Patientin oder der Patient oder ein Angehöriger das Tablet ausgehändigt. Nach erfolgter Sprachauswahl werden Angehörige oder Patientin/Patient ohne Zutun der Rettungsassistenz durch eine strukturierte Notfallanamnese geführt, die maximal 90 Sekunden dauern soll.


Das Projekt DICTUM wird im Rahmen der Gesundheitsregionen Niedersachsen vom Niedersächsischen Sozialministerium auf der Richtlinie Soziale Innovationen gefördert. Weitere Kofinanzierungen erfolgen durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und die Robert-Bosch-Stiftung.


Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Seite der Universitätsmedizin Göttingen und hier.

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