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Zwischenbilanz zum Modellprojekt „Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz von Frauen vor Gewalt“ vorgestellt

Sozialministerin Carola Reimann: „In Niedersachsen haben wir bereits ein sehr gut ausgebautes System. Die heute vorgestellten Zwischenergebnisse werden uns weiterbringen, unser existierendes System zu ergänzen.“


Als eines von fünf Modellprojekten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führte das Land Niedersachsen im Rahmen des Bundes-Modellprojektes „Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz von Frauen vor Gewalt“ im Jahr 2018 eine Untersuchung zu Frauenhäusern in unterschiedlichen Sozialräumen des Landes durch. Heute wurden anlässlich eines Fachtages erste Zwischenergebnisse des Projektes vorgestellt.

„Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist mit keinem Gesetz, mit keiner Religion, mit keinem Argument der Welt zu rechtfertigen“, betont Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann. „Sie ist bis heute die häufigste Menschenrechtsverletzung. In Niedersachsen haben wir bereits ein sehr gut ausgebautes System. Die heute vorgestellten Zwischenergebnisse der Untersuchung werden uns einen guten Schritt in der Analyse der benötigten Hilfen weiterbringen, um unser existierendes System zu ergänzen.“

Das Forschungsinstitut „Zoom e.V.“ befragte Frauenhausbewohnerinnen und Mitarbeiterinnen in 20 niedersächsischen Frauenhäusern. Aus den Gesprächen wurde deutlich, dass die Bewohnerinnen sehr zufrieden mit der Hilfe, Betreuung und Begleitung im Frauenhaus sind. Besonders lobten die Befragten die ihnen entgegengebrachte Empathie.

Sehr gut kommt das Angebot „Worte helfen Frauen“ an. Hierbei übernimmt das Sozialministerium unbürokratisch die Kosten für Übersetzungshilfen für geflüchtete Frauen. In der Befragung stellte sich heraus, dass sich die Frauen noch mehr Informationen zu Hilfsangeboten in der Öffentlichkeit wünschen. So sollten die Bausteine des Gewaltschutzsystems vom bundesweiten Hilfetelefon über Informationen zu Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) gegen Gewalt, Gewaltberatungsstellen und Frauenhäusern auch in Kindergärten und Schulen, in Jobcentern und Jugendämtern bekannt sein, so dass Opfer von Gewalt schnelle Unterstützung erhalten können.

Eine weitere Herausforderung sei es für die Frauen, den Übergang nach dem Frauenhaus in eine eigene Wohnung zu ermöglichen. Denn Wohnraum für Frauen mit Kindern mit begrenzten finanziellen Mitteln ist auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer zu finden.

Hinsichtlich der Ausstattung der Frauenhäuser wünschten sich die Befragten, den Einsatz von programmierbaren Schlüsselsystemen bzw. –karten sowie einer sehr guten Beleuchtung auch rund um die Häuser.

Hervorzuheben ist, dass das Sicherheitsgefühl der Betroffenen im Frauenhaus laut Befragung überwiegend sehr gut bis gut ist.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nach wie vor ein schwerwiegendes Problem, bundesweit und auch in Niedersachsen. Jährlich suchen in den niedersächsischen Frauenhäusern im Durchschnitt 2.200 Frauen mit 2.000 Kindern Schutz und Unterstützung. Die Frauen brauchen Beratung und Zuwendung und sie suchen einen sicheren Ort. Als zentrale Anlaufstelle und Einrichtung für Opfer von häuslicher Gewalt sind Frauenhäuser seit nunmehr über 40 Jahren unverzichtbar geworden.

Die Teilnehmenden des heutigen Fachtages werden gemeinschaftlich Schlüsse aus der Befragung ziehen. Gemeinsam wird daran gearbeitet, die vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln. Das Modellprojekt „Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz von Frauen vor Gewalt“ endet im Juni 2019.

Derzeit fördert das Land 42 Frauenhäuser, 44 Gewaltberatungsstellen, sowie 29 Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (BISS). Dafür stehen 2019 insgesamt 8,7 Millionen Euro, davon für Frauenhäuser rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

14.03.2019

Ansprechpartner/in:
Stefanie Geisler

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