Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

KOBRA


Die über Schlepperringe eingereisten Mädchen und Frauen, die in Deutschland zur Prostitution oder sklavenähnlichen Beschäftigungen gezwungen werden, geraten durch Vermittlungsgebühren und überhöhte Reisekosten in Abhängigkeit. Ihnen werden die Personalpapiere abgenommen, sie haben Sprachprobleme und werden von ihren "Betreuern" durch massive Drohungen zielgerichtet von Kontakten zur Umwelt isoliert.
Ermittlungsverfahren gegen die Menschenhändler gestalteten sich nicht zuletzt deswegen schwierig, weil die betroffenen Frauen den Strafverfolgungsbehörden nur selten als Zeuginnen zur Verfügung stehen, da sie oft noch vor Verhandlungsbeginn wegen Vergehen gegen das Ausländergesetz abgeschoben wurden. Seit April 1997 ist ein Erlass des Niedersächsischen Innenministeriums zu Zeugenschutzverfahren, Maßnahmen gegen den Prostitutionstourismus und Menschenhandel mit ausländischen Frauen und Mädchenin Kraft.
In Fällen, in denen konkrete Tatsachen dafür sprechen, dass eine Ausländerin vom Menschenhandel betroffen ist, soll danach für die Dauer von mindestens vier Wochen von einer Abschiebung abgesehen werden.In dieser Zeit sollen die betroffenen Frauen und Mädchen unter soziale rund juristischer Betreuung die Möglichkeit haben, sich über ihre Aussagebereitschaft klar zu werden. Darüber hinaus erhalten sie die Gelegenheit, ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln und eine freiwillige Ausreise zu organisieren.

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