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Cornelia Rundt: „Wir werden Zugewanderte künftig mit mehr Freundlichkeitund besserem Service empfangen"

Pilotprojekt zur Willkommenskultur startet an neun niedersächsischen Ausländerbehörden - Landräte und Landrätinnen sowie Experten und Expertinnenbei Auftaktveranstaltung im Alten Rathaus


„Zuwanderinnen und Zuwanderer sind in erster Linie eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, nicht eine Belastung - das zeigt allein schon ein Blick auf die belebende Vielfalt in der Gesellschaft und unseren wachsenden Fachkräftebedarf“, erklärt Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt anlässlich der Auftaktveranstaltung im Alten Rathaus in Hannover: „Wir verleihen der von der Landesregierung angestrebten Stärkung einer Willkommenskultur in Niedersachsen nun mit konkreten Projekten Ausdruck“, so die für die Umsetzung von Migrantenprojekten zuständige Ministerin: „In neun Ausländerbehörden in niedersächsischen Landkreisen und Städten läuft das Pilotprojekt an, Zuwanderinnen und Zwanderer werden künftig mit mehr Freundlichkeit und besserem Service empfangen.“ Beworben hatten sich 22 Gebietskörperschaften - die ausgewählten Standorte weisen ganz unterschiedliche Strukturen auf, sowohl ländliche Räume als auch Städte sind dabei. Rundt: „Wir werden mit diesen Pilotprojekten also wertvolle Erfahrungen gewinnen, die auf alle Teile Niedersachsens übertragbar sind.“

Deutschland entwickelt sich zu einer durch Vielfalt geprägten Gesellschaft. Die damit einhergehenden Potenziale für die kulturelle, wirtschaftliche, demografische und gesellschaftliche Entwicklung unseres Landes als Chance zu verstehen, ist ein zentrales Anliegen der Niedersächsischen Landesregierung. Bereits in der Koalitionsvereinbarung wurde festgelegt, dass ein Klima der Willkommenskultur von besonderer Bedeutung ist und bei den Ausländerbehörden anfangen muss. Dort sollen Information, Beratung und Mittlerfunktion verstärkt in den Vordergrund rücken. Rundt: „Es geht um Offenheit und Akzeptanz gegenüber zugewanderten Menschen, die in unserem Land eine neue Lebensperspektive suchen: Egal, ob aus humanitären Gründen oder als Hochqualifizierte.“ Dem Staat und seinen Einrichtungen komme dabei eine besondere Vorbildfunktion zu, so die Ministerin: „Das bedeutet für die Ausländerbehörden, sich noch stärker den Herausforderungen einer zukunftsgerichteten Migrationspolitik zu stellen, sich zu einer echten ,Willkommensbehörde' weiter zu entwickeln. Ausländerbehörden sind für die zugewanderten Menschen als erste Kontaktstellen quasi die Visitenkarte unseres Landes: menschlich und institutionell. Hier bekommen sie einen ersten Eindruck von Niedersachsen, dem Land, in dem sie künftig leben werden.“

Wie sehr diese Themen die Menschen in Deutschland berühren und welche Unsicherheiten dabei noch immer mitschwingen, zeigte sich im Januar dieses Jahres, als Zuwanderung erstmals als wichtigstes Problem bei den Fragen des ZDF-Politbarometers genannt wurde. Ziel des Pilotprojekts ist es, die organisatorischen, personellen und strukturellen Voraussetzungen für eine stärkere Serviceorientierung zu analysieren und durch gezielte Maßnahmen zu verbessern. Bausteine können zum Beispiel mehrsprachige Angebote, die Anstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, eine Lotsenfunktion auf dem Weg zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse oder auch die Kooperation mit Beratungs- und Betreuungsangeboten freier Träger sein. Die Basis der Angebote soll laut Ministerin Rundt eine grundsätzlich positive Haltung zu den Themen Zuwanderung und kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft sein. Die interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Behörden sollten daher gefördert werden. „Dass sich die Ausländerbehörden dabei in einem Spannungsverhältnis zu den bestehenden ordnungsbehördlichen Aufgaben befinden, ist mir natürlich bewusst“, betont die Ministerin, „umso mehr freue ich mich, dass wir aus dem Bewerberkreis für dieses Projekt neun Kommunen auswählen konnten, die durch ihre unterschiedle Größe, Struktur und ihr Engagement in Integrations- und Teilhabeprozessen die Vielfalt Niedersachsen widerspiegeln und die wir nun auf dem eingeschlagenen Weg begleiten und stärken werden.“

Die Konzeptentwicklung erfolgte in enger Abstimmung zwischen Sozialministerium, Innenministerium sowie dem Institut für Sozialpädagogische Forschung in Mainz. In Anwesenheit des Niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius sowie mehrerer Landräte und Oberbürgermeister machte Ministerin Rundt im Alten Rathaus deutlich, dass von den Mitarbeitenden in den Ausländerbehörden in deren Arbeitsalltag hohe fachliche und soziale Kompetenzen gefordert werden. Sie sagte: „In Ihrem Berufsalltag vereinen sie die Berufsbilder eines Verwalters, eines Sozialarbeiters und manchmal auch eines Seelsorgers.“

Die Erfahrungen des auf anderthalb Jahre angelegten Projektes werden ausführlich dokumentiert und praxisgerecht landesweit verfügbar gemacht. Cornelia Rundt: „So profitieren alle Ausländerbehörden in Niedersachsen von diesem Projekt und dadurch letztlich die zugewanderten Menschen in Niedersachsen.“ Menschen mit eigener Migrationserfahrung, von Migrantenorganisationen und Integrationsberatungsdiensten sollen eng in das Projekt eingebunden werden.

An dem Pilotprojekt nehmen neben den Städten Celle, Oldenburg und Wolfsburg die Landkreise Emsland, Hameln-Pyrmont, Harburg, Göttingen/Osterode, Osnabrück sowie Osterholz teil. Die beteiligten Kommunen werden durch das Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz betreut und beraten.

Pressekonferenz Willkommenskultur

Sozialministerin Cornelia Rundt gibt im Alten Rathaus in Hannover den Startschuss für das Pilotprojekt zur Stärkung der Willkommenskultur in Ausländerbehörden. Foto: Hildebrandt/Sozialministerium

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