Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Niedersächsischer KinderHabenRechtePreis 2014

Niedersachsen zeichnet zum Weltkindertag Inklusionsprojekte aus


„Zusammen. Überall." Unter diesem Motto steht in diesem Jahr der gemeinsame Preis des Kinderschutzbundes Niedersachsen und des Landes Niedersachsen für den Einsatz für Kinderrechte, mit dem drei Initiativen ausgezeichnet worden sind, die sich besonders für Inklusion von Kindern einsetzen.

Cornelia Rundt, Niedersächsische Sozialministerin sowie Schirmherrin, hat die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung überreicht.

„Wir ehren dieses Jahr Initiativen, die sich besonders engagiert dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung überall und selbstverständlich mit dabei sein können. Denn kein Kind darf ausgeschlossen werden",betonte Ministerin Cornelia Rundt anlässlich der Preisübergabe.

Johannes Schmidt, der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, hob auch anlässlich des Weltkindertages am 20. September hervor: „Kinderrechte sind keine bloße Formsache! Sie bedeuten, Kinder als vollwertige Persönlichkeiten öffentlich zu respektieren - mit allen Rechten auf freie Entfaltung, Bildung, Förderung und Teilhabe!"

Die Ehrung hat anlässlich des Weltkindertags am 20. September am Tag zuvor am 19.09. im Kreis der Preisträger stattgefunden, die mit ihren Teams und natürlich den beteiligten Kindern und Jugendlichen angereist waren.


Die ausgezeichneten Projekte im Detail:

1.Platz (4.000 €): Norddeutscher Rundfunk für die „Kindernachrichten in Gebärdensprache"

Dazu die Jury: Eine Radiosendung in Gebärdensprache - hier bekommt der Begriff „Barrierefreiheit" eine ganz neue Perspektive! Damit auch hörgeschädigte und gehörlose Kinder an aktuellen Informationen aus Politik, Gesellschaft und Kultur teilhaben können, übersetzt der NDR seine Kindernachrichtensendung „Was diese Woche wichtig war" in Gebärdensprache und sendet diese online. Dies ist ein im deutschsprachigen Raum einmaliges und innovatives Format!

Besonders wertvoll: Die Kinder und Jugendlichen sind nicht nur Zielgruppe sondern selbst beteiligte „Macher". Gehörlose Schülerinnen und Schüler der Elbschule in Hamburg produzieren die Sendung im NDR gemeinsam mit Lehrern, Redakteuren, Mediengestaltern und Gebärdendolmetschern. Zudem kooperiert der NDR im Rahmen der Kindernachrichten mit Schulen aus dem gesamten Sendegebiet im Norden.

Der Norddeutsche Rundfunk schöpft mit dieser Sendung alle medialen Möglichkeiten zur Inklusion aus und bietet damit neue Wege zur Selbständigkeit. Dies hat uns enorm beeindruckt!

2. Platz (3.000 €): Sportverein Eintracht Bad Fallingbostel für das Schwimmprojekt "Seepferdchen"

Dazu die Jury: Mit diesem Projekt wird gleichzeitig Inklusion gelebt, eine grundlegende Kompetenz gefördert und auch ein eklatanter Missstand angegangen. Die Idee: Jedes Kind soll schwimmen lernen! Der Auslöser: Die hohen Zahlen von Grundschulkindern, die genau das (noch) nicht können.

Für den SVE Bad Fallingbostel steht im Mittelpunkt, die Sicherheit, die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern zu fördern. Dass behinderte und nichtbehinderte Kinder beim Schwimmprojekt „Seepferdchen" mitmachen, ist dabei selbstverständlich und entspricht der inklusiven Ausrichtung der Kindergärten in der Kommune, die bereits seit 1994 umgesetzt wird.

Inzwischen haben 168 Kinder aus den Vorschuljahrgängen teilgenommen und neben dem Schwimmenlernen auch an Selbstbewusstsein gewonnen und sogar neue Freundschaften geschlossen. Dank der intensiven Kooperation zwischen Sportverein, Stadtverwaltung, den Kindergärten, der Bädergesellschaft und den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das möglich geworden.

Dieses praktikable und effiziente Modell möchten wir landesweit bekanntmachen und auszeichnen.

3. Platz: (2.000 €): Ernst Reuter Schule / Calenberger Schule in Pattensen für die Initiative „Inklusion beginnt im Herzen"

Dazu die Jury: „Zusammen. Überall" unser diesjähriges Motto baut auf den Leitgedanken und auf das UN-Recht eines inklusiven Miteinanders auf. Auch und gerade wenn es um Bildung geht, wird an diesem Ziel gearbeitet und über die Möglichkeiten der Umsetzung diskutiert. Denn bereits seit einem Jahr hat Niedersachsen die inklusive Schule eingeführt.

Natürlich sind es vor allem Gemeinsamkeiten und Kommunikation im Lernen und im Schulalltag, die die Grundlage für Inklusion bilden. Mit einem gemeinschaftlichen Theaterprojekt haben die KGS und die Förderschule mit der Zusammenarbeit begonnen - weitere Arbeitsgemeinschaften und Angebote haben sich inzwischen daraus entwickelt. Auch eine öffentliche Diskussion zum Thema „Schule in Pattensen - wie wollen wir in Zukunft lernen?" hat stattgefunden.

In Pattensen haben sich zwei Schulen auf den Weg gemacht und erste gemeinsame Schritte getan. Zwei Schulen (bis dahin) Tür an Tür, die den Fragen nachgegangen sind „ Was führt uns zusammen? Wie können wir uns gegenseitig besser kennenlernen? Wir gratulieren!

Hintergrundinformation

Jury

  • Landesschülerrat Niedersachsen: Helge Feussahrens und Daniela Rump
  • bbe e. V., Beratungsstelle Elternassistenz Hannover: Kerstin Blochberger
  • Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: Andreas Böer
  • Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen: Johannes Schmidt

Seit dem 5. April 1992 gilt in Deutschland die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. 193 Länder haben diese Übereinkunft über die Rechte der Kinder mittlerweile unterzeichnet, sie gilt damit für nahezu zwei Milliarden Kinder der Erde! Die Kinderrechtskonvention enthält eigenständige Grundrechte der Kinder und signalisiert so, dass nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern mit Respekt zu begegnen ist. Für das tägliche Leben heißt dies, dass alle Kinder in ihren Belangen, mit ihren Interessen und Bedürfnissen wahrgenommen werden sollen. Kinder brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem sie willkommen sind und sich anerkannt fühlen können.

Weitere Informationen

Barbara Kreikenberg

Koordination Niedersächsischer KinderHabenRechtePreis

kreikenberg@dksb-nds.de

Mobil: 0162 - 6371241

KinderhabenRechtePreis 2014
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