Mädchen*-und-Technik (M*uT): Ein Praxisprojekt zur Stärkung von Mädchen in MINT-Berufen
Mädchen*-und-Technik (M*uT): Ein Praxisprojekt zur Stärkung von Mädchen in MINT-Berufen
| Kurzzusammenfassung des Projekts: Das vom Institut für Mikroproduktionstechnik der Leibniz Universität Hannover im Jahr 2009 initiierte Projekt „Mädchen*-und-Technik (M*uT)“ richtet sich an Schülerinnen ab der 7. Klasse und bietet eine geschützte Lernumgebung ohne Leistungsdruck gegenüber männlichen Teilnehmern. Ziel ist es, Hemmschwellen gegenüber technischen Berufen abzubauen, Interesse an MINT-Fächern zu fördern und langfristig dazu beizutragen, den Frauenanteil in technischen Berufen zu erhöhen. Im Mittelpunkt stehen dabei praxisnahe Workshops und Experimente, die im Rahmen des jährlich stattfindenden M*uT-Tags durchgeführt werden. Diese ermöglichen es den Teilnehmerinnen, technische Fragestellungen aktiv zu erproben und Selbstvertrauen im Umgang mit technischen Fragestellungen zu fördern. Die Angebote reichen unter anderem vom Schweißen, Löten und Schmieden über Robotik und Programmieren bis hin zur Arbeit im Reinraum. So werden gezielt junge Mädchen als zukünftige Fachkräfte für MINT-Berufe gewonnen. |
Ausgangslage:
Die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind essenziell für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung. Trotz des wachsenden Fachkräftemangels sind Frauen in diesen Feldern nach wie vor deutlich unterrepräsentiert - sowohl im Studium als auch im Berufsleben. Im Wintersemester 2023/24 waren rund 1,05 Millionen Studierende in MINT-Fächern an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Der Anteil weiblicher Studierender lag dabei lediglich bei etwa 32 %. Eine Studie der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2024 verdeutlicht, dass in vielen Berufen noch immer deutliche Unterschiede in der Geschlechterverteilung bestehen. So lag der Frauenanteil in Mathematik-, Biologie-, Chemie- und Physikberufen zwar bei 37,9 %, in technischen Forschungs- und Entwicklungsberufen allerdings nur bei 21,8 %, in Informatikberufen bei 18,5 % und in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen bei lediglich 10,2 %.
Aktivitäten/Vorgehen:
Der jährlich stattfindende Mädchen*-und-Technik-Tag bildet das zentrale Element des Projekts. Den Teilnehmerinnen wird ein vielfältiges und praxisnahes Programm geboten, das eigenständige Einblicke in die MINT-Welt ermöglicht. Die Schülerinnen stellen bereits bei der Anmeldung online ihren individuellen Tagesplan zusammen, der aus zwei Projekten und einer Mittagsveranstaltung besteht. Die Arbeit in kleinen Gruppen fördert ein aktives Mitmachen und intensives Lernen. Begleitet werden die Teilnehmerinnen dabei von MINT-Studentinnen, die als Scouts die Schülerinnen nicht nur zu ihren Projekten bringen, sondern auch als Vorbilder zur Seite stehen.
Das in Zusammenarbeit mit zahlreichen PartnerInnen aus der Industrie und Universität erweiterte Angebot umfasst mittlerweile 23 Projekte und 7 Mittagsveranstaltungen aus unterschiedlichen Bereichen – von klassischen Formaten wie Schweißen, Schmieden und Programmieren bis hin zu aktuellen Themen wie Medizintechnik, 3D-Druck, Windenergie oder Reinraumtechnik. Durch die enge Kooperation mit der Industrie und vielen Instituten der Leibniz Universität Hannover erhalten die Teilnehmerinnen praxisnahe Inhalte und realistische Einblicke in technische Berufe. Im Jahr 2025 standen insgesamt 250 Plätze für Teilnehmerinnen zur Verfügung.
