Fachkräfteinitiative für Klimaberufe in Südniedersachsen (FIFKISS)
Fachkräfteinitiative für Klimaberufe in Südniedersachsen (FIFKISS)
Förderrichtlinie: Unterstützung Regionaler Fachkräftebündnisse (RFKB)
| Kurzzusammenfassung des Projekts: Der Fachkräftemangel bremst das Erreichen der Klimaziele, nicht nur in Südniedersachsen. Berufe, wie Busfahrer/innen, Anlagenmechaniker/innen oder Architekt/innen, sind zentral für eine klimaneutrale Region, werden jedoch oft nicht ausreichend wertgeschätzt. Die Fachkräfteinitiative für Klimaberufe (FIFKISS) adressiert diese Diskrepanz und versucht mehr Menschen für Klimaberufe und damit für die ökologische Transformation zu motivieren. Im Fokus des Projektes stehen die öffentliche Aufklärung und Sensibilisierung für Klimaziele, die Besetzung notwendiger Klimaberufe sowie die regionale Fachkräftebindung und -gewinnung in entsprechenden Berufsfeldern. |
Ausgangslage:
Der Fachkräftemangel in den Klimaberufen erschwert es, die Klimaziele zu erreichen. Berufe wie Busfahrer/innen, Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik, Gärtner/innen oder Architekt/innen sind essenziell für eine nachhaltige Zukunft. Dennoch werden sie gesellschaftlich nicht so anerkannt, wie es ihrer Bedeutung für die ökologische Transformation entspricht. Zusätzlich mangelt es an wichtigen Nachwuchskräften. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es qualifizierte Fachkräfte, die sowohl bauliche Maßnahmen umsetzen als auch mit ihrem Wissen beraten, planen und Impulse für nachhaltige Veränderungen setzen.
Die Fachkräfteinitiative für Klimaberufe (FIFKISS) setzt genau hier an: Sie verbessert die öffentliche Wahrnehmung dieser Berufe und steigert ihre Attraktivität. FIFKISS fördert die Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in regionalen Unternehmen und Einrichtungen. Durch gezielte Maßnahmen soll die Fachkräftegewinnung und -bindung gestärkt werden, um langfristig eine klimaneutrale Entwicklung in Südniedersachsen zu ermöglichen.
Mit diesen Ansätzen trägt FIFKISS aktiv zur Fachkräftegewinnung und zur ökologischen Transformation bei – für eine nachhaltige Zukunft in Südniedersachsen.
Aktivitäten/Vorgehen:
Im Rahmen der Initiative orientieren sich die Aktivitäten anhand drei übergeordneter Ziele: Sensibilisierung, Stärkung und Sichtbarmachung. Zur Sensibilisierung werden Klimaberufe gezielt sichtbar gemacht, ihre Bedeutung für die ökologische Transformation vermittelt und das regionale Bewusstsein nachhaltig geschärft. Im Bereich Stärkung liegt der Fokus darauf, Aus- und Weiterbildungswege in Klimaberufen zu fördern, bestehende Potenziale zu analysieren und konkrete berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Die Sichtbarmachung will Best Practices und konkreten Handlungsempfehlungen zu mehr Bekanntheit verhelfen und Anreize für Nachahmer/innen setzen.
Über die gesamte Projektdauer hinweg war die Initiative auf über 10 verschiedenen regionalen Messen und Berufsinformationstagen präsent. Vor Ort wurde aktiv der Dialog mit Besucher/innen gesucht, um zu erfahren, inwieweit klimarelevante Themen ihre Berufswahl beeinflussen. Darüber hinaus wurde in niedrigschwelligen, interaktiven Mitmachaktionen zu einem Perspektivwechsel angeregt und Einblicke in regionale Unternehmen mit Klimaberufen ermöglicht. Darüber hinaus wurden eine eigene Veranstaltungsreihe mit Elternabenden organisiert, um auch das familiäre Umfeld gezielt in den Berufsorientierungsprozess einzubeziehen. Weitere Impulse setzten zahlreiche kleine wie große Vorträge, Projektvorstellungen oder Veröffentlichungen in sozialen Medien. Ergänzend ist der zukünftige Einsatz des Weltklimaspiels geplant, um komplexe Zusammenhänge anschaulich und interaktiv zu vermitteln (erster Test 12/2024, zweite Vorstellung geplant 05/2026, mehr hier).
