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Telekonsil

Sichere Befundkommunikation bei Verdacht auf Kindesmisshandlung und sexuellem Kindesmissbrauch im Land Niedersachsen


Das Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bietet niedergelassenen, klinisch tätigen und im Öffentlichen Gesundheitsdienst beschäftigten Ärztinnen und Ärzten eine fachlich fundierte Beratung und qualifizierte medizinische Diagnostik bei vermuteter Kindesmisshandlung und bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Neben einer telefonischen Beratung (Hotline Kinderschutz 0511-5325533), klinisch-forensischen Untersuchungen in der Kinderschutzambulanz (Hannover & Oldenburg) und wohnortnahen Konsilen werden rechtsmedizinische Telekonsile angeboten.

Bei nicht eindeutig zu benennenden Befunden kann durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte digitales Bildmaterial angefertigt und die entsprechenden Aufnahmen telemetrisch an die Kinderschutzambulanz übersandt werden (rechtsmedizin.kinderschutz@mh-hannover.de). Diese Telekonsile bieten im Flächenland Niedersachsen die Möglichkeit einer ortsunabhängigen, zeitsparenden, standardisierten und effektiven Einschätzung sowie Hilfestellung bei der Diagnostik körperlicher und sexueller Gewalt im Kindesalter.

Bis März 2017 wurde hierfür das an der MHH in Zusammenarbeit mit dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik und der IT-Choice AG und in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen entwickelte "Forensikon" verwendet. Im April 2017 wurde dieser Online-Dienst durch das benutzerfreundlichere Programm "Cryptshare" abgelöst. Dieses System wird von der Medizinischen Hochschule Hannover vorgehalten und bietet analog zum Forensikon eine sichere und verschlüsselte Datenübermittlung (http://cryptshare.mh-hannover.de). Die Funktionalität ist in das Windows-Outlook integriert und kann auch als Web-Client benutzt werden. Die verschlüsselten Daten werden dabei nicht direkt als Anlage verschickt, sondern vom Cryptshare-Server der Medizinischen Hochschule Hannover heruntergeladen. Ein persönlich zu benennendes Passwort zur Entschlüsselung des übersandten Anhanges wird nachfolgend aus Datenschutzsicherheit auf einem separaten Weg (bspw. Telefon/ Fax) an die Kinderschutzambulanz übermittelt. Nach Mitteilung des Passwortes werden die schriftlichen und fotografischen Befunde rechtsmedizinisch (mit)beurteilt und weitere Maßnahmen besprochen.

Die Kinderschutzambulanz wird durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert sowie von der Wilhelm Hirte Stiftung Hannover unterstützt. Ferner war zur Verwirklichung des Projektes die freundliche Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. erforderlich und hilfreich.

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