Ergänzt wird das praktische Programm durch interaktive Formate wie das „MINTerview“, das den direkten Austausch mit Studentinnen und Wissenschaftlerinnen ermöglicht. So wird eine abwechslungsreiche Lernumgebung geschaffen, in der die Teilnehmerinnen aktiv experimentieren, neue Technologien kennenlernen und verschiedene Berufsfelder entdecken können. Eine Auflistung aller Projekte und Mittagsveranstaltungen ist hier zu finden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des M*uT-Tags ist die Lehrkräfte-Lounge. Dieses begleitende Angebot richtet sich an Lehrkräfte und bietet einen Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und Inspiration. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in ausgewählte MINT-Projekte und lernen aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Anwendung kennen. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch mit KollegInnen sowie mit VertreterInnen aus der Wissenschaft und Industrie zu Themen der MINT-Bildung und Berufsorientierung. Das Ziel der Lehrkräfte-Lounge ist es, Lehrkräften konkrete Anregungen für die Unterrichtsgestaltung sowie neue Ansätze für die Förderung von Schülerinnen im MINT-Bereich zu vermitteln und vor allem die Sensibilität für geschlechterspezifische Aspekte in der MINT-Bildung zu stärken. Darüber hinaus dient die Lehrkräfte-Lounge als Plattform zur Vernetzung zwischen Schule, Hochschule und Industrie. So entstehen neue Kontakte und mögliche Kooperationen, die langfristig zur Stärkung der MINT-Bildung und der Berufs- und Studienorientierung von Schülerinnen beitragen. Für die Lehrkräfte besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Teilnahme als Fortbildung über das nlc (Niedersächsisches LernCenter) anrechnen zu lassen.
Zur Gewinnung von Teilnehmerinnen und zur Stärkung des Netzwerks wird der Mädchen*- und-Technik-Tag regelmäßig auf Veranstaltungen wie der IdeenExpo präsentiert und durch Schulbesuche ergänzt, bei denen das Programm vorgestellt und Interesse an MINT-Themen geweckt wird.
Wichtige Erkenntnisse:
Die bisherigen Erfahrungen des Mädchen*-und-Technik-Tags haben zu Erkenntnissen geführt, wie praxisnahe und selbstbestimmte Lernformate das Interesse von Schülerinnen an MINT-Themen nachhaltig fördern können. Besonders deutlich wird, dass die Kombination aus eigenständiger Projektauswahl, aktiver Mitarbeit und persönlichem Austausch mit Studentinnen und Wissenschaftlerinnen bestehende Hemmschwellen abbaut und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt. Zudem zeigt sich, wie wichtig vielfältige Einblicke in unterschiedliche Fachrichtungen und Berufsfelder sind, um stereotype Vorstellungen aufzubrechen und neue Perspektiven zu eröffnen. Die enge Zusammenarbeit mit diversen Instituten und Initiativen der Leibniz Universität Hannover sowie IndustriepartnerInnen ermöglicht darüber hinaus realitätsnahe Einblicke und verdeutlicht den Anwendungsbezug technischer Inhalte.
Fakten zum Projekt:
| Wer fördert das Projekt? | Sponsoring 2025: Deutsche Forschungsgemeinschaft (Sonderforschungsbereich 1368, Sonderforschungsbereich 1153, Transregio 375, Schwerpunktprogramm 2100), Region Hannover, Stiftung Niedersachsenmetall, Hochschulbüro für Chancenvielfalt |
| Ggf. Regionales Fachkräftebündnis/ regionaler Fokus: |
Einzugsgebiet der Schulen 2025: 33 Schulen aus einem Umkreis von 200 km um den Campus Maschinenbau und das PZH in Garbsen |
| Zielgruppe: | Schülerinnen ab der 7. Klasse |
| Branchenfokus: | MINT |
| Projektträger/in: Ggf. Kooperationspartner/innen, beteiligte Akteure/innen: |
Eine Veranstaltung vom Institut für Mikroproduktionstechnik (IMPT) ProjektpartnerInnen 2025: Baker Hughes, Siemens AG, Robert Bosch GmbH, Laseroptik GmbH, Bundesagentur für Arbeit, Institut für Montagetechnik und Industrierobotik, Institut für Werkstoffkunde, Institut für Fabrikanlagen und Logistik, Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen, Institut für Mehrphasenprozesse, Institut für Mechatronische Systeme, Institut für Dynamik und Schwingungen, Institut für Maschinenkonstruktion und Tribologie, Labor für Biomechanik und Biomaterialien (MHH), Institut für Strömungsmechanik und Umweltphysik im Bauwesen, Institut für Statik und Dynamik, Ada Lovelace Urenkelinnen Stiftung, uniKIK, Studiendekanat der Fakultät Maschinenbau, HorsePower |
| Projektlaufzeit: ggf. verstetigt seit: |
Jährlich seit 2009 |
| Ansprechpartner/in im Projekt: | Eileen Müller und Lara Kuhr mut@impt.uni-hannover.de |
| Mehr Informationen unter: | Website: https://www.maedchen-und-technik.de Instagram: https://www.instagram.com/mut_hannover/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/maedchen-und-technik/ Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=YVbzRdAKiOE https://youtu.be/Rdk6cxG8JQM |
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Stand: 29.04.2026