Auch Formate zum Wissenstransfer, zur Vernetzung und zur Bedarfsidentifikation erhielten einen hohen Stellenwert. So wurden bis heute (April 2026) 7 sogenannte Klimahände-Dialoge durchgeführt, in denen aktuelle Themen rund um Klimaberufe einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Ergänzend fanden 4 Vernetzungstreffen statt und es wurden knapp 30 Interviews und Austausche mit regionalen Akteuren/innen geführt. Zudem hat sich die Initiative sowohl innerhalb als auch außerhalb der Region mit anderen Strukturen, wie dem Netzwerk Grüne Arbeitswelt, der Liga für nachhaltige Betriebe oder der Wasserstoff-Allianz vernetzt.
Darüber hinaus werden innovative Ansätze im Testlauf erprobt. Ein Beispiel hierfür ist das geplante Format „Durchstarten in Klimaberufen“, das als erlebnisorientiertes Angebot zur Berufsorientierung konzipiert ist (geplant 08/2026). Flankiert werden die Aktivitäten durch Social-Media- und Blogbeiträge, die zur Sichtbarkeit und Reichweite beitragen. Bis zum Projektende sind weitere Maßnahmen vorgesehen, darunter ein nationaler Klimahände-Dialog zur bundesweiten Vernetzung von Projekten im Bereich Klimaberufe in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Grüne Arbeitswelt (18.06.2026, mehr hier), zusätzliche Austausche und Klimahände-Dialoge sowie eine abschließende Evaluierungsveranstaltung.
Wichtige Erkenntnisse:
- Klimaschutz ist vielen Jugendlichen sehr wichtig. Sie beschäftigen sich mit dem Thema, bei der Berufswahl ist es allerdings wenig bis gar nicht relevant. Zudem hat sich der Fokus der jüngeren Generation innerhalb der letzten drei Jahre stark gewandelt. Andere Konflikte und Krisen („Polykrise“) sorgen für eine geringere Priorisierung des Themas Klimaschutz nicht nur Kontext der Berufswahl.
- Klimaschutz hat innerhalb der breiten Öffentlichkeit vor dem Hintergrund der geopolitischen Polykrise deutlich an Aufmerksamkeit und Relevanz verloren. Das verringert den Zuspruch für solche Projekte, wirkt sich aber vor allem nachhaltig negativ auf die (Nach-)Besetzung klimarelevanter Berufe aus.
- Vor allem Wirtschaftlichkeit wird häufig gegenüber Klimaschutz priorisiert. Gelingt es mittelfristig beide Themen in Einklang, wie beispielsweise bei der Energiewende durch Energiescouts, die im Unternehmen durch ihr Klimawissen Kosten einsparen, so wird Klimarelevanz für jüngere Menschen wieder interessanter.
- Veranstaltungsformate mit Eventcharakter (s.o. „Durchstarten in“), emotionale und spielerische Ansätze (Weltklimaspiel) erzielen eine größere Wirkung bei jungen Zielgruppen, das gilt auch für Themen rund um Klimaschutz und -berufe. Wissensvermittlung (damit auf Sensibilisierungsangebote) und Berufsorientierung müssen sich solcher Ansätze flächendeckender bedienen.
Fakten zum Projekt:
| Wer fördert das Projekt? | NBank aus Mitteln der Europäischen Union (ESF+, 10%) sowie Landesmittel (30%); die Kofinanzierung (60%) stemmen die Projektträgerin sowie die beiden Kooperationspartner |
| Ggf. Regionales Fachkräftebündnis/ regionaler Fokus: | Fachkräftebündnis Südniedersachsen |
| Zielgruppe: | Potenzielle Arbeitnehmende in Klimaberufen (Schüler/innen und Schulabsolventen/innen in der Berufsorientierung), regionale Arbeitgebende sowie Bildungsanbietende |
| Branchenfokus: | 4 Schwerpunkte (Landwirtschaft & Umwelt; Mobilität & Logistik; Handwerk & Produktion; Management & Beratung) |
| Projektträger/in: Ggf. Kooperationspartner/innen,beteiligte Akteure/innen: |
SüdniedersachsenStiftung, Kooperation mit der Stadt Göttingen und dem Landkreis Northeim |
| Projektlaufzeit: Ggf. verstetigt seit: |
36 Monate (01.11.2023 – 31.10.2026) |
| Ansprechpartner/in im Projekt: | Dr. Benjamin W. Schulze |
| Mehr Informationen unter: | Fachkräfteinitiative für Klimaberufe (FIFKISS) - SüdniedersachsenStiftung |
Für die Inhalte dieses Dokuments ist die Projektträgerin / der Projektträger verantwortlich.
Stand: 30.04.2026
